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EM 2016

Spanien siegt und klagt, Schweiz feiert ausgelassen

15:54 MESZ 10.10.15
Jordi Alba Paco Alcacer Spain Luxembourg Euro Qualifier
Titelverteidiger Spanien und die Schweiz haben Mannschaften die Fahrkarten zur EM-Endrunde 2016 in Frankreich gelöst. Beim Titelverteidiger währte die Freude nur kurz.

Die Freude bei Titelverteidiger Spanien über das sichere Ticket zur EM 2016 in Frankreich währte nur kurz. Mit finsterer Miene beobachtete Nationalcoach Vicente del Bosque, wie zunächst David Silva verletzt vom Platz humpelte und danach auch noch Stürmer Alvaro Morata mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld getragen wurde. Zu allem Überfluss gab es beim 4:0 der Iberer gegen Luxemburg wieder Pfiffe gegen Abwehrspieler Gerard Pique.

Derlei Sorgen plagen die Schweiz nicht: Nach dem lockeren 7:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino herrschte beste Laune bei den Eidgenossen. Weil Verfolger Slowenien beim 1:1 gegen Litauen Punkte liegen ließ, begann die Party in St. Gallen noch auf dem Platz.

"Frankreich wir kommen"

Im Kreis sangen und tanzten die Spieler, unter ihnen zahlreiche Bekannte aus der Bundesliga. "Wir sind überglücklich", sagte Wolfsburgs Ricardo Rodriguez, Gladbachs Torhüter Yann Sommer schickte bei Twitter ein Foto der jubelnden Mannschaft aus der Kabine hinterher, und die Zeitung Blick titelte: "Frankreich, wir kommen!"

Den Spaniern war die Feierlaune längst vergangen, insbesondere die übermäßig harte Gangart der Luxemburger monierte Coach del Bosque nach dem mühevollen und umkämpften Erfolg, der letztlich zur Qualifikation genügte. "Das Schlimmste an diesem Spiel sind die Verletzungen. Es waren zwei unglückliche Zweikämpfe", sagte er.

Valencias Paco Alcacer gelang nach seiner Einwechslung ein Doppelpack gegen Luxemburg

Mittelfeldspieler Silva (29/Manchester City) erlitt eine schwere Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk. Der Verdacht, Stürmer Morata (22/Juventus Turin) habe eine Fraktur des Wadenbeins erlitten, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Es handle sich lediglich um eine starke Prellung, sagte del Bosque. Zum Abschluss der EM-Ausscheidung am Montag (20.45 Uhr) in der Ukraine wird der 64-Jährige personell rotieren. Das verletzte Duo tritt die Reise gar nicht erst an, ob del Bosque den am Freitag in Logroño bei vielen Aktionen ausgepiffenen Pique mitnehmen wird, ließ er offen.

"Habe niemals etwas Schlimmes über dieses Land gesagt"

Der Abwehrstar des FC Barcelona, der mit Spanien Welt- und Europameister wurde, gilt als stolzer Katalane und polarisiert dadurch in Zeiten der politischen Debatte über eine mögliche Unabhängigkeit der Region - zahlreiche Fans sehen den 28-Jährigen deshalb kritisch. "Die Pfiffe sind lauter als der Applaus. Ich möchte den Konflikt beilegen, aber es kommt auch auf die Fans an", sagte Pique genervt und bekräftigte: "Ich habe niemals etwas Schlimmes über dieses Land gesagt!"

Unterdessen haben die bereits für die EM qualifizierten Österreicher ein weiteres Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte geschrieben. In der Nachspielzeit traf Marcel Sabitzer zum 3:2 in Montenegro, mit acht Siegen und einem Unentschieden führt das Team um Bayern Münchens David Alaba die Gruppe G souverän an.

Dahinter streiten sich Russland und Schweden um das zweite Direktticket. Dem kommenden WM-Gastgeber Russland genügt gegen Montenegro am Montag aufgrund des gewonnen Direktvergleichs gegen die Schweden um Superstar Zlatan Ibrahimovic ein Punkt, um die letzten Zweifel zu beseitigen.