EM-Quali: Lewys Polen qualifiziert - Albanien schreibt Geschichte

Robert Lewandowski Poland EC Qualification 11102015
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Die Polen lassen sich Platz zwei der Gruppe D nicht mehr nehmen. Matchwinner wird ein guter Bekannter. Albanien und Rumänien jubeln, Griechenland setzte nochmals eine Duftmarke.

Polen gestaltet auch das letzte Spiel in der EM-Qualifikation siegreich, gewinnt gegen Irland mit 2:1 (2:1) und löst dadurch als Gruppenzweiter das direkte Ticket zur EM 2016. Zum Matchwinner wurde Robert Lewandowski, der vor  dem Seitenwechsel den Siegtreffer erzielte. Historisches hat Albanien geschafft. Das kleine Land fährt erstmals zu einer EM-Endrunde. Durch einen 3:0 (2:0)-Erfolg in Armenien beenden die Südosteuropäer ihre Qualifikationsgruppe I als Tabellenzweiter und fahren damit nach Frankreich. Auch Rumänien nimmt nach einem 3:0-Sieg auf den Färöer Inseln im Sommer 2016 sicher an der Europameisterschaft teil. Ungarn muss dagegen in die Playoffs, verlor am letzten Spieltag mit 3:4 (1:1) bei den bereits ausgeschiedenen Griechen.

Gruppe D

Polen - Irland 2:1 (2:1)

Tore: 1:0 Krychowiak (13.), 1:1 Walkers (16.), 2:1 Lewandowski (42.)

Besondere Vorkomnisse: Gelb-Rot O´Shea (90.)

Zum Entscheidungsspiel in Warschau waren die Vorzeichen klar: Punktgleich gingen die beiden Kontrahenten in das letzte Duell der Qualifikation. Den längeren Atem sollten schließlich die Polen haben - dank einem treffsicheren Torgaranten.

Die Partie begann furios: Kamil Grosicki flankte einen Eckball an die Grenze des Sechzehners, wo Grzegorz Krychowiak Zeit und Raum hatte, um den Ball sauber zu verarbeiten und abzudrücken. Unhaltbar schlug die Kugel unten links ein (13.). Doch die Antwort sollte prompt folgen. In einer der wenigen Offensivaktion der Gäste wurde Shane Long ein umstrittener Elfmeter zugesprochen, den Jonathan Walkers sicher verwandelte (16.).

Wie erwartet zeigte Polen die besseren Spielanlagen und legte auch mehr Offensivdrang an den Tag, die Iren hielten mit ihrem gewohnt körperbetonten Spiel jedoch gut dagegen. Spielerisch war es hingegen einmal mehr ein Armutszeugnis. Am Ende des Tages sollte Irland eine jämmerliche Passquote von 65 Prozent vorweisen. Demensprechend war es kein Wunder, dass die gefährlichen Aktionen eher dem Zufall bedingt waren.

Anders bei den Polen: Die kombinierten sich gegen Ende der ersten Hälfte auf rechts durch die Abwehrreihe, bis Krzysztof Maczynski Zeit hatte, um den Ball maßgenau auf den Elfmeterpunkt zu flanken. Dort stand Robert Lewandowski blank und wuchtete das Leder per Kopf ins rechte Eck (42.). Mit seinem 13. Quali-Tor stellte der Bayern-Star den Rekord von Irlands David Healy aus dem Jahr 2008 ein.

Im zweiten Umlauf nahm die Partie nochmal an Intensität zu, die Zweikämpfe und Wortgefechte wurden ruppiger. Alleine Lewandowski wurde von der irischen Hintermannschaft immer wieder mit Händen und Füßen bearbeitet, so musste - wenig verwunderlich - John O'Shea vorzeitig in die Kabine (90.).

Die Iren legten mit langen Bällen und der Hoffnung auf den zweiten Ball nochmal in die Waagschale, was ihnen zur Verfügung stand, sollten aber nicht mehr zwingend vor dem Tor der Hausherren auftauchen. Ein 2:2-Unentschieden hätte theoretisch für Irland das Ticket bedeutet. So müssen die Boys in Green aber den Umweg über die Relegation nehmen, während Polen hinter Deutschland zweiter der Gruppe wird.

Gruppe F

Färöer Inseln - Rumänien 0:3 (0:2)

Tore: 0:1 Budescu (4.), 0:2 Budescu (45.+1), 0:3 Maxim (83.)

Rumänien lässt nichts anbrennen und verteidigt erfolgreich sein EM-Ticket im Fernduell mit Ungarn. Auf den Färöer Inseln leitete eine Freistoßvariante den Erfolg bereits früh ein: Razvan Rat wurde auf links geschickt und legte in den Rückraum, wo Constantin Budescu massig Platz hatte, um die Kugel überlegt ins rechte Eck zu schieben (4.). 

Der zweite Treffer fiel zu einem nicht weniger wertvollen Zeitpunkt, wenn auch diesmal glücklich. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wollte Doppelpacker Budescu den Ball eigentlich in die Mitte bringen, seine Flanke von der rechten Seite wurde jedoch länger und länger und schlug unhaltbar im langen Eck ein (45.+1). 

Bis dahin spielte der Außenseiter allerdings mutig mit. Einzig die Zielstrebigkeit und Effektivität vor dem Tor fehlte. So scheiterte Brandur Olsen an Keeper Ciprian Tatarusanu (18.). Die anschließende Ecke setzte Innenverteidiger Sonni Nattestad knapp neben den rechten Pfosten (19.). 

In der zweiten Halbzeit ließ der Favorit dann aber nichts mehr anbrennen: Zwar fehlte der letzte Zug zum Tor, in Gefahr geriet die Führung aber auch nicht mehr. Der eingewechselte Stuttgarter Alexandru Maxim machte in der Schlussphase schließlich alles klar, als er nach einem Doppelpass nach Ballverlust Färöer frei vor Keeper Gunnar Nielsen einschob (83.).

Griechenland – Ungarn 4:3 (1:1)

Tore:  1:0 Stafylidis (5.), 1:1 Lovrencsics (26.), 1:2 Nemeth (54.), 2:2 Tachtsidis (57.), 2:3 Nemeth (75.), 3:3 Mitroglou (79.), 4:3 Kone (86.)

Die Griechen, für die schon vor der Partie Hopfen und Malz verloren waren, wollten den heimischen Fans zumindest einen versöhnlichen Abschluss bescheren. Und das Projekt lief gut an, kurz nach dem Anpfiff traf Konstantinos Stafylidis zur Führung für die Hellenen (5.).

Die Ungarn, die lediglich noch eine Chance auf den Sprung auf Platz zwei und das damit verbundene direkte EM-Ticket hatten, sollte Rumänien zeitgleich nicht auf den Färöer Inseln gewinnen, ließen wütende Angriffe folgen – und wurden in Person von Gergö Lovrencsics belohnt, der auf Vorarbeit von Leandro für den wichtigen Ausgleich sorgte (26.).

Das Spiel blieb abwechslungsreich und unterhaltsam, Ungarn verzeichnete ein Chancenplus, weitere Tore gab es bis zum Pausenpfiff aber nicht. Das änderte sich unmittelbar nach Wiederbeginn: Dszudszaks Ecke wurde an den zweiten Pfosten verlängert, wo Krisztian Nemeth goldrichtig stand und Ungarn aus kurzer Distanz in Front brachte (54.). Die Führung war nur wenige Augenblicke später allerdings Makulatur, ein Kracher von Panagiotis Tachtsidis brachte Griechenland zurück (57.).

Das dominierende Team waren fortan wieder die Gastgeber, die vermehrt zu aussichtsreichen Einschussgelegenheiten kamen. Zählbares gelang aber den Ungarn, wieder in Person von Nemeth. Der Stürmer von Sporting Kansas City verwertete eine wunderbare Vorarbeit von Zsolt Kalmar eiskalt und völlig freistehend aus elf Metern (75.). Doch wieder war die Freude der Gäste nur von kurzer Dauer, beinahe im Gegenzug verlud Kostas Mitroglou den Ex-Hertha-Keeper Gabor Kiraly im ungarischen Tor zum erneuten Ausgleich (79.).

Und damit nicht genug: Panagiotis Kone köpfte die Griechen auch noch zum Sieg, ließ Kiraly aus fünf Metern keine Abwehrchance (86.). Tröstlich für die Ungarn: Selbst ein Sieg hätte nicht für den direkten Sprung zur EM gereicht, da Rumänien zeitgleich auf den Färöer Inseln gewann. Das Team des deutschen Trainers Bernd Storck will nun über den Umweg Playoffs nach Frankreich.

Nach dem Schlusspfiff gab es für Albanien kein Halten mehr

Gruppe I

Armenien - Albanien 0:3 (0:2)

Tore: 0:1 Hovhannisyan (9./ET), 0:2 Memushaj (23.), 0:3 Sadiku (76.)

Das einstige Kanonenfutter entwickelt sich endgültig zum europäischen Angstgegner: Albanien packt die Gelegenheit beim Schopf und qualifiziert sich durch den Sieg in Armenien direkt für die EM in Frankreich. Das spielfreie Dänemark ist der Leidtragende und muss in die Relegation. 

Im Hanrapetakan Stadium in Jerewan hatten die Gastgeber um den Dortmunder Henrikh Mkhitaryan zwar mehr vom Spiel, gefährlicher und effektiver waren aber die Gäste. Die frühe Führung tat ihr Übriges für einen perfekten Einstand: Über Umwege gelang der Ball zu Vullnet Basha, der von halbrechts noch am Keeper scheiterte. Der Abpraller blieb aber gefährlich und Kamo Hovhannisyan grätschte den Ball, von Shkelzen Gashi stark bedrängt, ins eigene Gehäuse (9.). 

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Armenien vergab seine beste Chance kurz vor der Halbzeit: Ein Schuss von Marcos Pizzelli aus 16 Metern rauschte knapp am rechten Pfosten vorbei (45.). Zu diesem Zeitpunkt lag man jedoch schon deutlich im Hintertreffen: Ledian Memushaj zog einen Freistoß aus halblinker Position scharf vor das Tor, jeglicher Verkehr verpasste die Kugel, sodass diese an Freund und Feind vorbei ins Netz segelte (23.). 

Ähnliches Bild in Halbzeit zwei: Albanien ließ wenig zu und Armenien fand keine Mittel, um gefährlich zu werden. Stattdessen machte der EM-Neuling den Deckel drauf: Nach einem langem Abschlag kombinierten sich die Gäste auf der linken Seite durch, in der Mitte stand Armando Sadiku bereit, um die Kugel zur Entscheidung einzuschieben.

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