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Keine WM-Sperre für Domagoj Vida: FIFA verwarnt Kroatiens Verteidiger nach Ukraine-Äußerung

20:41 MESZ 08.07.18
Domagoj Vida Croatia World Cup 2018
Kroatien steht nach dem Erfolg im Elfmeterschießen gegen Russland im WM-Halbfinale. Domagoj Vida feiert - und sorgt für politische Verstimmungen.

Nach dem Viertelfinal-Sieg gegen Russland hat Kroatiens Abwehrspieler Domagoj Vida mit einem geposteten Video für Ärger beim WM-Gastgeber gesorgt. In einem neunsekündigen Clip äußert sich Vida an der Seite seines kroatischen Teamkollegen Ognjen Vukojevic: "Ruhm der Ukraine! Dieser Sieg ist für Dynamo und für die Ukraine!", verkündete er. Die FIFA hat am Sonntagabend mitgeteilt, dass man von einer Sperre Vidas absieht und sprach lediglich eine Verwarnung aus.

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Russland und die Ukraine befinden sich nach der russischen Annexion der Krim seit Jahren in einem Quasi-Kriegszustand. Vida spielte lange Jahre für Dynamo Kiew, genau wie auch Vukojevic. "Ruhm der Ukraine" war der Slogan der revolutionären Bewegung, die 2014 den von Russland unterstützten Präsidenten Wiktor Janukowitsch gestürzt hatte.

Domagoj Vida über Ukraine-Äußerung: "War nur ein Witz"

Der Abwehrspieler von Besiktas Istanbul versuchte im Nachgang, seine Aussagen zu entkräften und zu relativieren: "Der Sieg gehört Kroatien. Keine politischen Sachen. Das ist nur ein Witz", erklärte er sports.ru . "Ich habe dort Freunde, seitdem ich für Dynamo Kiew gespielt habe. Etwas anderes wollte ich gar nicht sagen", fügte er hinzu.

Und um es noch einmal in aller Deutlichkeit klarzustellen, fasste der Kroate zusammen: "Ich mag die Russen. Es war nur ein Witz", so Vida. Der Weltverband FIFA bestraft normalerweise politische Äußerungen von Spielern und Trainern. So wurden auch die beiden Schweizer Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nach dem Zeigen des albanischen Doppeladlers im Duell mit Serbien nachträglich mit einer Geldstrafe belegt.

WM 2018: Russischer Politiker forderte Strafe für Domagoj Vida

In Russland sorgte die Aktion von Vida für Ärger. "Solche Handlungen sollten bestraft werden", sagte Dimitri Swischtschew, Mitglied im Sportausschuss des russischen Parlaments, der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti. "Politische, nationalistische und rassistische Slogans" hätten bei der WM nichts zu suchen.

Kroatien trifft im Halbfinale der WM am Mittwoch auf England (20 Uhr im LIVE-TICKER). Vida trägt daran großen Anteil, er traf gegen Russland zum zwischenzeitlichen 2:1 in der Verlängerung und war auch im Elfmeterschießen vom Punkt erfolgreich.

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