Cristiano Ronaldo zerlegt auch Atletico: Wenn die Superlative ausgehen

Kommentare()
Getty Images
Mal wieder, schoss es einem durch den Kopf. Mal wieder war CR7 der X-Faktor, mal wieder auf überragende Art und Weise. Und die Superlative gehen aus.

HINTERGRUND


Neun Tore hat Real Madrid in seinen letzten drei Champions-League-Spielen erzielt. Sechs in Hin- und Rückspiel gegen den FC Bayern im Viertelfinale, drei im ersten Halbfinal-Duell mit Stadtrivale Atletico. Acht dieser neun Buden gehen auf das Konto von Cristiano Ronaldo. Noch einmal zum Mitschreiben: Acht!

Erlebe Europas Top-Ligen live und auf Abruf auf DAZN. Jetzt Gratismonat sichern!

In drei Partien gegen zwei europäische Schwergewichte, zwei der besten Teams der Welt, hat der Portugiese im Schnitt also fast dreimal getroffen. Eine Leistung, die in der atemberaubenden Vita Ronaldos fast schon zu Gewöhnlichem verkommt. Doch ganz individuell betrachtet ist sie - wie auch immer man über den Superstar der Königlichen denken mag - einfach wahnsinnig gut. Punkt.

Rekord! Unfassbarer Cristiano Ronaldo schießt Atletico im Alleingang ab

Was man dabei aber keinesfalls vergessen darf: Ronaldo hat in Madrid ein überragendes Team, das überdies gut miteinander harmoniert. Sicherlich ein großer Verdienst von Zinedine Zidane, der sich anschickt, in seiner zweiten Saison als Chefcoach zum zweiten Mal ins Champions-League-Finale einzuziehen.

Die Weichen dafür sind nach dem überzeugenden 3:0-Erfolg über Atletico gestellt. Und das, wie gesagt, nicht ausschließlich dank CR7. Das Mittelfeld um Casemiro und vor allem Luka Modric und Toni Kroos machte einen überragenden Job, hatte stets die Oberhand über jenes der Colchoneros.

Auch Kroos ragt heraus

Ob Kroos, Casemiro oder Modric - sie alle hatten nach 90 Minuten eine Zweikampfquote von mindestens 70 Prozent zu Buche stehen, Kroos brachte zudem überragende 96,2 Prozent seiner 104 Pässe an den Mann. Atletico hatte dem allen jedenfalls zu kaum einem Zeitpunkt wirklich etwas entgegenzusetzen.

Dass Antoine Griezmann und Co. nach dem Hinspiel schon beinahe chancenlos sind, das Finale von Cardiff zu erreichen, ist in letzter Konsequenz dann doch schlichtweg der Eiseskälte Ronaldos geschuldet. Der Entschlossenheit des 32-Jährigen, seiner Gier nach Erfolg, nach Toren aus jeder erdenklichen Situation.

GFX CR7 Quote

Per Kopf zum 1:0, per krachendem Halbvolley zum 2:0, per überlegtem Einschieber zum Endstand. Ronaldo machte das Bernabeu zu seiner Bühne. Beeindruckend: Acht seiner zwölf letzten Schüsse aufs Tor in der Champions League waren drin. Eine Kaltschnäuzigkeit, die ihresgleichen sucht.

Dennoch gab er sich nach Abpfiff bescheiden: "Ich muss die Mannschaft beglückwünschen, sie ist phänomenal. Nur so kann ich auch die Tore erzielen", sagte Ronaldo. Sein Führungstreffer war sein 50. Tor in der K.o.-Phase der Königsklasse, außer ihm hat diese Marke bisher noch niemand erreicht. Nicht einmal Lionel Messi.

Dass er noch zwei weitere Tore draufsetzte, ist Ausdruck seines unbändigen Willens, seines Instinktes, seiner Extraklasse. "Wir sind noch nicht am Ziel", relativierte der Europameister allerdings demütig. Er weiß genau, dass nur der Titel zählt.

Ein Titel, der die komplette Real-Mannschaft auf ewig unvergessen machen würde, wäre man doch der erste Klub, der den prestigeträchtigsten Vereinswettbewerb der Welt zweimal hintereinander gewinnen würde. Ronaldo stünde dann an der Spitze dieses einmaligen Erfolgs.

Ronaldo setzt Bestmarke um Bestmarke

Er, der wie schon gegen die Bayern auch gegen Atletico kein auffälliges Spiel machte. Der aber der womöglich beste Fußballer der Welt ist, wenn es darum geht, in den entscheidenden Momenten Zählbares zu liefern. "Cristiano ist da, wenn er gebraucht wird", betonte Kroos. "Er hat uns schon ins Halbfinale geschossen, jetzt wieder drei Tore gemacht – er ist unfassbar wichtig für uns."

Und wie er das ist. Noch nie ist es einem Spieler gelungen, in zwei aufeinanderfolgenden Champions-League-K.-o.-Spielen einen Dreierpack zu schnüren. Doch Ronaldo, das war gegen Atletico auffallend, kann auch Teamplayer sein. 16 Zweikämpfe bestritt er am Dienstagabend (56,3 Prozent gewonnen) - so viele wie kein anderer Real-Akteur.

In Erinnerung, so viel ist klar, bleibt natürlich dennoch sein Dreierpack. Mal wieder war es Ronaldo, der zum X-Faktor wurde. Wie schon unzählige Male zuvor. Darum nun zu sagen, dass er auf dem Weg ist, zur Legende zu werden, wäre maßlos untertrieben. Er ist längst mehr als das. Und die Superlative gehen aus.

Schließen