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Cristiano Ronaldo: Der Albtraum des FC Bayern

10:30 MESZ 19.04.17
Cristiano Ronaldo Real Madrid Bayern Munich UCL 18042017
Cristiano Ronaldo schießt den FC Bayern im Alleingang ab und entwickelt sich zum Schreckgespenst der Münchner. Seine FCB-Quote ist furchteinflößend.

HINTERGRUND

Der Matchwinner trug ein dunkelblaues Jeanshemd und eine schwarze, verkehrt herum übergestülpte Baseballcap. In der Interviewzone des Estadio Santiago Bernabeu posierte er noch mit als Journalisten getarnten Fußballfans für Selfies, dann verabschiedete sich Cristiano Ronaldo nach verrichteter Arbeit aus seinem zweiten Wohnzimmer. 

Analyse: Cristiano Ronaldo fertigt den FC Bayern ab

Gleich dreimal hatte der amtierende Weltfußballer im Viertelfinalrückspiel der Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München getroffen, immerhin zwei Tore waren ihm sechs Tage zuvor im Hinspiel gelungen. Obwohl er bei seiner Lieblingsbeschäftigung am Dienstagabend gleich zweimal regelwidrig im Abseits gestanden hatte, konnte das nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Ronaldo immer mehr zum Schreckgespenst des deutschen Rekordmeisters entwickelt. 

Unheimliche neunmal hat der Portugiese nun in sechs Partien der Königsklasse gegen Bayern eingenetzt. Besonders unheimlich war das in den beiden diesjährigen Aufeinandertreffen zwischen den beiden Fußballgroßmächten, weil Ronaldo rein spielerisch gar kein Faktor war im Spiel der Königlichen. Eigentlich. Mal rutschte er aus, mal wurde er gar nicht oder schlecht in Szene gesetzt. Teilweise wirkte er lustlos, teilweise trotzig aufgrund von ausgebliebenen Zuspielen oder verpassten Chancen. 

Bayern-Schock: Neuer schwer verletzt

Im Rückspiel etwa hatten nur Torhüter Keylor Navas, Innenverteidiger Nacho und der ausgewechselte Karim Benzema weniger Ballaktionen als der 32-Jährige. Auch Ronaldos ausbaufähige Zweikampfquote von nur 37 Prozent gewonnenen Duellen dient kaum als Beleg seiner Qualitäten. Umso höher ist es zu bewerten, dass es der Mann mit der Rückennummer 7 trotzdem fertig brachte, den in Manuel Neuer weltbesten Torhüter binnen 210 Minuten satte fünfmal zu überlisten.

Aber was genau macht ihn eigentlich zum Schreckgespenst des FC Bayern? "Dass er die Tore schießt", sagte Mats Hummels: "Auch diese Gier nach dem Toreschießen ist weltklasse, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Er will es immer unbedingt - damit hat er sich auch in diesen Weltklassestatus hereingehievt."

Neben dem unbändigen Willen sind es selbstredend seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, die Ronaldo auszeichnen. CR7 ist jemand, der mehr und härter arbeitet als andere. Wer ehemalige oder aktuelle Mannschaftskollegen nach dem Erfolgsrezept des Ehrgeizlings fragt, bekommt das immer wieder so hören. Ronaldo sei derjenige, der meist als Erster auf der Trainingsplatz aufschlägt - und derjenige, der sich später als Letzter verabschiedet. 

Der verdiente Lohn ist seine Gesamtheit. Allein in den beiden Spielen gegen Bayern traf er mit rechts, mit links und mit dem Kopf. Noch weitaus beeindruckender aber ist seine Ballbehandlung, das Wie. Wie er Bälle an- und mitnimmt. Wie er seinen Körper einsetzt und seine Gegenspieler abschüttelt. Wie er sich bewegt und richtig steht (es sei denn er steht im Abseits). Wie er die Bälle immer und immer wieder im Tor unterbringt - selbst gegen die ganz Großen der Branche. 

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