Champions League: Die fünf Überraschungsspieler der Gruppenphase

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Historischer Tor-Wahnsinn und englische Dominanz - im Schatten von Superlativen wirft Goal einen Blick auf fünf Überraschungsspieler der Gruppenphase.

Die Champions-League-Gruppenphase ist absolviert - und sie schrieb Geschichte. Nie fielen mehr Tore Dortmund stellte einen Negativ-Rekord auf und Cristiano Ronaldo sorgte mal wieder für eine historische Bestmarke .

Doch auch in dieser Spielzeit sorgten neben den großen Stars der Premium-Klubs wieder einige Unbekanntere für Furore. Goal stellt fünf Akteure vor, die vor der Saison nur Kenner auf dem Schirm hatten. 


Manuel Akanji (FC Basel)


Manuel Akanji Switzerland 09112017

22 Jahre alt ist der Schweizer Nationalspieler. Zu alt, um noch als Talent gehandelt zu werden, zu jung, um bereits zu den Arrivierten zu gehören. Akanji spielt die beste Saison seiner Karriere, was vor allem daran liegt, dass er endlich von Verletzungen verschont bleibt. 2015 überwies Branchenprimus Basel 700.000 Euro an den FC Winterthur, um sich den Sohn nigerianischer Migranten als Mann für die Zukunft zu sichern. 

Nach einer Eingewöhnungsphase bei der U21 des Vereins wurde er bald zu den Profis befördert - ein Glück, das nicht lange währte. Erst zog er sich einen Muskelfaserriss zu, dann riss er sich das Kreuzband. Akanji aber kämpfte sich zurück, eroberte im Februar 2017 einen Stammplatz in der Abwehrzentrale. Den gab er bis heute nicht mehr her.

Im Gegenteil: Akanji beweist starkes Aufbauspiel, lernt schnell und antizipiert raffiniert. Im Juni debütierte er in der Schweizer Nationalmannschaft, in der Champions League zog er mit Basel ins Achtelfinale ein und war dabei eine der Säulen des Teams. Akanji verpasste keine Minute, viermal blieb man ohne Gegentor, darunter auch beim 1:0 gegen die Star-Truppe von Jose Mourinhos Manchester United. Wie Blick nun berichtet, sollen der BVB, RB Leipzig und sogar Barca den versierten Abwehrspieler im Visier haben. 


Talisca (Besiktas)


Anderson Talisca Besiktas

1,91 Meter große, lange, schlaksige Beine, dünner Oberkörper. Wie der typische Spielmacher sieht der 1994 geborene Anderson Souza Conceicao beileibe nicht aus. Dabei täuscht der Eindruck. Denn der Linksfuß spielt eine überragende Spielzeit. In der Liga gelangen ihm fünf Scorerpunkte, in der Champions League gar vier Treffer.

Dabei sah es nicht unbedingt so aus, als würde er jemals auf der ganz großen Bühne glänzen. Nach einer guten ersten Saison bei Benfica ging es danach bergab. Erst in Istanbul blüht der zweimalige brasilianische U20-Nationalspieler so richtig auf. Trotz eines Mittelfußbruchs, der ihn zu einer längeren Pause zwang, erzielte er 17 Pflichtspieltore. 

In dieser Saison gewährt ihm Trainer Senol Günes viele Freiheiten. Hinter Stoßstürmer Tosun stößt er immer wieder in die Spitze und bildet mit den Veteranen Ryan Babel und Ricardo Quaresma ein qualitativ hochwertiges Offensiv-Konstrukt. Besiktas hat sich eine Kaufoption über 21 Millionen Euro für Talisca gesichert (er ist von Benfica nur ausgeliehen).


Facundo Ferreyra (Schachtjor Donezk)


Facundo Ferreyra Shakhtar Donetzk 20102016

Auf den ersten Blick schien es ein typischer Donezk-Transfer zu sein, den die Verantwortlichen um Mircea Lucescu 2013 finalisiert hatten: Offensivspieler, Südamerikaner, jung - und sehr talentiert. Facundo Ferreyra hatte gerade 13 Tore in 15 argentinischen Erstligaspielen erzielt, war U20-Nationalspieler. Der Wechsel von Velez in die Ukraine sollte der nächste Schritt einer großen Karriere sein. 

Doch in Osteuropa hakte es beim Mittelstürmer. Der Grund: Mit Luiz Adriano und Eduardo standen Lucescu bereits zwei hochkarätige Stürmer zur Verfügung. Nach einer Saison mit sechs Toren, fast alle als Joker, wurde der 1,86 Meter große Angreifer an Newcastle United verliehen. Dort lief es noch schlechter: Nicht ein einziges Mal durfte er für die Magpies auflaufen, frustriert ging es zurück in die Ukraine. 

Und dort explodierten seine Leistungen nach dem befreienden Abgang von Adriano nach China. Ferreyra traf 14-mal in 20 Ligaspielen, in der aktuellen Saison ist er endgültig angekommen. 20 Pflichtspieltore hat der 26-Jährige bereits auf dem Konto, in der Königsklasse ist er gar Top-Scorer (zwei Tore, zwei Vorlagen) - und so einer der Garanten für den Einzug ins Achtelfinale. 


Vincent Aboubakar (FC Porto)


Vincent Aboubakar FC Porto AS Monaco UEFA Champions League 06122017

11,2 Millionen Euro ließ sich der FC Porto den Kameruner 2014 kosten. Der damals 22-Jährige vom FC Lorient hatte sich in Frankreich einen Namen als robuster Torjäger gemacht. Die Scouts des portugiesischen Top-Teams witterten großes Geld bei einem etwaigen Weiterverkauf. 

Doch Jackson Martinez, Kapitän und Torjäger in Personalunion, belegte den Platz im Sturm, Aboubakar kam oft als Joker oder musste auf die Außenbahnen ausweichen. Als Martinez zu Atletico wechselte, war der Platz im Zentrum frei - und der 1,84 Meter große Sturmtank nutzte seine Chance eindrucksvoll. 13-mal traf er in der Saison 2015/16. Dennoch wurde er in die Türkei verliehen, auch, weil sein Spielstil nicht zu Porto passe, wie ihm mitgeteilt wurde. 

Das sah Trainer Sergio Conceicao ganz anders. Der holte den Kameruner zurück und schenkt ihm im Zentrum der Drachen das Vertrauen. Und Aboubakar beweist endlich, was sein Lorient-Trainer schon vor Jahren in ihm sah: dass er ein Top-Torjäger sein kann. Fünfmal netzte er in fünf Champions-League-Spielen ein (beim ersten fehlte er gesperrt), in der Liga steht er bei neun Toren. Er ist 25 - und im Sommer werden Angebote in der Hafenstadt eintrudeln. Ganz so, wie es die Scouts gehofft hatten.


Dimitri Oberlin (FC Basel)


Dimitri Oberlin Basel

Der Schweizer U21-Nationalspieler hatte beachtlichen Anteil am überraschenden Achtelfinaleinzug des FC Basel. Vier Treffer steuerte der Mittelstürmer in sechs Spielen bei, darunter drei in den beiden wichtigen Spielen gegen Benfica. 

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Oberlin ist seit vergangenem Sommer von RB Salzburg an Basel ausgeliehen und hat sich mit seinen starken Leistungen bereits ins Blickfeld einiger Top-Klubs gespielt. Zuletzt wurde der 20-jährige Rechtsfuß auch mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Basel verfügt dem Vernehmen nach allerdings über eine Kaufoption über fünf Millionen Euro.

Wettbewerbsübergreifend kommt der gebürtige Kameruner auf acht Tore in 21 Spielen.

Hinweis: Am Montag, den 11. Dezember, findet die Auslosung für das Achtelfinale der Champions League statt. Hier gibt es alle Informationen dazu - auch, wo das Event im TV oder LIVESTREAM zu sehen sein wird. Zum LIVE-TICKER von Goal geht es hier entlang.

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