Bundestrainer Jogi Löw auf der Suche nach dem DFB-Knipser: "Ab Oktober Liegestütze"

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HINTERGRUND

Torjäger gesucht! Die deutsche Nationalmannschaft zeigt sich beim 2:1 gegen Peru im Offensivspiel zwar verbessert, es fehlt aber ein echter Knipser. Ob seine Spieler auch zehn Liegestütze machen müssten, wenn sie das Tor nicht treffen, fragte ein Kinderreporter zum Abschluss der Pressekonferenz Joachim Löw frech. Der Bundestrainer lächelte vergnügt. "Ab Oktober machen wir das, ja", versprach er dem Jungen und streckte den Daumen nach oben.

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Da werden seine Angreifer bei den kommenden Nations-League-Spielen am 13. Oktober in den Niederlanden und drei Tage später in Frankreich wohl einige Krafteinheiten absolvieren müssen. Zwar zeigte sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei Teil zwei der WM-Wiedergutmachung im Offensivspiel verbessert, die Chancenverwertung beim 2:1 (1:1) gegen Peru war aber wieder einmal mangelhaft.

Jogi Löw sucht Nachfolger von Miroslav Klose: Petersen, Füllkrug und Uth als Kandidaten?

Löw fehlt auch vier Jahre nach dem Rücktritt von Rekordtorschütze Miroslav Klose ein echter Knipser. Deutschland sucht einen Torjäger! "Klar, momentan haben wir keinen, der der Torjäger Nummer eins ist und jedes Spiel bombt. So einen 'Neuner' wie Sandro (Wagner), Mario (Gomez) oder Miro es war, haben wir so als Typ nicht. Da müssen wir uns jetzt selbst finden und der Trainer muss ein bisschen ausprobieren", sagte Julian Brandt, der die peruanische Führung ausgeglichen hatte.

Löw probiert seit Jahren aus - ob mit Gomez oder Wagner, die beide nicht mehr zur Verfügung stehen, oder derzeit mit Timo Werner und Marco Reus als "falsche Neuner". Das Problem habe so ja schon beim WM-Debakel in Russland bestanden, meinte DFB-Präsident Reinhard Grindel, "aber Jogi Löw wird hier Antworten finden, da bin ich ganz sicher".

Allzu viele Alternativen hat der Bundestrainer jedoch an vorderster Front nicht. Der Freiburger Nils Petersen, der Löw bei seinem Kurzeinsatz in Sinsheim "sehr gut gefallen" hat, deutete immerhin Jokerqualitäten an. Zudem wurden zuletzt immer mal Niclas Füllkrug von Hannover 96 und Mark Uth (Schalke 04) als Kandidaten genannt. Beide traten international bisher aber noch nicht in Erscheinung. Man könne ja "keinen Robert Lewandowski einbürgern", meinte Werner im Bild-am-Sonntag-Interview.

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Thomas Müller bemängelt: "Lassen diese Kaltschnäuzigkeit vermissen"

Also soll und muss es irgendwie so gehen, ohne eine echte Spitze, mit "drei, vier Leuten, die immer wieder die Positionen wechseln. Das macht die Mannschaft unberechenbar", sagte Werner. Löw weiß aber auch, dass Reus etwa "lieber auf der linken Seite spielt. Er ist wie Timo Werner über Außen sehr gut, aber auch als Anspielstation vorne, der die Bälle sehr gut verarbeitet und die Außen ins Spiel bringen kann." Reus vergab in der ersten Hälfte drei hochkarätige Chancen, Werner hätte nach der Pause treffen müssen.

Man lasse "diese Kaltschnäuzigkeit, die uns wirklich gut tun würde, ein bisschen vermissen", bemängelte Thomas Müller. Ob er auf die Probleme eine Antwort weiß? "Eine Antwort", sagte der Bayern-Profi, "würde jeder Mannschaft der Welt gut tun." Vor allem der deutschen.

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