Borussia Dortmund: Spielt Julian Nagelsmann mit der TSG Hoffenheim schon vor?

Kommentare()
Getty Images
Peter Stöger hat gerade erst bei Borussia Dortmund übernommen, da wird bereits über seinen Nachfolger spekuliert. Ein Kandidat: Julian Nagelsmann.

Es ist schon etwas absurd. Da saß Peter Stöger am Sonntag bei seiner Vorstellung bei Borussia Dortmund auf dem Podium, erklärte, dass er erst einmal bis Sommer unterschreiben würde und nur wenige Stunden später gingen die Spekulationen um seinen Nachfolger los. Julian Nagelsmann, der heute mit der TSG Hoffenheim im Signal-Iduna-Park gastiert, soll der Wunschkandidat von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc sein. Passend dazu gesellte sich Nagelsmann am Dienstag auf die Tribüne des Mainzer Stadions, als Stöger dort mit dem BVB sein Debüt gab. Schon wurden die Gerüchte weiter angeheizt.

Der märchenhafte Aufstieg des Paris FC

Dass der Hoffenheim-Trainer sich nur persönlich ein Bild von dem neuen BVB machen wollte? Geriet in den Hintergrund. Stattdessen wurde Watzke am Mittwoch im Talk der Ruhr Nachrichten gefragt, ob es schon Klarheit geben würde. Der Geschäftsführer wiegelte ab. Und Nagelsmann selbst nimmt die Spekulationen schon lange nur noch mit Humor. "Ich kann mir gerne ein Klebeband mit KK auf die Stirn kleben. Kein Kontakt", sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel seiner TSG in Dortmund. Eine Farbe wird er am Samstag dann auf keinen Fall am Körper tragen. "Ich werde ganz genau aufpassen, was ich anziehe. Damit es da auf keinen Fall Gerüchte gibt", sagte er und schloss gelb aus.

Hopp lässt die Tür offen

Das Thema wurde unter der Woche erst so richtig heiß, nachdem ausgerechnet Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp auf der Jahreshauptversammlung mitteilte, dass Nagelsmann einen verbindlichen Vertrag bis 2019 besitzen würde. Dabei gilt sein Arbeitsvertrag eigentlich bis 2021. Der junge Trainer besitzt also eine Ausstiegsklausel.

Ist das die Chance für die Schwarz-Gelben? Um eine hohe Ablösesumme für Nagelsmann zu kassieren, müsste die TSG den Trainer dann wohl im Sommer ziehen lassen. Sein Weg zu einem der größten Vereine der Liga scheint ohnehin vorgezeichnet zu sein, nachdem auch schon der FC Bayern mit dem 30-Jährigen in Verbindung gebracht wurde. Aber führt der Weg 2018 schon ins Ruhrgebiet? Das scheint zwar eine Möglichkeit zu sein, allerdings würde der BVB damit einen schweren Weg einschlagen.

Denn Stöger ist gerade einmal eine Woche beim BVB. Am Dienstag schaffte er mit seiner Mannschaft endlich einen Sieg. Gegen Hoffenheim soll der Nächste folgen. Und was ist, wenn Stöger mit den Borussen so richtig erfolgreich ist? "Ich weiß nicht, wer irgendwann einmal nach mir kommen könnte. Vielleicht weil wir bis zum Sommer erfolgreich sind oder vielleicht schon früher, weil ich nicht erfolgreich bin mit meinem Team", sagte der Österreicher am Donnerstag. Damit spricht er zwei mögliche Szenarien an, die die Verantwortlichen beim BVB bedenken müssen.

Wie entscheidet Borussia Dortmund

Sollte Stöger nämlich die Saisonziele erreichen oder sogar übertreffen, wäre eine Trennung von dem möglichen Erfolgstrainer ein Politikum. Stöger schickt sich nämlich schon jetzt an, kräftig Pluspunkte bei den Fans zu sammeln. Nach dem Sieg in Mainz sangen einige Anhänger vom "Stöger Wonderland". Andere fühlen sich von der Art an den frühen Jürgen Klopp erinnert. Daraus entstand damals eine wohl unvergleichliche Erfolgsserie. Stöger könnte das beim BVB ebenfalls schaffen. Zumindest menschlich hinterließ er beim 1. FC Köln nämlich einen herausragenden Eindruck.

Sollte Stöger allerdings scheitern und die BVB-Bosse hätten sich mit keiner Alternative beschäftigt, könnte das den Verantwortlichen genauso vor die Füße fallen. Auf Anhieb einen Cheftrainer finden, der eine neue Ära begründen soll, ist schließlich alles andere als einfach. Das erlebten die Dortmunder zuletzt mit Thomas Tuchel und Peter Bosz.

Peter Stöger Borussia Dortmund Bundesliga 12/12/2017
Vertrag bis zum Sommer beim BVB: Peter Stöger

Nagelsmann scheint solch eine Rolle zugetraut zu werden. Auch wenn seine bei Hoffenheim bevorzugte Taktik zuletzt unter Bosz bei den Dortmunder Spielern nicht funktionierte. Nagelsmann lässt ähnlich wie Bosz früh Anlaufen, spielt mit einer Dreierkette. Damit kamen die Spieler nicht klar. Einen größeren Umbruch im Kader, der vielleicht auf einen neuen Trainer zugeschnitten werden könnte, soll es laut Watzke zudem nicht geben.

Aber vielleicht ist das Thema Nagelsmann ohnehin schon vor dem Anpfiff der Partie in Dortmund ganz vom Tisch. Hopp kündigte nämlich gegenüber der Funke Mediengruppe an, dass er seinen Trainer nicht ziehen lassen wird. "Julian weiß, dass wir darauf bestehen, dass der Vertrag, den wir mit ihm geschlossen haben, erfüllt wird. Bis zum 30. Juni 2019 bleibt er in Hoffenheim."

Schließen