Borussia Dortmund nach Derby-Pleite weiter in der Krise

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Die verdiente Derby-Niederlage auf Schalke war ein Offenbarungseid. Jetzt muss Borussia Dortmund sogar um die Champions League bangen.

Nach einem verkorksten Sonntag und der Abfuhr im Revierderby bei Schalke 04 begann für Borussia Dortmund die neue Woche nicht besser. Mit seiner beim 0:2 erlittenen Sprunggelenksverletzung fällt Torjäger Michy Batshuayi, so das ohne eine genaue Diagnose verfasste BVB-Bulletin am Montagnachmittag, "wahrscheinlich für den Rest der Saison aus". Als ob die Dortmunder nicht schon genug Sorgen hätten...

Keine 24 Stunden vor dem neuen Nackenschlag hatte Hans-Joachim Watzke mit versteinerter Miene die Schalker Arena verlassen. Die Derby-Schmach hatte dem BVB-Geschäftsführer sichtlich zugesetzt, und ausgerechnet der Kapitän machte ihm keine Hoffnung auf Besserung. "Wir werden es in dieser Saison nicht mehr richtig geändert bekommen", sagte Marcel Schmelzer nach der völlig verdienten Niederlage beim Erzrivalen.

Schmelzer nach Schalke-Pleite ratlos

Die BVB-Vorstellung war ein Offenbarungseid - wieder einmal. Spielerisch schöpfte die Mannschaft von Trainer Peter Stöger ihr Potenzial nicht einmal annähernd aus, zudem erteilten die Schalker den Dortmundern eine Lehrstunde in Sachen Willen, Emotionen und Leidenschaft. "Man kann nur schwer sagen, woran es liegt", sagte ein ratlos wirkender Schmelzer mit leiser Stimme.

Vier Spieltage vor Saisonende muss der achtmalige deutsche Meister um das Minimalziel Champions League bangen. Der Vorsprung auf Rang fünf beträgt zwar noch vier Punkte, doch die Form ist rückläufig und das Restprogramm hat es in sich. "Dort müssen wir anders auftreten", sagte Marco Reus mit Blick auf Gegner wie Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim.

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In diesen Wochen geht nicht nur Batshuayi, sondern der gesamte Verein am Stock. In der Europa League gab es das blamable Achtelfinal-Aus gegen Salzburg, in der Liga eine 0:6-Klatsche in München, und nun der enttäuschende Auftritt im für die Fans wichtigsten Spiel der Saison.

Im Anschluss geloben die Spieler immer Besserung und äußern sich durchaus selbstkritisch, doch dann ergeben sie sich ebenso regelmäßig in ihr Schicksal. "Die Lage wird immer schwieriger", sagte Innenverteidiger Ömer Toprak: "Wenn es einen Schalter geben würde, würden wir ihn umlegen."

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Stöger-Abschied am Saisonende wahrscheinlich

Diesen Schalter haben aber weder die Spieler noch Stöger gefunden. Der Abschied des Österreichers am Saisonende wird daher immer wahrscheinlicher, Lucien Favre gilt weiterhin als Favorit als Nachfolger. Einzig denkbares Szenario für einen Verbleib Stögers: Wunschkandidat Julian Nagelsmann steht erst ab 2019 zur Verfügung und bis dahin wird ein Platzhalter benötigt.

Doch Stöger wirkt frustriert. In der Dortmunder Mannschaft stimmt es nicht. Es mangelt an Führungsspielern. Torhüter Roman Weidenfeller prangerte zuletzt im kicker-Interview Egoismus und eine fragwürdige Mentalität innerhalb des Kaders an, der im Sommer runderneuert werden soll.

Zudem schieben einige vermeintliche Leistungsträger Frust. Julian Weigl drückt seit Wochen die Bank und Mario Götze wurde auf Schalke trotz harmloser Offensive erst in der 86. Minute eingewechselt. "Mario ist ein talentierter Spieler, ein guter Spieler", sagte Stöger im Anschluss und erklärte den Verzicht auf den WM-Helden mit dem "Faktor Vertrauen" für elf andere Profis. Götzes Gesichtsausdruck ähnelte beim Verlassen der Arena dem von Watzke

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