Borussia Dortmund in der Champions League: Druck oder befreites Aufspielen?

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Borussia Dortmund will in der Champions League überwintern. Ein Sieg gegen APOEL Nikosia ist Pflicht. Aber von Druck wollen die Spieler nichts wissen.

Die Einschätzung von Marcel Schmelzer vor der Partie gegen APOEL Nikosia kam genauso überraschend wie seine Teilnahme am Flug nach Zypern. Dieses Spiel sei für Borussia Dortmund "kein Endspiel" und er und seine Mitspieler würden auch keinen "besonderen Druck" verspüren, sagte der Kapitän. Dabei ist der BVB gegen APOEL zum Sieg verpflichtet, will er im Kampf ums Überwintern in der Champions League noch ein Wörtchen mitreden. Gegen Real Madrid und die Tottenham Hotspur setzte es nämlich Niederlagen.

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Die Erklärung Schmelzers gibt am Ende dann doch Aufschluss. "Wir haben in der Champions League keinen guten Start hingelegt und wollen das Spiel unbedingt gewinnen", sagte er. Und Druck spüre er nicht, "weil es unser Anspruch ist, die beiden Spiele gegen Nikosia zu gewinnen. Dadurch wird der Druck nicht höher!" In der Tat sollte der BVB eine No-Name-Mannschaft wie die von APOEL durchaus schlagen dürfen. Gegen die vermeintlich kleinen Teams funktionierte es in dieser Saison ja bisher auch ganz gut.

BVB will "mutiger spielen"

Nur gegen die großen Kaliber taten sich die Borussen schwer. Am Samstag verlor der BVB erstmals seit 41 Partien wieder zuhause. Auch gegen Real und die Spurs wurden dem Team von Peter Bosz die Grenzen aufgezeigt. Der Supercup gegen den FC Bayern ging zudem im Elfmeterschießen verloren. Nicht wenige unken deshalb bereits, Borussia Dortmund sei trotz aller Dominanz gegen den 1. FC Köln oder Borussia Mönchengladbach gegen Spitzenteams eben doch nicht gut genug.

Das lag vor allem daran, dass sich die Abwehr immer wieder zu löchrig zeigte. Harry Kane, Gareth Bale oder Yussuf Poulsen hatten oft zu viele Räume, die diese zu nutzen wussten. Selbst gegen den Hamburger SV, den man mit 3:0 schlug, offenbarte die Hintermannschaft eine gewisse Anfälligkeit. Das soll sich auf Zypern ändern, wenn es nach Sportdirektor Michael Zorc geht. Er fordert "Aggressivität, mehr Robustheit in den Zweikämpfen, mehr Aktivität auch im eigenen Ballbesitz" und vor allem eines: "Mutiger spielen."

Zumindest verbal sind die Dortmunder schon in einer mutigen Verfassung. "Wir fahren als Favorit dort hin und müssen dem gerecht werden", sagte Zorc und Ömer Toprak, Dortmunds Innenverteidiger, pflichtete ihm bei: "Wir wissen, dass wir unsere Punkte jetzt holen müssen. Wenn wir unseren Fußball spielen, sollte das gelingen." Etwas zurückhaltender gab sich Trainer Bosz: "Wir haben zweimal verloren und sind hier, um zu gewinnen. Aber den Sieg braucht APOEL auch."

Statistik spricht für Borussia Dortmund

Dennoch ist vom Niederländer erneut seine gewohnte Taktik mit einer hochstehenden und früh pressenden Viererkette zu erwarten. Mit einer ähnlichen Spielweise sicherten sich die Tottenham Hotspur am vergangenen Champions-League-Spieltag einen 3:0-Sieg gegen die Zyprioten. Und diese verfügen bekanntlich nicht ganz über das Spielermaterial, das die Anfälligkeit der Dortmund so effektiv ausnutzen könnte wie Real Madrid oder die Londoner, die den BVB zum Auftakt der Gruppenphase schlugen.

Marcel Schmelzer, Mario Götze, Borussia Dortmund, 09212016
Vielleicht wieder zusammen auf dem Platz: Marcel Schmelzer (links) und Mario Götze

Und die Statistik der deutschen Teams gegen APOEL dürfte dem BVB durchaus Mut machen. Sieben von acht Spielen verloren die Zyprioten gegen deutsche Mannschaften. Einzig in der Saison 1980/81 schlug der Klub den BFC Dynamo aus Berlin. Das ist aber schon lang her. Und auch der letzte große Erfolg in der Königsklasse ist inzwischen sechs Jahre her, als man überraschend das Viertelfinale erreichte. Stattdessen tat sich der zypriotische Rekordmeister schon in der Qualifikation zur Gruppenphase gegen kleine Vereine wie den FC Dudelange aus Luxemburg schwer. Deshalb verfolgt der BVB ein Ziel: "Wir wollen auch in der Königsklasse in die Spur kommen. Auch wenn wir wissen, dass es schwierig wird", sagte Julian Weigl.

Dafür sind Siege heute und am 1. November im heimischen Signal-Iduna-Park Pflicht. Das weiß auch Weigl. "Wenn wir noch eine Chance auf das Weiterkommen haben wollen, müssen wir in Nikosia gewinnen", sagte er. Also hat der BVB doch zumindest etwas Druck, wenn er heute in der Hauptstadt Zyperns auf APOEL trifft. Auch wenn Schmelzer versuchte, diesen wegzuschieben. So ganz gelingen dürfte ihm das allerdings nicht. Denn zumindest in der Europa League will der BVB nach den zwei Auftaktniederlagen überwintern - und selbst dafür müssen gegen den Außenseiter sechs Punkte her.

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