Bayer Leverkusen: Abschied von Stefan Kießling verdrängt Enttäuschung über verpasste Königsklasse

Kommentare()
Getty Images
Der emotionale Abschied von Publikumsliebling Stefan Kießling verdrängte bei Bayer Leverkusen die Enttäuschung über die verpasste Champions League.

HINTERGRUND

Mit einem roten Kopf und Tränen in den Augen kletterte Stefan Kießling auf den Zaun in der Nordkurve. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Mir fehlen die Worte. Für mich war das hier eine unvergessliche Zeit", presste der gefeierte Publikumsliebling nach seinem letzten Bundesligaspiel und zwölf Jahren in Leverkusen mit Mühe und zittriger Stimme über das Stadionmikro aus sich heraus, ehe die Fans wiederholt skandierten: "Es gibt nur ein' Stefan Kießling."

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol' Dir jetzt Deinen Gratismonat!

Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt beim 3:2 (2:0)-Sieg gegen Hannover 96 schienen die Bayer-Fans die nur aufgrund der um drei Treffer schlechteren Tordifferenz verpasste Champions-League-Teilnahme durch das Karriereende Kießlings glatt zu vergessen. Von Enttäuschung auf den Rängen war keine Spur. Schon vor der Partie hatten die Fans ihren Stürmer mit einer riesigen Choreo und einem Spruchband ("Typen wie du sind im Profifußball schwer zu finden. Du bist eine Legende - für immer!") geehrt.

"Auch wenn wir die Champions League nicht geschafft haben, die Mannschaft hat diese Saison eine riesige Leistung gebracht. Ich bin stolz darauf, bei diesen jungen Hühnern noch mitspielen zu dürfen", sagte "Kieß", als er seine Emotionen wieder ein wenig besser im Griff hatte.

Leverkusen kaum zu stoppen

So bleibt für Bayer mit Platz fünf das Minimalziel Europa League. "Eines ist klar, wir werden den deutschen Fußball in der Europa League so vertreten, wie es sich gehört", sagte Leverkusens Sportchef und künftiger Geschäftsführer Sport, Rudi Völler.

Die Werkself zeigte eine starke Leistung gegen die Niedersachsen und überrollte den Gegner förmlich. Zur Pause hätte es deutlich höher als das 2:0 durch den Doppelpack von Lucas Alario (3./18.) stehen müssen. Wendell schoss schon nach sechs Minuten einen Foulelfmeter fahrlässig neben das Tor.

In der 83. Minute kam Kießling dann für Kapitän Lars Bender in die Partie und schnappte sich sofort den Ball zum Elfmeter, doch Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) revidierte seine ursprüngliche Foulelfmeter-Entscheidung nach Ansicht der Videobilder. 

Stefan Kießling-Leverkusen-12052018

Karriere-Highlights auf Videowand

So wurde es doch nichts mit dem 163. Treffer im 444. Spiel von Kießling für die Werkself. "Das Märchen hätte man einfach mal zulassen müssen", sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich mit einem Augenzwinkern nach dem Spiel.

Nach den späten Treffern der Gäste durch Niclas Füllkrug (90.+1) und Martin Harnik (90.+4) ging es auf der Leverkusener Achterbahn der Emotionen wieder bergab. Kießlings erster Weg nach Abpfiff führte ihn zu seinen Kindern. Im Stadion liefen die Highlights seiner Karriere auf der Videoleinwand, als die Mannschaft komplett in roten Kießling-Shirts gekleidet vor der Nordkurve für ihre Nummer elf Spalier stand und Kießling mit feuchten Augen vor der Nordkurve trat. Er wird dem Verein auch künftig erhalten bleiben, in welcher Funktion auch immer.

Schließen