Bastian Schweinsteiger im Goal-Interview: "Neymar wollte mein Trikot"

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In Chicago fühlt sich Bastian Schweinsteiger sichtlich wohl. Er spricht über Bayerns Aus in den Pokalwettbewerben und seinen Schritt in die USA.

Nach seinem Wechsel zu Chicago Fire lief es für Bastian Schweinsteiger in der MLS auf Anhieb gut. Er glänzte als Torschütze und die ersten Partien endeten mit Siegen. Auch wenn es aktuell ein kleines Tief gibt: In den USA ist der Weltmeister ein gefeierter Star, der unter anderem schon eine Partie des NBA-Klubs Chicago Bulls besuchte und in dieser Woche ein Spiel des World-Series-Gewinners Chicago Cubs eröffnete.

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Goal traf Schweinsteiger in den Staaten zum Interview und sprach mit ihm über die Situation bei den Bayern, mehr deutsche Spieler in der MLS sowie seine besondere Beziehung zu Barcelonas Starstürmer Neymar.

Ihr Ex-Verein Bayern München hat die ganz großen Saisonziele diesmal verpasst. Wie bewerten Sie die Spielzeit?

Schweinsteiger: Bayern München ist für mich im Moment einer der Top-Drei-Klubs der Welt. Es ist nicht einfach, wenn du in der Champions League verlierst. Oder wenn du im Pokal verlierst. Ich weiß, wie es sich anfühlt … Bayern ist natürlich trotzdem ein großer Klub. Und meiner Meinung nach brauchen sie keine Übergangsphase. Sie haben großartige Spieler, sie haben alle Voraussetzungen. Manchmal entscheiden in solchen Spielen, wenn Real Madrid, Barcelona, Bayern oder Juventus gegeneinander spielen, kleine Details. Sie machen den Unterschied, ob man gewinnt oder nicht. Ich war auch unglücklich, als sie gegen Real verloren haben. Oder als sie gegen Borussia Dortmund verloren haben. Aber sie sind Meister in der Bundesliga, was in meinen Augen auch sehr gut ist. Aber ich bin sicher, dass sie in den nächsten zwei oder drei Jahren die Champions League erneut gewinnen werden.

Phillip Lahm, ein guter Freund von Ihnen, tritt zurück. Haben Sie schon mit ihm gesprochen, ihn vielleicht gefragt, ob er Ihnen in den USA Gesellschaft leisten will?

Schweinsteiger: Ja, wir schreiben uns Nachrichten. Er ist ein großer Spieler, aber er wird zurücktreten. Ich weiß, dass er keiner ist, der seine Meinung ändert. Es gibt also keine Chance, ihn zu Chicago Fire zu lotsen, aber er ist immer willkommen in Chicago. Wir können Golf gegeneinander spielen, das macht immer Spaß. Vielleicht hat Thomas Müller auch Zeit, dann wird das einen schöner Tag.

Haben Sie die Bayern vor drei Jahren verlassen, weil Sie dort alles erreicht hatten?

Schweinsteiger: Ich war an einem Punkt, an dem ich mich darauf gefreut habe, etwas Neues zu erleben. Ich hatte immer im Kopf, für (Manchester, Anm. d. Red.) United zu spielen. Es war zu einer Zeit, als wir in München all unsere Ziele erreicht hatten. Ich erinnere mich an meine Anfänge in München. Vor der Saison konnten wir nicht sagen, dass wir die Champions League gewinnen wollen. Mein Ziel war es, dem Klub zu helfen, gemeinsam mit anderen Spielern natürlich, auf ein neues Level zu kommen, auf dem man vor der Saison sagen kann, dass man die Champions League gewinnen will. Wir haben das Triple mit Bayern gewonnen. Vorher hatten wir das Champions-League-Finale zweimal verloren. Wir waren ganz oben. Es war ein Moment, in dem ich, ja, in dem ich eine neue Herausforderung gesucht habe. Also wechselte ich zu United, was immer ein Traum von mir war. Es ist lustig, dass ich jeden Schritt gemacht habe, den ich mir vorgestellt hatte. Jetzt versuche ich, so gut wie möglich dem Klub zu helfen (Chicago Fire, Anm. d. Red.) und freue mich auf jeden einzelnen Tag.

Glauben Sie, dass jetzt mehr Deutsche die MLS schauen?

Schweinsteiger: Ich denke schon, ja. Die MLS wird in Deutschland auf Eurosport gezeigt, also ... Mir schreiben viele Spieler und fragen: "Wie ist es?" Ich habe das Gefühl, dass, wenn die MLS Fortschritte macht, auch mehr deutsche Spieler rüberkommen werden.

Stimmt es, dass sie gut mit Barcelonas Stürmer Neymar befreundet sind?

Schweinsteiger: Ja, ich bin ehrlich gesagt auch ein ziemlicher Fan von Neymar. Nicht nur wegen seines Spielstils, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit. Wir haben uns über Dante kennengelernt, der mit ihm in der Selecao spielte. Er wollte ein Trikot von mir haben, also habe ich Dante eines von mir mitgegeben. Immer, wenn wir gegeneinander gespielt haben, hatten wir sehr viel Respekt voreinander. Ich erinnere mich auch daran, als wir 2014 die WM in Brasilien gewonnen haben, habe ich ihn während meines Urlaubs zufällig getroffen. Also haben wir ein paar Tage zusammen verbracht, was echt Spaß gemacht hat. Er ist ein netter Kerl, ein typischer Brasilianer. Er hat ein gutes Herz, ist ein super Typ. Zudem für mich im Moment einer der besten Spieler.

Also hat er Ihnen das 7:1 zwischen Brasilien und Deutschland nicht übel genommen?

Schweinsteiger: Nein, nein. Er hat ja nicht mitgespielt. Leider war er verletzt. Es ist für ihn nicht einfach, weil ganz Brasilien sich darauf freut, einen neuen Ronaldo oder Ronaldinho zu haben. Ich denke, mit Neymar haben sie einen Spieler, der all diese Ziele erfüllen kann und ich hoffe das Beste für ihn. Ich hoffe, dass er eines Tages Weltfußballer wird und wünsche ihm nur das Beste.

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