Balotelli exklusiv: "Deutschland war 2012 kompakter"

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Der italienische Stürmer muss bei der EM von zuhause zuschauen. Er vergleicht Deutschland 2016 mit Deutschland 2012 und nennt den aus seiner Sicht besten EM-Spieler.

Mario Balotelli ist während der EM für Goal als Kolumnist aktiv. Der Stürmer wird die EM in Frankreich mit seinen Einschätzungen begleiten - seine Kolumne wird unterstützt von PUMA Football.

Vor dem Duell zwischen Frankreich und Deutschland Wales spricht der Offensivmann über seine EM-Favoriten und den Garanten für den bisherigen Erfolg Frankreichs.

Sie haben auf Instagram geschrieben, dass Italien im Viertelfinale auf einem Niveau mit "dem stärksten Team" gespielt habe. Ist für Sie Deutschland jetzt der Titelfavorit bei der EM?

Mario Balotelli: Objektiv gesehen, ja. Aber ich persönlich hoffe, dass Frankreich den Titel holt, denn ich will, dass sich mein Freund Pogba durchsetzt.

Welche Mannschaft ist stärker: Deutschland 2012 oder Deutschland 2016?

Balotelli: Das kann ich nicht genau sagen. Aber ich kann sagen, wie ich das im Fernsehen sehe, doch das ist ganz anders, als wenn man auf dem Platz steht. Deutschland 2012 scheint mir etwas stärker als das aktuelle Team zu sein. Aber Deutschland ist trotzdem natürlich gut. Es geht nur um die kleinen Dinge, die Details: Das Team, mit dem wir es 2012 zu tun hatten, war kompakter. Aber Deutschland ist auch diesmal wirklich gut.

Wie schätzen Sie Pogbas bislang gezeigte Leistungen bei der EM ein?

Balotelli: Genau wie Ronaldo auch hat er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er steht im Halbfinale, also heißt das, dass er und seine Teamkollegen es mehr als ordentlich gemacht haben. Denn wenn man als Mannschaft auftritt und gewinnt und das Halbfinale erreicht, darf niemand meckern.

Wer ist für Frankreich der entscheidende Spieler: Griezmann, Payet oder Pogba?

Balotelli: Alle drei, denn sie machen jedes Spiel.

Wer wird am Ende zum besten Spieler der Turniers gewählt?

Balotelli: Ich weiß nicht. Nach dem, was ich gesehen habe, würde ich Payet sagen. Er hat gut gespielt und ist von Beginn an entscheidend gewesen. Aber ein Spiel kann schon alles ändern. Deshalb müssen wir die letzten Spiele noch abwarten.

Wer ist bislang die größte Enttäuschung der EM?

Balotelli: Es gibt keine Enttäuschungen. Die Teams, die in Frankreich dabei waren, haben es sich verdient. Jeder hat seinen Fußball gespielt. Im Fußball kommt es auch auf Glück an, nicht immer kann man sich alles verdienen. Niemand hat mich enttäuscht, aber einige haben mich überrascht - so wie Island. Ihnen kann man nur gratulieren. Zehn Prozent der Bevölkerung waren in Frankreich, um die Mannschaft zu unterstützen. Das ist Wahnsinn. Island hat bewiesen, dass sie zurecht bei der EM mit dabei waren.

Haben sie mit Englands Scheitern gerechnet?

Balotelli: Ich hab nicht erwartet, dass England auf diese Art und Weise ausscheidet, denn in ihrem Team haben sie einige der besten Spieler.

Wer gewinnt am Ende den EM-Titel?

Balotelli: Der Beste soll gewinnen. Germany hat Jerome Boateng, den unterstütze ich. Aber Frankreich hat meinen Freund Pogba. Bei Wales und Portugal waren Bale und Ronaldo mit dabei. Ich kann nicht sagen, wer sich am Ende durchsetzen wird. Das Team, das den besten Fußball spielt, hat es am Ende verdient.

Das Interview mit Mario Balotelli entstand in Zusammenarbeit mit PUMA Football

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