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EM 2016

Italien unter Antonio Conte: Das sind die Hoffnungsträger

16:30 MESZ 09.09.14
ITALY GFX
Nach dem WM-Aus in Brasilien wurde so manches heiß diskutiert. Mit Antonio Conte haben die Azzurri mittlerweile einen frischen Trainer - aber auf wen kann der Coach zählen?

ANALYSE
Von Rafael Corradino

Die Enttäuschung nach dem Aus in Brasilien war groß. Viele der Superstars hatten nicht überzeugt, aber mit dem 2:0-Sieg gegen die Niederlande hat Italien Selbstvertrauen getankt. Antonio Conte ist der Trainer, in den die Fans der Azzurri ihre Hoffnungen setzen. Auf dem Platz hingegen gibt es neue wie alte Hoffnungsträger. Goal zeigt Euch, auf wen die Italiener setzen.

Ob Gianluigi Buffon auch 2016 noch auf höchstem Niveau spielen wird, ist schwer zu sagen. Dass er nicht zurückgetreten ist, deutet stark darauf hin, dass er selbst an seinen Körper und seine Qualitäten glaubt - allerdings könnte er sich auch als psychische Stütze für seine jungen Nachkömmlinge interpretieren. Mattia Perin und Simone Scuffet können vom viermaligen Welttorhüter noch viel lernen. Buffon ist mittlerweile zwar nur noch der geheime, der stille Hoffnungsträger in der italienischen Mannschaft, aber mit seiner Erfahrung noch immer eine wichtige Stütze für Trainer und Spieler.

Fester Baustein in der Defensive: Leonardo Bonucci

In der Abwehr wusste Bonucci abermals zu überzeugen. Der Verteidiger von Juventus Turin lieferte nicht nur defensiv eine tadellose Leistungs ab, sondern bereitete mit seinem weiten Ball in die Spitze auch das 1:0 durch Ciro Immobile vor. Auf eben diese Pässe wird Conte, der den 27-Jährige als Trainer der alten Dame formte, auch in Zukunft zählen. Auf dem aktuellen Niveau kann Bonucci noch gut bis zur WM 2018 in Russland weiterspielen.

An seiner Seite wird auch Giorgio Chiellini seinen Platz finden, zumindest bis zur EURO 2016. Wer im 3-5-2 den übrigen Platz belegen wird, ist noch unklar. Davide Astori und Andrea Ranocchia sind nach dem erfolgreichen Auftakt gegen die Niederlande die ersten Alternativen - ob Andrea Barzagli mit seinen 33 Jahren in den Plänen von Conte noch eine Rolle spielt, ist hingegen fraglich. Auch Angelo Ogbonna ist ein heißer Kandidat: Sollte er bei Juventus seine Chance bekommen, stünde Conte eine eingespielte Dreierkette zur Verfügung, auf die Fans der Azzurri absolut zählen könnten.

Die Leistungsträger im Mittelfeld: Daniele De Rossi und Marco Verratti

Dass De Rossi auch weiterhin eine wichtige Rolle in der italienischen Mannschaft einnehmen wird, steht außer Frage. Der Mittelfeldspieler vom AS Rom steht auch mit 31 Jahren noch voll im Saft und ist defensiv wie offensiv eine Bereicherung. Durch seine Zweikampfstärke könnte er gar die Rolle als Libero in der Dreierkette einnehmen - gegen die Niederlande stand er über die gesamte Spielzeit gesehen durchschnittlich ähnlich tief wie Innenverteidiger Bonucci (zum Widget). Allerdings wird Conte kaum auf De Rossis Qualitäten als Ballverteiler und Abräumer vor der Defensive verzichten wollen.

Wie wichtig Verratti für Italien sein würde, wurde nicht zuletzt bei der fatalen 0:1-Niederlage gegen Uruguay im dritten WM-Gruppenspiel deutlich. Bis zu seiner Verletzung war der erst 21-Jährige der beste Mann auf dem Platz. Bei Paris Saint-Germain sorgt er seit nunmehr über einem Jahr für die Kreativität aus der Tiefe. Vor allem aber sein Potenzial macht ihn so wertvoll: In den kommenden zwei Jahren kann er zu einem der stärksten Spieler der Welt reifen. Seinen Platz im Mittelfeld neben De Rossi hat er sicher - Verratti ist der vielleicht wertvollste Hoffnungsträger der Azzurri.

Bis 2016 wird Conte wohl auch auf den derzeit verletzten Andrea Pirlo setzen. Ähnlich wie Gigi Buffon könnte aber auch Pirlo die Fäden im Hintergrund ziehen und als Lehrmeister auf dem Trainingsfeld fungieren. Seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft hatte der 35-Jährige jedenfalls revidiert. Beim großen Europa-Turnier sind aber möglicherweise andere Spieler die erste Wahl.

Mario Balotelli ist noch nicht abgeschrieben

"Man muss sich eine Nominierung verdienen", erklärte Antonio Conte auf der Pressekonferenz zum Spiel gegen die Niederlande. Dass Balotelli in Brasilien bis auf sein Tor gegen England blass aussah und insbesondere gegen Uruguay lust- und leblos auftrat, steht außer Frage. Seine Nichtnominierung dürfte aber auch mit der Sperre für die EM-Qualifikation zusammenhängen. Seine erste Partie für den FC Liverpool zog jedenfalls nur positive Reaktionen nach sich - gegen Tottenham spielte er aufopferungsvoll und zeigte den Spieler in sich, den viele Fans seit Monaten vermissten.

Und Balotelli muss tatsächlich alles geben - nicht nur, weil es seine letzte Möglichkeit bei einem Spitzenklub sein könnte - sondern vor allem, weil so manch junger Stürmer seine Chance gewittert hat. Gegen die Oranje überzeugten Simone Zaza und Ciro Immobile Fans und Trainer. Der BVB-Angreifer erzielte das 1:0, Zaza holte den Elfmeter zum 2:0 nur De Rossi raus. Hinter ihnen lauern noch weitere Optionen: Stephan El Shaarawy soll beim AC Mailand wieder durchstarten, Lorenzo Insigne gilt seit geraumer Zeit als großes Talent im italienischen Fußball - aktuell sind ihnen Spieler wie Domenico Berardi  Auf ihnen liegen die Hoffnungen in Italien.

Die Hoffnungen der italienischen Fans liegen aber auch auf den Vereinen. Sie sollen dem jungen Nachwuchs eine Chance geben, damit dieser sich entfalten kann. Sie sollen neue Stadien bauen, um attraktiver für Investoren zu werden, um möglicherweise eine Europa- oder Weltmeisterschaft an Land zu ziehen. Die Vereine sollen die Ticketpreise senken, damit sich wieder jeder den Stadionbesuch leisten kann. Die Wirtschaftskrise hat Italien besonders hart getroffen - das Nord-Süd-Gefälle ist stärker denn je. Fußball ist für viele Menschen der einzige Trost - und deshalb sind italienischen Hoffnungsträger so wichtig.

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