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Ligue 1

Auf Talente setzen: Pietro Pellegri ist das Sinnbild für Monacos neuen Plan

14:00 MEZ 02.02.18
Pietro Pellegri Genoa
Der Klub hat sich mit seiner Rolle als Ausbildungsverein für Europas Große abgefunden - und deshalb ist er ein attraktives Ziel für Mega-Talente.

Es ist noch gar nicht so lange her, da sorgte Monaco auf dem Transfermarkt für großes Aufsehen, als der Klub Riesensummen für Spieler wie James Rodriguez und Radamel Falcao auf den Tisch legte. Die Transferperiode im Januar jedoch verlief nun im Stade Louis II ganz ruhig.

Einige Spieler wurden ausgeliehen, nur Guido Carillo wurde vom amtierenden Meister der Ligue 1 verkauft. Sein Ersatz ist nun der junge italienische Stürmer Pietro Pellegri, der den kurzen Weg über die Grenze aus dem nur 200 Kilometer entfernten Genua auf sich nahm.

Im Vergleich dazu war es im Sommer richtig hektisch bei Monaco gewesen. Mit Deals wie der Leihe von Kylian Mbappe an Paris Saint-Germain, die im Sommer zu einem Kauf für eine Ablösesumme in Höhe von 160 Millionen Euro ohne Boni wird, hat Monaco so viel eingenommen wie noch kein anderer Klub in einer Transferperiode zuvor. Der Verein, der kurz zuvor noch für seine exorbitanten Ausgaben kritisiert worden war, bekam mehr als 360 Millionen Euro für seine Spieler.

Die Verpflichtung Pellegris, dem 16-jährigen Angreifer von Genoa, ist nun das Sinnbild für die Herangehensweise des Klubs in letzter Zeit. Billig kaufen, teuer verkaufen - das ist die Strategie, die Monaco verfolgt. Es geht also vor allem darum, junge Spieler mit Potenzial zu entdecken und sie später mit Gewinn wieder abzugeben.

Benjamin Mendy, Bernardo Silva und Tiemoue Bakayoko, die im Sommer an Manchester City und Chelsea abgegeben wurden, sind Erfolgsbeispiele für diese Strategie, denn sie wurden für finanzstärkere Klubs erst in Monaco interessant.

Andere wie Jemerson, Djibril Sidibe, Fabinho und vor allem Thomas Lemar sind noch da und könnten den Klub im kommenden Sommer verlassen, wenn er neut ein Umbruch ansteht. Lemar kam für nur vier Millionen Euro aus Caen - und sollte jetzt etwa das Zwanzigfache dieses Preises einbringen, falls er den Verein von der Cote d'Azur verlässt.

Aber Monaco schaut schon viel weiter in die Zukunft und blickt nicht mehr auf den Kader der Saison 2016/17, der mit seinem tollen Offensivfußball für Furore sorgte und das Team bis ins Halbfinale der Champions League brachte. Eine neue Truppe entwickelt sich gerade und wird geformt. Auch wenn das Team noch nicht so erfolgreich spielt wie jenes von vor einem Jahr, geht es für den Klub aber erneut um einen Platz unter den besten drei Teams in der Liga.

Im vergangenen Sommer bemühte sich Monaco um zahlreiche vielversprechende Talente. Der bekannteste Name war dabei Anderlechts Youri Tielemans, dessen Entwicklung etwas von wiederkehrenden Verletzungsproblemen gebremst wurde. 

Auch der hochgehandelte Stürmer Keita Balde aus dem Senegal kam von Lazio und hat bislang schon sechs Tore in der Ligue 1 erzielt. Mit einer Ablösesumme in Höhe von 30 Millionen Euro war er ziemlich teuer, aber mit seinen 22 Jahren kommt er nun in die Phase seiner Karriere, in der sein Marktwert explodieren könnte.

Es sind die Spieler, die noch nahezu unbekannt sind, die dem Klub die größten Gewinne einbringen - so wie Benjamin Mendy zuletzt.

Der Verein erwartet sich einiges von Adama Diakhaby, der aus der Talentschmiede von Rennes stammt, die auch Ousmane Dembele hervorgebracht hat. Der 21-Jährige ist ihm von den Qualitäten her ähnlich, denn auch er spielt auf Außen, ist schnell und macht Tore, auch wenn er noch nicht so weit entwickelt ist wie Dembele.

Monaco sieht es nun als Aufgabe des Klubs an, die Schwäche zu beheben und den Spieler anschließend an einen noch größeren Verein abzugeben. Die ersten Schritte der Entwicklung sind schon sichtbar, denn Diakhaby hat schon ein paar Tore für Monaco erzielt.

Das Formen der Talente geschieht dabei natürlich nicht nur in der ersten Mannschaft. Mbappe, der am heißesten gehandelte Teenager der Fußball-Welt, legte den langen Weg durch die Jugendabteilung des Vereins zurück, wo auch jetzt schon wieder vielversprechende Talente kicken.

In der "Abschlussklasse" der AS Monaco befindet sich auch Jordi Mboula, der ehemalige Flügelspieler des FC Barcelona, der ebenfalls im vergangenen Sommer nach Südfrankreich ging. Er glaubte daran, dass er im Fürstentum eher an die Weltspitze herangeführt werden könne als beim souveränen Spitzenreiter aus Spanien. In der Ligue 1 ist er bislang nicht zum Einsatz gekommen, doch in der UEFA Youth League hat er bereits geglänzt.

Neuzugang Pellegri muss wahrscheinlich weniger Geduld als der Spanier aufbringen, auch wenn auf ihn große Herausforderungen warten - und damit sind nicht nur seine Angriffskollegen Keita Balde und Radamel Falcao gemeint.

Pellegri gehört zu den talentierten Teenagern des Klubs neben Moussa Sylla, Nabil Alioui und Pellegris Landsmann Andrea Bongiovanni. Nicht alle von ihnen werden es ganz nach oben schaffen, aber selbst ein kleiner Prozentsatz reicht Monaco, um Gewinn zu machen und das Projekt am Leben zu halten.

Und die Planungen gehen wie immer schon weit voraus. Wilson Isidor von Rennes, ein U17-Nationalspieler Frankreichs, wird bereits als Neuzugang für den Sommer gehandelt und mit Sicherheit wird der Verein noch viele weitere Talente genau beobachten.

Die Ausgaben der AS Monaco sind vielleicht nicht mehr spektakulär, aber inzwischen wird das Geld nachhaltig und erfolgreich angelegt.