News Spiele
Meinung

Aubameyangs Zukunft in Dortmund: Was sind Verträge eigentlich wert?

17:00 MESZ 17.05.17
Pierre Emerick Aubameyang Hans Joachim Watzke Borussia Dortmund 17052017
Pierre-Emerick Aubameyang hat einen langfristigen Vertrag bei Borussia Dortmund. Doch was ist der eigentlich wert? Ein Kommentar.

KOMMENTAR


Nun also China. Seit Wochen wird über einen möglichen Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang spekuliert. Hier heißt es, der Angreifer von Borussia Dortmund sei sich bereits mit Paris Saint-Germain einig, dort ist von einem unmoralischen Angebot aus Fernost die Rede. Auf ein klares Dementi der Schwarz-Gelben warten die Fans des Ruhrpottklubs vergeblich.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol' Dir jetzt Deinen Gratismonat!

Zur Erinnerung: Vor nicht einmal zwei Jahren hat Aubameyang beim BVB einen neuen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Gültig bis 2020.

Dass sich die Spekulationen dennoch so hartnäckig halten, könnte ein weiterer Beleg dafür sein, dass langfristige Verträge im sukzessive zum Geschäft verkommenden Profisport Fußball oftmals kaum noch etwas wert sind. Nach dem Abgang von Mario Götze zum FC Bayern im Sommer 2013 ließ Klubboss Hans-Joachim Watzke verlauten, es werde künftig beim BVB keine Ausstiegsklauseln mehr geben. Man wollte schmerzhaften Abgängen von Leistungsträgern vor Ablauf der Vertragslaufzeit vorbeugen. Warum aber konnte Watzke dann nicht schon längst das Umfeld beruhigen und einen Verbleib Aubameyangs garantieren?

Womöglich auch, weil er mit derlei Versprechungen schlechte Erfahrung gemacht hat. Es sei "völlig ausgeschlossen", dass Henrikh Mkhitaryan, Mats Hummels und Ilkay Gündogan allesamt den Klub verlassen, hatte er im vergangenen Jahr verlauten lassen. Am Ende gingen sie doch alle drei.

Damals, und das ist ein entscheidender Unterschied, war es jedoch eine andere Situation und die richtige Entscheidung, letztendlich zu verkaufen. Das Trio hätte im darauffolgenden Sommer schließlich ablösefrei wechseln können. Aubameyang dagegen hat noch drei Jahre Vertrag.

Wenn man dazu noch bedenkt, welch immensen sportlichen Wert der Gabuner für die Dortmunder hat, müsste ein vorzeitiger Abgang ausgeschlossen sein. Eigentlich.

Es sei denn, die BVB-Bosse haben Aubameyang im Sommer 2015 nur zur Vertragsverlängerung bewegen können, indem sie ihm zugesichert haben, den Verein bei einem guten Angebot verlassen zu dürfen. Wirklich verwunderlich wäre das nicht, ist ein solches Gebaren inzwischen doch durchaus branchentypisch.

Am Ende, so scheint es, sitzen die Spieler und ihre Berater am längeren Hebel. Vereine wie Real, Barca oder Bayern, die seit Jahren in der Lage sind, ihre Topspieler nicht nur mit langfristigen Kontrakten auszustatten, sondern sie auch tatsächlich zu halten, sind die Ausnahme. Dabei ist es doch eigentlich kaum zu verstehen, warum Vereine nicht rigoroser auf die Erfüllung von Verträgen bestehen, warum sie ihre Topspieler nicht an ihre mit dem Arbeitspapier verbundenen Verpflichtungen erinnern und nachhaltig auf Einhaltung pochen können.

Im Fall Aubameyang scheint zumindest noch nichts entschieden. Vielleicht zeigen sich die Dortmunder ja doch noch knallhart, eine Ausnahme wird es aber auch dann bleiben.