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Arsenal nach der Verpflichtung von Aubameyang und Mkhitaryan: Junger Mann zum Mitreißen gesucht

10:00 MEZ 01.02.18
HENRIKH MKHITARYAN ARSENAL 30012018
Die Gunners waren auf dem Transfermarkt sehr aktiv. Aber sind die Schwachstellen des Teams mit den Wechseln auch behoben worden?

HINTERGRUND

Man kann nicht behaupten, dass sich beim FC Arsenal während des Winter-Transferfensters nichts getan hätte. Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang sind neu in London mit dabei, Alexis Sanchez und Olivier Giroud sind Geschichte bei den "Gunners". Darüber hinaus deutet sich auch noch die eher überraschende Vertragsverlängerung von Mesut Özil an. Entscheidungen, die der sonst eher zurückhaltende Verein getroffen hat, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

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Um nichts anderes geht es Arsenal. Wintertransfers können einerseits getätigt werden, um der laufenden Saison noch die entscheidende Wende zum Besseren zu geben. Oder sie sind Teil einer langfristigen Strategie der Kadergestaltung. Beim Team von Trainer Arsene Wenger ist es mit Sicherheit der zweite Aspekt, der im Vordergrund steht.

Denn wenn man sich die Premier-League-Tabelle mit klarem Verstand ansieht, dürfte klar sein, dass der Titel in dieser Saison bei mehr als 20 Punkten Rückstand auf Manchester City schon längst außer Reichweite ist und selbst für die Qualifikation für die Champions League schon acht Punkte aufgeholt werden müssen. Es wird gefühlt höchstens eine durchschnittliche Saison aus Sicht der Arsenal-Fans werden, selbst wenn sich die Mannschaft noch den Titel im Ligapokal oder der Europa League sichern sollte.

Die Transfers und Entscheidungen zielen also mit Sicherheit auf die kommende Saison. Doch sind das die Maßnahmen, die die Gunners entscheidend weiterbringen werden? Eher nicht.

Mkhitaryan, Özil und Aubameyang sind Offensivspieler, zwei Spielmacher und ein Stürmer. "Wir brauchen Leute, die uns mehr Durchschlagskraft im Angriff bringen. Im Moment sind wir im Spiel nach vorne nicht effizient genug", sagte Trainer Arsene Wenger nach dem Auftritt seiner Mannschaft am Dienstag in Swansea. Dabei hätte ein einfacher Blick auf das Ergebnis des Auftritts beim Tabellenletzten gereicht, um zu erkennen, wo das eigentliche Problem des Teams liegt: nämlich in der Defensive.

Arsenal kassiert zu viele Gegentore

Mit 1:3 verlor Arsenal und hat nun in dieser Premier-League-Saison mehr Partien nicht gewinnen können als Siege eingefahren. Mit 34 Gegentoren nach 25 Spielen bewegt sich die Mannschaft, was die defensive Sicherheit angeht, von den Werten her auf Augenhöhe mit Teams wie Newcastle, Brighton und Southampton. Zum Vergleich: Die ersten Drei der Tabelle haben jeweils weniger als 20 Gegentreffer einstecken müssen.

Es mag vielleicht etwas Wenger-typisch sein, dass bei Arsenal der Fokus vor allem auf das schöne, das schnelle, das technisch anspruchsvolle Spiel gelegt wird und nicht auf die solide Abwehrarbeit. Mkhitaryan und Özil sind Vorbereiter, Spieler, die den Ball streicheln und nicht hart abschließen, sind Pass- und Ideengeber. Aber sie sind nicht die Akteure, die das Team mitreißen, die dazwischenhauen, wenn es mal nicht läuft, und die die Mannschaft führen.

Und auch Aubameyang wirkte selbst zu seinen besten Zeiten in Dortmund über weite Strecken mancher Spiele seltsam unbeteiligt, ging nur lustlos in Kopfballduelle oder bot seine Sprints in die Tiefe zu selten an – auch wenn er dann kurze Zeit später auf einmal sein Tor machte.

Natürlich: An einem guten Tag sind die Drei nicht zu halten, zaubern, tricksen und treffen. Aber an einem schlechten Tag, wie dem in Swansea, geben Özil und Mkhitaryan dem Spiel keine Wende mehr. Und genau deswegen sollte sich Arsene Wenger fragen, ob wirklich die richtigen Arsenal-Baustellen im Winter-Transferfenster bearbeitet wurden.

Granit Xhaka erfüllt die Erwartungen bislang nicht

Mit seinen 28 Jahren ist Aubameyang der Jüngste des Offensivtrios, das Arsenal nun voranbringen soll. Perspektivspieler für die kommenden Spielzeiten, von denen man noch große Leistungssprünge erwarten kann, sind auch Mkhitaryan (29) und Özil (29) nicht mehr.

Ein junger Mann, der das Spiel lenkt, der die Defensive entweder im Mittelfeld oder gleich in der Abwehrkette führt, wäre viel eher in London gefragt. Arsenal dachte, dass man genau solch einen Spieler mit Granit Xhaka 2016 verpflichtet hätte. Der Schweizer war trotz seiner jungen Jahre schon Kapitän von Borussia Mönchengladbach und zeigte in der Bundesliga Führungsqualitäten. In der Premier League hatte er aber bislang große Anpassungsschwierigkeiten und war eher Mitläufer als ein Akteur, der vorangeht.

Der echte Leader fehlt der Wenger-Truppe – auch nach den vielen Transfer-Aktivitäten der letzten Tage. Die Defensive, die sich schon seit Jahren als anfällig erweist, ist nicht gestärkt worden. Es sind keine guten Aussichten trotz der vielen zukunftsweisenden Entscheidungen des Klubs. Da ist es ganz egal, ob die Hauptakteure in der Offensive nun ab sofort Aubameyang und Mkhitaryan heißen oder Alexis Sanchez und Olivier Giroud zuvor.