Nach Anti-Abtreibungsprotesten: Vatikan sagt Testspiel ab

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Aufgrund kritischer Botschaften gegenüber der Katholischen Kirche im Vorfeld eines Testspiels sah sich der Vatikan gezwungen, die Partie abzusagen.

Der Vatikan hat ein Freundschaftsspiel mit seiner neuen Frauenmannschaft nach Protesten gegen die Anti-Abtreibungshaltung der Katholischen Kirche abgesagt. Mehrere Spielerinnen des in Wien ansässigen Vereins FC Mariahilf hoben beim Abspielen der Hymne ihre Shirts, unter denen auf Bauch und Rücken geschriebene Botschaften zum Vorschein kamen. 

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"Das Spiel wurde abgesagt, weil wir wegen des Sports hier sind und nicht wegen politischer oder anderer Botschaften", sagte Danilo Zennaro, ein Offizieller des vatikanischen Sportverbandes, im ORF

Rund um das Spiel waren politische Botschaften zu sehen, unter anderem waren die Eckfahnen in Regenbogenfarben gehalten - als Zeichen für Respekt und Akzeptanz sowie die Vielfalt von Lebensformen. "Als Individuen sagen wir, der Vatikan vertritt Werte, die gegen unsere Selbstbestimmung gehen. Das wollen wir nicht unkommentiert unterstützen", sagte eine der Spielerinnen.

Vatikan hatte Frauenteam Anfang des Jahres gegründet

Mariahilf-Obmann Ernst Lackner missfiel die Aktion seiner Spielerinnen: "Das war der falsche Zeitpunkt und der falsche Ort, um auf das hinzuweisen, wie ihr Leben sein sollte." Er verstehe zwar die Anliegen der Frauen, Konsequenzen für die Spielerinnen schließe er jedoch nicht aus. "Wir werden beraten, was überhaupt passiert ist", sagte Lackner.

Die Frauenmannschaft des Vatikan wurde Anfang des Jahres gegründet, mehr als drei Jahrzehnte nach der Männermannschaft.

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