Exklusiv: Spanien-Verteidiger Alvaro Odriozola über seine ersten WM-Erinnerungen

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Alvaro Odriozola darf mit 22 Jahren seine erste WM erleben, ist Teil von Spaniens Kader in Russland. Goal hat mit dem Rechtsverteidiger gesprochen.


EXKLUSIV

Für Alvaro Odriozola erfüllt sich in Russland derzeit ein Traum. Der 22-Jährige hatte zwar bisher noch keinen Einsatz - dennoch ist er ein Teil von Spaniens Kader, der sich bei der WM 2018 den Titel holen will. Goal hat exklusiv mit dem Mann von Real Sociedad gesprochen, unter anderem über seine ersten WM-Erinnerungen, seine Anfänge in San Sebastian und die Ambitionen der Furia Roja.

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"Vor eineinhalb Jahren spielte ich noch in der dritten Liga (bei Real Sociedad B, d. Red.). Also können sie sich vorstellen, dass es unfassbar schön ist. Es ist ein Traum, hier zu sein und die WM so zu erleben", sagte Odriozola zu Goal. Das Finale aus dem Jahr 2002, als Ronaldo mit zwei Toren für Brasiliens 2:0-Sieg gegen Deutschland sorgte, sei seine erste Erinnerung an eine WM. "Ich kann mich noch genau daran erinnern", betonte er, obwohl er seinerzeit erst sechs Jahre alt war.

Die WM 2006 in Deutschland, als sich Italien den Titel sicherte, erlebte er dann noch intensiver. "Ich hatte zwei italienische Klassenkameraden. Das Finale haben wir zusammen geschaut und sie sind durchgedreht, nachdem ihre Mannschaft gewonnen hatte."

Spaniens Odriozola über kometenhaften Aufstieg: "Schlüssel ist die Vision"

Odriozola wurde in San Sebastian geboren und in der Nachwuchsakademie von Real Sociedad ausgebildet. Erst Anfang 2017, mit 21, gab er sein Debüt für die erste Mannschaft in LaLiga, nun steht er in Spaniens WM-Kader. "Der Schlüssel ist die Vision", sagt der Rechtsverteidiger über seinen kometenhaften Aufstieg. "Immer mehr wollen, sich verbessern, hart arbeiten. Und den Glauben daran nie verlieren, egal, was du tust."

Als kleiner Junge gab es für Odriozola nichts Schöneres, als Tore zu schießen. Dass er plötzlich Verteidiger spielen sollte, gefiel ihm daher gar nicht. "Bei meinem ersten Training bei der Schulmannschaft in San Sebastian stellten sie mich in die Abwehr. Und ich fing an zu weinen. Ich wollte Tore machen. Heute denke ich, dass es ein Wink des Schicksals war."

Inigo Caminaur hieß der Trainer, der Odriozola zum Verteidiger machte - ihm ist er noch heute dankbar dafür. "Er arbeitet jetzt für Real Sociedad. Wir haben uns mal getroffen und uns daran erinnert. Ich widme ihm meinen Platz im WM-Kader."

Alvaro Odriozola Spain

In der vergangenen Saison war Odriozola aus Real Sociedads Team nicht wegzudenken, überzeugte mit seinem Offensivdrang und seiner Zweikampfstärke auf der rechten Außenbahn. In 35 von 38 LaLiga-Partien stand er auf dem Feld, debütierte im Oktober 2017 für die A-Nationalelf.

Spanien bei der WM: Odriozola hätte gegen Portugal gerne gespielt

Bei der Furia Roja hat er mit Dani Carvajal einen der besten Rechtsverteidiger der Welt vor der Nase. Allerdings ließ Trainer Fernando Hierro im ersten Gruppenspiel gegen Portugal, als Carvajal noch angeschlagen fehlte, Nacho auf rechts hinten beginnen. Für Odriozola durchaus enttäuschend. "Es stimmt, dass es in diesem Spiel für mich am wahrscheinlichsten war, zu spielen. Und es stimmt auch, dass es Julen Lopetegui war, der mich berufen hat und mir vertraute. Dann gab es den kurzfristigen Trainerwechsel ... Aber mit 22 bei einer WM dabei nur dabei zu sein, ist schon sehr gut. Wir alle wollen spielen, klar. Aber wir sind auch alle hier, um am gleichen Strang zu ziehen und das beizutragen, was wir können."

Im Achtelfinale trifft Spanien am Sonntag (16 Uhr im LIVE-TICKER) auf WM-Gastgeber Russland. Sollten die Südeuropäer nicht den Sprung ins Viertelfinale schaffen, "wäre das eine Schande", betont Odriozola. "Man würde fühlen, dass man eine gute Möglichkeit vertan hätte. Denn wir haben ein großartiges Team, wir können Großes erreichen." Das Ziel sei klar: "Die nächste Etappe ist der Weltmeistertitel, diesen schönen Pokal gewinnen", betont er.

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Auf die Unterstützung seiner Familie kann Odriozola indes auch in Russland zählen. Seine Mutter führt ein Restaurant in San Sebastian, noch immer wohnt er mit ihr, seinem Bruder und seiner Großmutter zusammen. "Sie kamen nach Sotschi und nach Kasan, jetzt kommen sie fürs Achtelfinale gegen Russland auch nach Moskau. Es ist wirklich toll, dass sie kommen können."

Natürlich ist die ganze Familie auch Fan von Real Sociedad. "Als ich klein war, schauten wir alle Spiele gemeinsam zuhause. 20 oder 25 Leute waren wir immer, ohne zu übertreiben", schwämt Odriozola, der nun aber erstmal mit der Nationalelf beschäftigt ist. Und vielleicht ja auch noch seinen ersten, ganz persönlichen WM-Moment auf dem grünen Rasen bekommt.

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