Allan Saint-Maximin: Das Ligue-1-Talent, das Neymar und Hazard herausfordert

Der Nizza-Youngster verabschiedete sich im Sommer aus Monaco und zeigt, dass er das Potenzial hat, einer der besten Stürmer Europas zu werden.

Monaco machte im Sommer viele große Schlagzeilen, der Klub gab Spieler wie Benjamin Mendy, Tiemoue Bakayoko und Kylian Mbappe für große Summen ab. Ein Youngster verabschiedete sich ebenfalls vom Verein - allerdings ohne größeres Aufsehen.

Allan Saint-Maximin wechselte entlang der Riviera vom Stade Louis II nach Nizza für rund zehn Millionen Euro. Es war der Rekordeinkauf der Vereinsgeschichte für Nizza und doch war das Echo des Transfers des französischen U21-Nationalspielers eher schwach.

Das mag an seinen Zahlen aus der jüngeren Vergangenheit gelegen haben: Während seiner Zeit in Monaco kam der 20-Jährige nur auf einen Liga-Einsatz für die Monegassen. Nun aber beginnt er unter Trainer Lucien Favre, bei seinem neuen Verein sein Potenzial voll auszuschöpfen.

Allan Saint-Maximin

Als Saint-Maximin bei Saint-Etienne den Durchbruch schaffte, war er der jüngste Spieler der Klub-Geschichte, der in der Ligue 1 für ASSE auflief. Nicht einmal 17 Jahre alt war er zu dem Zeitpunkt. Er spielte derart beeindruckend auf, dass Monaco im darauffolgenden Sommer 4,5 Millionen Euro für ihn auf den Tisch blätterte.

Als Leihspieler nicht glücklich geworden

Danach folgten zwei Ausleihen, die allerdings nicht sonderlich glücklich verliefen. In Hannover sollte er ein Jahr lang in der Bundesliga reifen, doch ein Verkehrsunfall sorgte für ein schnelleres Ende seiner Zeit in Deutschland. In der vergangenen Saison trug er das Trikot von Bastia, doch in einem schwachen Team tat sich Saint-Maximin schwer damit, die kreative Hauptlast in der Offensive zu tragen.

Auf Korsika deutete er schon manchmal sein riesiges Potenzial an, das Nizza schließlich dazu brachte, sich im Sommer um ihn zu bemühen. Im Januar erzielte er beispielsweise ein unglaubliches Tor gegen Caen nach einem spektakulären Sololauf. Allerdings wurde ihm bei Bastia auch vorgeworfen, sich nicht vom Ball trennen zu können und zu oft ins Dribbling zu gehen.

Regelmäßige Einsatzzeiten in einem starken Team war das, was der Youngster haben wollte - und die stabile Umgebung, die er seit seiner Zeit bei Saint-Etienne nicht mehr hatte. Mit elf Jahren war der in Paris geborene Saint-Maximin zu ASSE gekommen und hatte sich mit seinem Wechsel gleichzeitig gegen PSG entschieden.

Allan Saint-Maximin

Als er seinen Vertrag bei Nizza unterzeichnete, beschrieb er sich selbst als "Taube, die nun nach Hause zurückkehrt". Mit seinen 20 Jahren war er schon viel herumgekommen, aber immer irgendwie auf dem Sprung.

"Die ganzen Erfahrungen, die ich gesammelt habe, haben mir etwas gebracht", sagte er. "Ich habe viel gelernt und bin erwachsen geworden, seitdem meine zwei kleinen Mädchen da sind. Für mich ist das ein Neustart", fügte Saint-Maximin hinzu.

Bislang war das persönliche Highlight seiner Saison zweifelsohne das Tor in der Europa League gegen Vitesse. In der eigenen Hälfte kam er an den Ball und sprintete über den Platz, bevor er den Angriff mit einem Flachschuss in die Ecke krönte, der dem Ligue-1-Team auf dem Weg zu einem 3:0-Sieg half.

Das Dribbling als Markenzeichen

Das Tor verdeutlichte all die Qualitäten, die Saint-Maximin besitzt. "Er hat die beeindruckende Fähigkeit, dass er immer nach vorne geht, mit Rhythmus und Tempo. Dabei überlegt er immer, wie riskant es gerade ist, ins Dribbling zu gehen", erklärte Dominique Fernandez, ehemaliger Scout bei Saint-Etienne.

Das Dribbling ist das Markenzeichen von Saint-Maximin. In Europas großen fünf Ligen probierten es in der abgelaufenen Saison nur Neymar und Eden Hazard in mehr Eins-gegen-Eins-Situationen als der Youngster.

Allan Saint-Maximin Nice Troyes

Der Grund, warum Saint-Maximin immer wieder direkt auf seine Gegenspieler zulaufen kann, ist seine enorm hohe Geschwindigkeit. An dieser Qualität musste er nicht mehr viel feilen, denn schon früh zeichnete er sich aus: Als Schüler wurde er sowohl im Geländelauf als auch im Zehnkampf Meister in seiner Region.

Obwohl er wegen seines Tempos meist als Flügelspieler eingesetzt wird, hat Saint-Maximin auch schon gezeigt, dass er in der Angriffsreihe auch zentraler spielen kann. Dabei kommt ihm zugute, dass er mit beiden Füßen gleichstark im Abschluss ist.

"Ich fühle mich im linken Mittelfeld am besten", gab er jedoch zu. "Aber es ist mir egal, wo ich spiele. Das entscheidet der Trainer. Ich liebe Fußball, deshalb ist es egal. Ich will einfach spielen - nur nicht im Tor!", sagte Saint-Maximin.

Die Teamkollegen besser einbinden

Es gibt aber auch noch Bereiche, in denen sich der Offensivspieler noch deutlich verbessern kann. "Für einen Spieler mit seinem Talent ist es nicht immer einfach, zu verstehen, was für das Team das Beste ist", sagte Bertrand Rebours, der ihn als Kind beim AC Boulogne-Billancourt trainierte, zu So Foot im Jahr 2014. "Er muss lernen, sich von seinen Teamkollegen helfen zu lassen, besonders gegen intelligente Abwehrspieler", fügte er hinzu.

Die mahnenden Worte haben drei Jahre später immer noch Gültigkeit, obwohl es Anzeichen gibt, dass seit seinem Wechsel nach Nizza diese Schwachstelle in einem gewissen Maße behoben wurde.

Allan Saint-Maximin France U20

Nach Angaben von Guillaume Sabatier, der Saint-Maximin in Boulogne trainierte, ist der Stürmer ein Spieler, der "viel an seine persönlichen Statistiken denkt". Seine Zahlen spiegeln allerdings bislang noch nicht den Einfluss wider, den Saint-Maximin auf jede Partie haben könnte.

Drei Tore und sechs Vorlagen in 54 Ligue-1-Partien sind eher schwache Zahlen für einen solch talentierten Spieler wie ihn. Er wartet in dieser Saison immer noch auf sein erstes Liga-Tor für Nizza.

Deshalb kann man eindeutig sagen, dass Saint-Maximin ein Spieler ist, der sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat. Aber wenn er die richtige Balance zwischen dem Einsatz seiner persönlichen Fähigkeiten und dem Einsatz der Fähigkeiten seiner Mitspieler findet, hat er die Grundlagen, um einer der besten Stürmer Europas zu werden.

Erst dann wird er in einem Atemzug mit Bakayoko, Mendy oder Mbappe genannt werden. 

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