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Alexis Sanchez zum FC Bayern? Sportlich 1A

11:00 MESZ 30.03.17
GFX Bayern Sanchez
Sanchez wäre für Bayern sportlich eine 1A-Lösung. Gerade seine Flexibilität und seine Vertragssituation machen ihn so interessant. Ein Kommentar.

Zwei Blicke in Richtung Tor, ein tiefer Atemzug, drei feine Trippelschritte und schon küsste der Ball Pfosten und Latte gleichzeitig, bevor er neben dem verdutzten Wuilker Farinez hinter der Linie einschlug. Wer Alexis Sanchez im WM-Qualifikationsspiel zwischen Chile und Venezuela beobachtet hat, der dürfte keinen Zweifel an der Klasse des kleinen Offensivspielers haben, und auch nicht daran, dass der Mann vom FC Arsenal  dem FC Bayern sportlich hervorragend zu Gesicht stehen würde.

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Es war aber nicht nur Sanchez' perfekt ins Lattenkreuz gezirkelter Freistoß, der die Zuschauer im Estadio Monumental David Arellano mit der Zunge schnalzen ließ, es waren auch seine schnellen Dribblings, seine die gegnerische Abwehrreihe sezierenden Schnittstellenpässe, seine Vorlagen. Dass er in den Schlussminuten noch einen Elfmeter vergeben hat? Geschenkt. 

Die spanische Sport hatte Anfang der Woche berichtet, die Münchner seien an Sanchez interessiert. Dem Bericht zufolge soll sich Trainer Carlo Ancelotti für eine Verpflichtung des 28-Jährigen stark gemacht haben. Sofern dem tatsächlich so ist, wäre das vor allem eines: logisch.

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Angesichts der alternden Flügelzange muss man sich an der Säbener Straße mit potenziellen Nachfolgern beschäftigen. Und da wäre es nur fahrlässig, den früheren Barca-Profi nicht auf dem Zettel zu haben. Sanchez' Vertrag bei den Gunners läuft 2018 aus - damit ist er der vielleicht einzig adäquate Ersatz für Arjen Robben und Franck Ribery, der in Zeiten des Transferwahnsinns für eine annähernd marktwertgerechte Summe zu haben sein dürfte. Andere Spieler, die sofort weiterhelfen würden, wären dagegen vermutlich deutlich teurer oder überhaupt gar nicht erst zu bekommen. 

Nun könnte man anmerken, dass sich Sanchez selbst gar nicht (mehr) auf den Flügeln sieht, sondern im Sturmzentrum. Allein, wie er am Dienstag für Chile den zweiten und dritten Treffer von der linken Außenbahn eingeleitet hat, zeigt aber, wie gut er auch dort aufgehoben ist. Tempo, Technik, Torgefahr und Explosivität sind jene Eigenschaften, die Sanchez auszeichnen. Und genau diese Elemente braucht es, um beim FC Bayern auf den Flügeln zu wirbeln. Dass man mit Sanchez zudem einen hervorragenden Ersatz für Robert Lewandowski in der Hinterhand hätte, macht ihn umso interessanter. Ein Top-Klub sollte schließlich nicht darauf bauen, dass sich der Angreifer Nummer eins schon nicht verletzen wird - so fit er in den vergangenen Jahren auch gewesen sein mag.

Sportlich wäre Sanchez aufgrund von seiner Qualität und seiner Flexibilität eine 1A-Lösung für den deutschen Rekordmeister. Der Chilene, der endlich wieder nennenswerte Titel gewinnen will, hätte wiederum in München eine inoffizielle Garantie auf Silberware. Was bleibt, sind einzig die menschlichen Zweifel am mitunter eigenwilligen Feingeist. Mit Arsenal-Coach Arsene Wenger soll er sich zuletzt überworfen haben.

Zu den anderen Geschichten, die in den Medien dramatisiert wurden, zählt etwa Sanchez' Wutausbruch nach seiner Auswechslung im Ligaspiel gegen Swansea City im Januar - wohlgemerkt nach 79 Minuten beim Stand von 4:0. Es war eine Szene, wie man sie von Arjen Robben nur zu gut kennt. Eine Szene, zu der Thomas Müller zuletzt sagte: "Es ist ja gut, wenn das Feuer brennt. Das ist es doch, was uns auszeichnet. Genau das brauchen wir."

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