Albaniens Cikalleshi: "Wir haben um unser Leben gefürchtet"

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Es war der Aufreger der gestrigen EM-Qualifikation: Die Partie Serbien gegen Albanien endete mit dem Abbruch. Goal spach mit einem Spieler, der hautnah dabei war.

Belgrad. Tumultartige Szenen, Schlägereien, vermummte Fans auf dem Spielfeld, alles ausgelöst durch eine albanische Fahne, die im Spiel Serbiens gegen Albanien mittels einer Drohne auf den Platz geflogen kam und von Serbiens Stefan Mitrovic heruntergeholt wurde. Was danach passierte, sorgte für den Spielabbruch und viele Diskussionen. Albaniens Sokol Cikalleshi sprach nun bei Goal exklusiv über die Szene.

Die Bilder zum Spielabbruch

"Es war furchtbar. Wir haben um unser Leben gefürchtet", so der Nationalspieler. "Alles fing damit an, dass wir nicht wollten, dass die Serben unsere Flagge zerreißen", erklärt er die Reaktionen der albanischen Spieler, die sich um Mitrovic scharten. Dann kam es zum Handgemenge.

Vier verletzte Albaner

"Wir haben uns nicht sicher gefühlt", erzählt Cikalleshi, "bis wir den Tunnel und die Kabine erreichten. Vier albanische Spieler sind bei der Schlägerei verletzt worden, danach waren wir nicht bereit, weiterzuspielen, obwohl es Pläne gab, die Partie fortzusetzen - aber wir wollten nicht."

Cikalleshi, der das Spiel als Ersatzspieler erlebte, schildert seine Perspektive: "Wie alle Spieler auf der Bank bin ich auf den Platz gerannt, als es losging, aber ich bin weder geschlagen worden noch habe ich jemanden geschlagen."

Ausdrücklich hebt der Angreifer von NK Split hervor, dass die serbische Spieler sich vorbildlich verhalten hätten: "Die Serben wollten uns vor ihren Fans schützen, als die auf den Platz stürmten, und besonders Branislav Ivanovic hat alle beruhigt. Schon vor dem Spiel, in dieser aufgeheizten Atmosphäre, ist er zu uns gekommen und sagte: 'Jungs, es ist nur ein Fußballspiel.' Doch als Stefan Mitrovic sich die Flagge schnappte, hat er uns alle überrascht."

"Stefan wusste nicht, wie ihm geschieht"

Der SC Freiburg, bei dem Mitrovic unter Vertrag steht, hat sich derweil schützend vor seinen Spieler gestellt. Präsident Fritz Keller erklärte bei Sport1: "Der Junge hat das gemacht, was jeder Spieler machen würde, wenn ein Spiel unterbrochen wird, denn jeder ärgert sich doch, wenn der Fußball durch politische Dinge unterbrochen wird."

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Der stellvertretende Pressesprecher des SCF, Stefan Glunk, fügte hinzu: "Jeder, der die Bilder gesehen hat, sieht, was sich danach entwickelt hat. Stefan wusste gar nicht, wie ihm geschieht. Es steht uns aber nicht weiter zu, da eine weitere Einschätzung zu geben, wenn man da nicht dabei war."

Albaniens Nationalteam kam schließlich sicher nach Hause, wie Sokol Cikalleshi berichtet: "Direkt nach dem Spiel eskortierte uns die Polizei zum Flughafen, von wo wir nach Tirana flogen."

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