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Al-Araibis Schicksal bewegt die Fußball-Welt: "Bitte helft mir, bitte"

12:58 MEZ 25.01.19
Hakeem Al-Araibi in Thailand
Hakeem Al-Araibi sitzt in Thailand in Haft. Bei einer Auslieferung in sein Heimatland Bahrain drohen ihm laut eigenen Aussagen Folter und Tod.

HINTERGRUND

In der Stimme von Hakeem Al-Araibi liegt kaum noch Hoffnung. "Jeden Tag", sagt der 25-Jährige in einem Interview mit dem britischen Guardian, "wächst die Angst." Die Angst vor Folter und Tod. Seit fast zwei Monaten. Al-Araibi, der als Flüchtling in Australien sein Glück gefunden hatte, sitzt in Thailands Hauptstadt Bangkok in Untersuchungshaft. Dem früheren Junioren-Nationalspieler droht die Auslieferung in sein Heimatland Bahrain. "Bitte helft mir", fleht er: "Bitte."

Am Donnerstag versuchte der Weltverband FIFA das mit einem Brief an Thailands Premierminister Prayut Chan-o-cha. "Respektvoll", schrieb FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura, ersuche sie Thailand, "alle nötigen Schritte zu unternehmen, um sicherzustellen, dass Hakeem Al-Araibi schnellstmöglich und sicher nach Australien zurückkehren darf". Eine Antwort steht noch aus.

Hakeem Al-Araibi wurde in Bangkok festgenommen

Der beim australischen Zweitligisten Pascoe Vale FC unter Vertrag stehende Fußballer scheint Opfer eines bitteren Justizirrtums zu sein. Al-Araibi war Ende November mit seiner Frau in die Flitterwochen nach Bangkok geflogen. Doch noch am Flughafen klickten die Handschellen - die Grundlage war eine kurz zuvor von Bahrain beantragte und von Interpol herausgegebene "Red Notice", eine Art internationaler Fahndungsaufruf verbunden mit dem Ersuchen, Verdächtige vorläufig festzunehmen.

In seinem Heimatland, aus dem er 2014 geflohen war, wird Al-Araibi eine schwerwiegende Straftat vorgeworfen. Er soll mitverantwortlich sein für den Anschlag auf eine Polizeistation. 2012 wurde Al-Araibi laut eigener Aussage in Untersuchungshaft über Monate gefoltert. "Ich habe nichts getan - nicht in Bahrain, nicht in Thailand, nicht in Australien", sagt er: "Ich habe fürchterliche Angst, zurück zu müssen. Sie werden mich zu 100 Prozent verhaften, mich foltern, vielleicht sogar töten."

Interpol hat die "Red Notice" inzwischen zurückgezogen. Weil Al-Araibis Flüchtlingsstatus in Australien 2017 offiziell anerkannt worden war, hätte es das Ersuchen aber nie geben dürfen. "Die Situation hätte nicht entstehen dürfen", schrieb Samoura. Al-Araibi "lebt, arbeitet und spielt als professioneller Fußballer" in Australien.

Al-Araibi äußert Verdacht

Die Vorwürfe in Bahrain, glaubt Al-Araibi, sind nur Schein. "Sie wollen mich zurück, um mich dafür zu bestrafen, dass ich 2016 mit den Medien über die schreckliche Menschenrechtslage gesprochen habe", sagt er. Namentlich hatte Al-Araibi den im Weltfußball einflussreichen Scheich Salman angegriffen, damals Präsidentschaftskandidat bei der FIFA. Al-Araibi gehört der islamischen Glaubensrichtung der Schiiten an, die bahrainische Königsfamilie den Sunniten. 

"Für Leute wie mich gibt es in Bahrain keine Menschenrechte", sagt er. Und in Thailand? Die Behörden in Bangkok hatten zunächst eine 60-tägige Haftstrafe angeordnet. Ein Gericht soll entscheiden, ob Al-Araibi ausgeliefert werden soll. Der Wüstenstaat hat noch bis zum 8. Februar Zeit, die nötigen Dokumente zu übermitteln - mindestens so lange wächst die Al-Araibis Angst weiter. Jeden Tag.