AFC Sunderland mit neuem Besitzer: 23-jähriger Milliardär Kyril Louis-Dreyfus kauft Drittligisten

Der AFC Sunderland, bekannt aus der Netflix-Doku "Sunderland 'Til I Die", hat mit Kyril Louis-Dreyfus einen neuen Besitzer. Schon der Vater und die Mutter des 23-jährigen Schweizers waren Klubbesitzer - das Handeln seines Vaters brachte außerdem den Skandal um das Sommermärchen ins Rollen. Der Sohn hält Fußball für ein "faules Geschäft".

Kyril Louis-Dreyfus ist der jüngste Sohn von Robert Louis-Dreyfus, dem 2009 verstorbenen früheren Eigentümer von Olympique Marseille und Ex-Adidas-Chef, dessen mysteriöses Millionen-Darlehen an Franz Beckenbauer den Sommermärchen-Skandal ins Rollen brachte. Seine Mutter Margarita, mit 7,1 Milliarden Dollar Vermögen laut Forbes die zweitreichste Schweizerin, führte bis zum Verkauf 2016 Olympique Marseille. Nun wird Kyril Louis-Dreyfus mit 23 Jahren selbst in die Riege der Fußballklub-Besitzer aufsteigen.

Louis-Dreyfus: "Können Sunderland zurück an die Spitze führen"

An Heiligabend gab der englische Drittligist AFC Sunderland den Verkauf der Mehrheit seiner Anteile an den Schweizer Kyril Louis-Dreyfus bekannt. Vorbehaltlich der Zustimmung der League One soll Louis-Dreyfus Anfang des Jahres auch Vorstandsvorsitzender des aktuellen Tabellenelften der dritten englischen Liga werden.

Louis-Dreyfus übernimmt die Anteile vom bisherigen Besitzer Stewart Donald, der den Verein seit mehr als einem Jahr verkaufen wollte. "Ich kann es kaum erwarten, bald loszulegen, und ich glaube, dass wir den Sunderland AFC zurück an die Spitze des englischen Fußballs führen können", wurde Louis-Dreyfus in der Pressemitteilung über die Verkündung des Geschäfts zitiert. "Die Fans sollen das Team wieder lieben. Inmitten einer Pandemie bin ich mir der schwierigen Situation des Klubs bewusst", sagte Louis-Dreyfus weiter.

Sunderlands neuer Besitzer Louis-Dreyfus: "Fußball ist ein faules Geschäft"

Dabei hatte der Milliardärs-Spross laut eigener Aussage ursprünglich gar nicht vor, sein geschäftliches Glück bei einem Fußballklub zu versuchen. "Nach dem Verkauf von Olympique Marseille war ich überzeugt, dass wir nichts mehr im Fußball machen würden", sagte er der französischen Sport-Tageszeitung L'Equipe.

Fußball sei ein "faules Geschäft", sagte Louis-Dreyfus, der über ein geschätztes Privatvermögen von zwei Milliarden Euro verfügen soll. Sunderland aber sei ein "sehr besonderes Projekt." Vor allem die Tatsache, dass der Klub ein eigenes Stadion und "frenetische Fans" habe, hätten ihn überzeugt. Vor der Pandemie hatte der Drittligist einen Zuschauerschnitt von rund 32.000.

Der AFC Sunderland war 2018 durch die Netflix-Dokumentation "Sunderland 'Til I Die" einem breiteren Publikum bekannt geworden. Die Macher hatten den damaligen Zweitligisten dabei durch die Saison 2017/2018 begleitet, an deren Ende der Wiederaufstieg in die Premier League stehen sollte. Stattdessen folgte am Ende der Saison als Tabellenletzter der Abstieg.