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Schalke-Neuzugang Amine Harit: Dank Ronaldinho-Videos zum Dribbelkünstler

20:00 MESZ 14.07.17
GERMANY ONLY Amine Harit FC Schalke 04 11072017
Einst schaute Amine Harit Videos von Ronaldinho und kopierte seine Moves. Heute ist er selbst ein Star und wird von den Kids gefeiert.

HINTERGRUND

Denkt man an atemberaubende Tricks und unmögliche Kunststücke mit dem Ball, fällt auch heute zwangsläufig noch der Name Ronaldinho. Als Idol einer ganzen Generation ist der Ex-Barca-Star auch nach seinem Karriereende noch allgegenwärtig – zwar nicht auf dem Rasen, dafür aber auf Youtube. In Form von Highlight-Videos, die von Jugendlichen mllionenfach geklickt werden.

Schalke 04 verpflichtet U19-Europameister Amine Harit

Einer der vielen Teenager, der die Bewegungen des zweimaligen Weltfußballers akribisch studiert hat, ist Schalke-Neuzugang Amine Harit. Denn obwohl der 20-Jährige inzwischen einen Millionenvertrag beim Bundesligisten unterschrieben hat und zu den gefürchtetsten Dribblern Frankreichs gehört, hat auch er das Kicken auf der Straße gelernt wie Millionen anderer Kindern.

"Als ich klein war, habe ich in Paris viel auf der Straße gespielt. Um meine Dribbling-Skills weiter zu verbessern, habe ich später häufig Videos im Internet geschaut", verriet der Neuzugang vom FC Nantes auf Goal-Nachfrage: "Besonders häufig habe ich mir Ronaldinho angeschaut. Natürlich liegt noch sehr viel Arbeit vor mir, um sein Niveau zu erreichen, aber warum sollte man nicht träumen dürfen?"

Plötzlich selbst ein Youtube-Held

Wie im Traum wird es dem jungen Franzosen auch vorkommen, dass die Kids von der Straße neben den großen Tricksern der Fußballwelt inzwischen auch Highlight-Videos von Harit im Netz bestaunen: "Es ist wirklich komisch. Manchmal schaue ich zusammen mit meinen Freunden Videos im Internet und merke plötzlich 'oh, das bin ja ich'."

Wie sein Idol Ronaldinho sorgt auch Harit gern mit seinem Dribbling für Highlight-Szenen. Nicht von ungefähr krönte sich der 67-Kilo-Floh gleich in seiner ersten Profi-Saison zum Dribbelkönig der Ligue 1. So waren 65,19 Prozent seiner Mann gegen Mann Duelle erfolgreich – kein anderer Spieler mit mindestens 100 Versuchen kommt auf eine bessere Quote in Frankreichs höchster Spielklasse.

Den nächsten Karriereschritt will Harit nun auf Schalke machen – in der Hoffnung, dass online schon bald viele seiner Szenen im königsblauen Trikot zu finden sind. Für das große Ziel, sich in der Bundesliga einen Namen zu machen, ließ der offensive Mittelfeldspieler auch hochdotierte Offerten aus England sausen. "Es gab Angebote von englischen Klubs, doch auch Schalke und die Bundesliga sind in Frankreich sehr bekannt", erklärt er seine Entscheidung.

Harit: "Ich bringe die Leute gern zum Lachen"

Dass es mit dem Transfer in den Ruhrpott klappt, war lange gar nicht sicher, denn die Verhandlungen zwischen Nantes und den Schalkern erwiesen sich als kompliziert. "Für mich war klar, dass ich zu Schalke wechseln will, doch es gab Probleme zwischen den beiden Vereinen und ich war zum Abwarten gezwungen." Zwischenzeitlich zweifelte er sogar, ob er in der kommenden Saison tatsächlich für Königsblau auflaufen würde: "Es stimmt. Es gab Phasen, in denen ich nicht sicher war, doch Christian Heidel hat mir versprochen, die Dinge zu regeln."

Letztlich waren es rund zehn Millionen Euro, die Heidel in den Westen Frankreichs überwies – eine stolze Summe für einen Spieler mit nur einer Saison Profi-Erfahrung. Sorgen, dass der Ballast der hohen Ablöse zu schwer sein könnte und er womöglich abhebt, macht sich Harit allerdings nicht: "Ich habe meinen Vater und meinen Berater, die mir helfen, auf dem Boden zu bleiben. Ohnehin bin ich kein Typ, der so schnell abhebt."

Statt sich Gedanken um hohe Ablösen und Finanzen zu machen, gilt er als extrem lockerer Typ, der für fast jeden Spaß zu haben ist. "Ich bringe die Leute gern zum Lachen. In Nantes hat es gut geklappt. Aufgrund der Sprache ist es in Deutschland noch etwas schwer, aber vielleicht klappt es bald auch hier."

Neben Späßen soll es beim Spielmacher aber zu allererst sportlich klappen. Schafft er seine Leichtigkeit auch auf Schalke beizubehalten, scheint es alles andere als ausgeschlossen, dass man schon in wenigen Monaten auch in Deutschland die Dribblings des Amine Harit fürchtet – womöglich inklusive vieler Youtube-Videos mit seinen Tricks. 

Folge Schalke-Reporter Robin Haack auf