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Premier League

  • 31. Dezember 2011
  • • 13:45
  • • Old Trafford, Manchester
  • Schiedsrichter: M. Dean
  • • Zuschauer: 75146
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ENDE
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Kater statt Party: Blackburn vermiest United Silvester und Ferguson den Geburtstag

Kater statt Party: Blackburn vermiest United Silvester und Ferguson den Geburtstag

Getty Images

Der Meister empfing den Tabellenletzten. Klarer konnten die Rollen nicht verteilt sein. Doch wer an einen silvesterlichen Spaziergang gedacht hat, sah sich getäuscht.

Manchester. Manchester United hat die Chance verpasst, sich an die Spitze der Premier League zu setzen. Durch ein sensationelles 2:3 gegen die Blackburn Rovers vermieste man sich nicht nur den Jahresabschluss, sondern verdarb Trainer Sir Alex Ferguson auch noch dessen 70. Geburtstag.

Druckvoller Beginn Uniteds

Die Partie begann wie allgemein erwartet. Manchester machte Druck und Blackburn erwartete am eigenen Strafraum die Angriffe. In der fünften Minute gab es bereits die erste kleine Chance für die Hausherren, als Hernandez eine Hereingabe von Berbatov nicht kontrollieren konnte, weil er mit dem Rücken zum Tor stand. Zwei Minuten später schloss Nani einen weiteren Angriff aus etwa 16 Metern, zentrale Position, ab, jedoch verfehlte der Portugiese das Tor der Gäste klar. Die Hausherren feilten in der Anfangsphase noch an der Präzision in ihren Offensivbemühungen. In der zehnten Minute dann aber ein Aussetzer bei Nani. Ein Freistoss des 25-Jährigen landete genau bei Yakubu, der mit Riesenschritten in Richtung Spielhälfte der Gastgeber schritt, dann aber von Nani gefoult wurde. Eine unnötige gelbe Karte für den Spielgestalter war die Folge.

Überraschende Führung für die Gäste

In der 15.Minute führte eine weitere Unkonzentriertheit der Gastgeber zur überraschenden Führung für Blackburn. Ein langer Ball gelangte in den Strafraum Uniteds, wo Yakubu eigentlich gut abgedeckt schien. Aus objektiv unerfindlichen Gründen meinte aber Berbatov eine silvesterliche Ringereinlage vorführen zu müssen und riss den Stürmer der Rovers zu Boden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Yakubu sicher zur 1:0-Führung für das Schlusslicht der Premier League. Das Team von Sir Alex Ferguson blieb weiterhin ungewohnt fahrig. In der 23. Minute foulte Carrick Formica im Mittelfeld und holte sich verdientermaßen die gelbe Karte ab. Kurz vorher konnte United ein Gewühl im Strafraum der Rovers nicht nutzen. In der 28. Minute die bis dato größte Chance für die „Red Devils“: Nach einem Eckball kam Jones auf Höhe des Fünfmeterraumes an die Kugel, wurde aber von drei Blackburn-Verteidigern gerade noch am Torschuss gehindert. Eine Minute später dann Hernandez mit einem Drehschuss aus etwa 25 Metern, doch der Mexikaner verzog knapp.

Blackburn mit Mann und Maus

Blackburn beschränkte sich in dieser Phase, logisch, nur auf das Verteidigen. Kämpferisch wussten die Gäste durchaus zu gefallen, es wurde um jeden Meter gefighted, sich in jeden Schuss geworfen. Die wenigen Vorstöße der Rovers endeten zumeist mit ungefährlichen Distanzschüssen. Die Hausherren wirkten nun zwar etwas konzentrierter, doch einigermaßen verspielt. Das durchaus schön anzusehende Kurzpassspiel wurde immer wieder übertrieben und so kam es auch nach etwas mehr als einer halben Stunde zu keiner großen Tormöglichkeit.

Manchester ratlos

Der geneigte Beobachter konnte zum Ende der ersten Halbzeit den Eindruck bekommen, dass sich Ratlosigkeit bei Nani, Hernandez und Co. breit machte. Immer wieder spielte man sich ansehnlich an den Strafraum der Gäste, wo man dann aber jegliche Konsequenz vermissen ließ. Wenigstens versuchte es Nani in dieser Phase ab und an mit Distanzschüssen, wenn auch mit überschaubarem Erfolg.  Kurz vor Ende des ersten Durchgangs konnte sich dann auch noch Gäste-Keeper Bunn auszeichnen, der zunächst einen Schuss von Nani und in der 45.Minute einen Schuss von Hernandez parierte. So stand also zur Pause ein überraschendes aber durchaus nicht unverdientes 1:0 für Blackburn. Die Gäste kämpften mit allem, was sie hatten, während Manchester sich das Leben durch Unkonzentriertheiten und Umständlichkeit selbst schwer machte. Trainer Ferguson, der seinen obligatorischen Kaugummi bereits nach zehn Spielminuten im Stile einer Hochgeschwindigkeits-Nähmaschine malträtierte, marschierte wütend in die Kabine.

Yakubu mit dem zweiten Tor

Zur zweiten Halbzeit brachte Geburtstagskind Ferguson Anderson für Hernandez. Am Spiel seiner Mannschaft änderte diese Maßnahme vorerst nichts. Im Gegenteil: in der 51.Minute schnappte sich Yakubu nach einem Einwurf einfach einmal den Ball, tankte sich durch die Verteidigung Uniteds und erzielte eiskalt das 0:2. Doch im Gegenzug dann der Anschlusstreffer. Eine Flanke von Valencia landete bei Rafael, der den Ball scharf in die Mitte drosch, wo Berbatov nur noch den Kopf hinhalten brauchte, um zum 1:2 einzunetzen. Manchester, durch das postwendende Anschlusstor mit neuer Kraft, machte nun enormen Druck. Die Rovers versuchten dem, mit Härte entgegen zu wirken. In der 62.Minute nutzte aber auch dies nichts mehr. Valencia spielte auf dem rechten Flügel seine Schnelligkeit aus und passte die Kugel in den Strafraum, wo Berbatov wieder an der richtigen Stelle stand und zum 2:2 einschob.

Manchester mit Macht

Nun schnürte United den Gast in dessen Sechzehner ein. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Tor Blackburns zu, die, zwar immer noch vorbildlich kämpfend, immer mehr Mühe hatten, gefährliche Situationen abzuwenden. Die Rovers verloren nun zusehends die Ordnung. Stand man in der ersten Halbzeit noch relativ sicher und konnte ab und an Yakubu anspielen, der für ein wenig Entlastung sorgte, drosch man nun die Bälle blindlinks hinten heraus. Fünfzehn Minuten vor Ende der Partie schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann Manchester den Siegtreffer erzielen würde. Nani, nach starker Anfangsphase etwas abgetaucht, sorgte nun für einigen Betrieb im Angriff. Und auch Valencia wurde immer stärker und verfehlte mit einer Direktabnahme, nach Eckball von Nani, nur knapp das Tor.

Plötzlich das 2:3

Und dann, in der 80.Minute, die eiskalte Dusche für United. De Gea verschätzte sich beim Herauslaufen, als Morten Gamst-Pedersen einen Eckball in den Strafraum schlug. Grant Hanley war eher als der Spanier am Ball und wuchtet die Kugel per Kopf zur erneuten Führung ins Tor der Gastgeber. Ein verrücktes Spiel, in dem Blackburn die Schlussphase dazu nutzte, Weite, Länge und Höhe des Platzes auszunutzen. Jeder Ball wurde von den Verteidigern der Gäste kompromisslos weggedroschen. Manchester wirkte einigermaßen geschockt. Die Rovers schafften es dann tatsächlich, auch die Nachspielzeit zu überstehen und so blieb es am Ende beim nahezu sensationellen 3:2-Sieg bei Manchester United. Der Meister versäumte es in der ersten Halbzeit, dem Spiel die entscheidende Richtung zu geben. Unkonzentriertheiten von Berbatov oder de Gea wurden gnadenlos ausgenutzt und so ist der Sieg, trotz enormen Drucks der Gastgeber, am Ende gar nicht einmal unverdient.

Eure Meinung: Was sagt Ihr zur Partie von United gegen die Rovers?

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