Uli HoeneßGetty Images

"Du kannst noch ein Stück Apfelkuchen essen, aber du bekommst keinen Xavi": Uli Hoeneß plaudert "große Auseinandersetzungen" beim FC Bayern München aus

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat Details über große Unstimmigkeiten beim FCB im vergangenen Sommer ausgeplaudert.

  • FC Bayern München: Uli Hoeneß blockte weitere teure Transfers ab

    In puncto Transferplanung habe es "wirklich eine echte Streitkultur" gegeben, verriet Hoeneß im Podcast Auf eine weiß-blaue Tasse im Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. "Es gab sehr große Auseinandersetzungen, weil der eine oder andere bei uns noch richtig einkaufen wollte für 100 oder 150 Millionen", so Hoeneß weiter.

    Zwar nannte Bayerns Klubpatron keine Namen, er dürfte dabei allerdings Sportvorstand Max Eberl im Sinn gehabt haben. Jener soll vereinsintern trotz des aktuellen sportlichen Erfolgs mehr und mehr umstritten sein, auch über Eberls Verhältnis zu Sportdirektor Christoph Freund schrieb der kicker jüngst von einer "Zwangsehe".

    Allen voran Eberl pochte vergangenen Sommer beim Aufsichtsrat um Ex-Präsident Hoeneß wohl auf teure externe Verstärkungen - angesichts der Abgänge von Leroy Sane (Galatasaray) und Kingsley Coman (Al-Nassr) speziell für die Offensive. Allerdings hätten sich "vor allen Dingen die Alten bei uns dann durchgesetzt, weil wir gesagt haben: Wenn man den Jungen mal eine Chance geben will, muss man Platz schaffen. Wenn man noch zwei, drei Spieler für 100 bis 150 Millionen gekauft hätte, dann hätte der Trainer die natürlich auch aufstellen müssen", blickte Hoeneß zurück.

    Eberl setzte sich offenbar besonders stark für eine Verpflichtung von Xavi Simons ein. Der Niederländer sollte eine zusätzliche Option in der Offensive bieten, sowohl Spitze als auch Breite des Kaders verstärken. Hoeneß und Co. vertraten jedoch den klaren Standpunkt, statt weiterer teurer Neuverpflichtungen stattdessen auf Talente aus dem eigenen Stall zu setzen.

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    Xavi Simons? Uli Hoeneß will beim FC Bayern wieder mehr eigene Talente sehen

    Das machte Hoeneß schließlich auch Trainer Vincent Kompany bei einem persönlichen Treffen noch einmal klar: "Ich kann mich noch an ein Gespräch erinnern, als Vincent Kompany bei mir am Tegernsee war. Er ist extra rausgefahren mit dem Christoph Freund zusammen und hat gesagt: 'Uli, wir brauchen den Xavi, wir brauchen den'", verriet Hoeneß. "Ich hatte einen Apfelkuchen auf dem Tisch stehen und habe zu ihm gemeint: 'Vincent, du kannst jetzt noch ein Stück Apfelkuchen essen, aber du bekommst keinen Xavi. Wir wollen, dass du die jungen Spieler einsetzt.' Und das hat er dann wirklich hundertprozentig umgesetzt."

    Xavi Simons wechselte statt nach München Ende August vergangenen Jahres für 65 Millionen Euro Ablöse von RB Leipzig zu Tottenham Hotspur. Dort erlebt der 22-Jährige bekanntlich eine Saison zum Vergessen, in denen den Spurs der erste Abstieg seit einer Ewigkeit droht. Sechs Spieltage vor Saisonende liegt Tottenham in der Premier League auf Abstiegsplatz 18, zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Simons kam in wettbewerbsübergreifend bisher 39 Einsätzen für die Londoner nur auf vier Tore und fünf Assists.


  • FC Bayern München: Vincent Kompany folgt den Worten von Uli Hoeneß

    Bei Bayern bekam derweil Supertalent Lennart Karl auch deshalb diese Saison so viel Spielzeit, weil Simons eben nicht kam und ihm so kein zusätzlicher neuer, teurer Star vor die Nase gesetzt wurde. Karl, der aktuell wegen eines Muskelfaserrisses fehlt und rund um das jüngste Spektakel gegen Real Madrid mit seinem Outfit für Aufsehen sorgte, wurde seit 2022 beim FCB ausgebildet und schaffte zu Beginn der laufenden Saison den Durchbruch bei der ersten Mannschaft. Mittlerweile steht der 18-Jährige schon bei neun Toren und sieben Assists in 35 Einsätzen, debütierte im März sogar für die deutsche Nationalmannschaft und hat gute Chancen auf eine WM-Teilnahme.

    Während mit Aleksandar Pavlovic, Josip Stanisic und Jamal Musiala drei weitere Spieler, die schon im Nachwuchs das Bayern-Trikot trugen, derzeit wichtige Rollen beim deutschen Rekordmeister einnehmen, baute Kompany vereinzelt weitere Eigengewächse ein. Beispielsweise durften auch David Santos Daiber (19), Deniz Ofli (19), Maycon Cardozo (17), Cassiano Kiala (17) oder die beiden erst 16-jährigen Filip Pavic und Erblin Osmani schon ihr Profidebüt feiern.

    Mit dem verstärkten Einbauen eigener Talente will Bayern nicht nur finanzielle Einsparungen durchsetzen, sondern auch einen größeren Fokus auf eine Rückbesinnung zur vereinseigenen Identität legen. Ob Eberl diesen Weg mittelfristig mitgestalten soll, gilt als fraglich. Während Freunds Verbleib bei Bayern wahrscheinlich scheint und sich der Österreicher künftig verstärkt mit um die Nachwuchsarbeit kümmern soll, könnte Eberls Posten wackeln.

    Ende Mai kommt Bayerns Aufsichtsrat um Hoeneß, den ehemaligen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Herbert Hainer zu seiner nächsten Tagung zusammen. Dabei wird laut kicker unter anderem erörtert, ob die 2027 auslaufenden Verträge von Eberl und Freund verlängert werden sollen.

  • Uli HoeneßGetty

    Die nächsten Spiele des FC Bayern München

    Datum

    Uhrzeit

    Begegnung

    Sonntag, 19. April

    17.30 Uhr

    FC Bayern - VfB Stuttgart (Bundesliga)

    Mittwoch, 22. April

    20.45 Uhr

    Bayer Leverkusen - FC Bayern (DFB-Pokal)

    Samstag, 25. April

    15.30 Uhr

    Mainz 05 - FC Bayern (Bundesliga)

Häufig gestellte Fragen

Der FC Bayern München wurde am 27. Februar 1900 im Schwabinger Café Gisela gegründet. Gründungsmitglieder waren elf junge Männer, angeführt vom späteren ersten Präsidenten Franz John. Die Gründung bedeutete die Abspaltung vom MTV München.

An der FC Bayern München AG, die sich insbesondere um die Fußballabteilung kümmert, hält der eigetragene Verein (eV) des FC Bayern München, also die rund 400.000 Mitglieder, mit 75 Prozent den Hauptanteil. Die restlichen 25 Prozent halten die Adidas AG, die Allianz SE und die Audi AG zu gleichen Anteilen (je 8,33 Prozent).

Das Stadion des FC Bayern München befindet sich im Norden der bayerischen Landeshauptstadt (Schwabing-Freimann) und trägt den Namen Allianz Arena.

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena, bietet bei nationalen Spielen 75.024 Plätze, bei internationalen Ansetzungen 70.000.

Der FC Bayern München hat in seiner langen Historie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln gewonnen. Darunter zählen:

  • 33-mal deutscher Meister (22/23, 21/22, 20/21, 19/20, 18/19, 17/18, 16/17, 15/16, 14/15, 13/14, 12/13, 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 00/01, 99/00, 98/99, 96/97, 93/94, 89/90, 88/89, 86/87, 85/86, 84/85, 80/81, 79/80, 73/74, 72/73, 71/72, 68/69, 31/32)
  • 20-mal DFB-Pokal Sieger (19/20, 18/19, 15/16, 13/14, 12/13 , 09/10, 07/08, 05/06, 04/05, 02/03, 99/00, 97/98, 85/86, 83/84, 81/82, 70/71, 68/69, 66/67, 65/66, 56/57)
  • 3-mal Champions League Sieger (19/20, 12/13, 00/01)
  • 3-mal Europapokal der Landesmeister Sieger (75/76, 74/75, 73/74)
  • 2-mal FIFA Klub-WM Sieger (20/21, 13/14)
  • 2-mal Weltpokal Sieger (2001 , 1976)
  • 2-mal UEFA Supercup Sieger (20/21, 13/14)
  • 1-mal UEFA Cup Sieger (95/96)
  • 1-mal Europapokal der Pokalsieger Sieger (66/67)
  • 10-mal deutscher Superpokalsieger (22/23, 21/22, 20/21, 18/19, 17/18, 16/17, 12/13, 10/11, 90/91, 87/88)
  • 6-mal deutscher Ligapokalsieger (07/08, 04/05, 00/01, 99/00, 98/99, 97/98)
  • 1-mal süddeutscher Pokalsieger (56/57)

Der FC Bayern München hat 33-mal die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Aktuell hält Thomas Müller den Rekord für die meisten Einsätze für den FC Bayern München. Müller absolvierte bislang 746 Pflichtspiele für den FCB.

Die meisten Tore für den FC Bayern München hat Gerd Müller geschossen. Die mittlerweile verstorbene Vereinslegende traf 570-mal im Dress des deutschen Rekordmeisters. Dafür brauchte er 613 Spiele.

Für den FC Bayern München spielten eine Vielzahl an legendären Fußballern. Folgende Spieler trugen allesamt das Trikot des FCB:

Oliver Kahn, Sepp Maier, Manuel Neuer, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Klaus Augenthaler, Philipp Lahm, David Alaba, Bixente Lizarazu, Lúcio, Georg "Katsche" Schwarzenbeck, Stefan Effenberg, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Lothar Matthäus, Franz "Bulle" Roth, Joshua Kimmich, Xabi Alonso, Franck Ribéry, Arjen Robben, Jamal Musiala, Mehmet Scholl, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Giovane Élber, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Claudio Pizarro.

Beim FC Bayern München standen in der Geschichte viele berühmte und erfolgreiche Trainer an der Seitenlinie. Dazu gehören:

Zlatko "Tschik" Cajkovski, Udo Lattek, Dettmar Cramer, Jupp Heynckes, Erich Ribbeck, Franz Beckenbauer, Giovanni Trapattoni, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klinsmann, Louis van Gaal, Pep Guardiola, Carlo Ancelotti, Hansi Flick und Thomas Tuchel.

Der Spitzname des FC Bayern München nimmt Bezug auf die Vereinsfarben. So werden die Spieler des deutschen Rekordmeisters meist nur "die Roten" genannt.

Darüber hinaus ist auch der Begriff "FC Hollywood" gebräuchlich, welchen der ehemalige Trainer Giovanni Trapattoni prägte. Der Spitzname bezieht sich auf eine turbulente Zeit des Vereins während der 90er-Jahre, als es zwischen einigen hochrangigen Spielern und Funktionären des Klubs zu Auseinandersetzungen kam - ähnlich wie in einer täglichen Seifenoper.