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Der 28-Jährige Brasilianer Paulo Assunção ist laut der offiziellen Website von Atlético Madrid ein Rojiblanco. Wie der Verein am heutigen Abend verkündete, wechselt der defensive Mittelfeldspieler, der seinen Vertrag mit dem FC Porto auflöste, mit sofortiger Wirkung ablösefrei in die spanische Hauptstadt. Da sich der Spieler auf den FIFA Artikel 17 (*) berief, wird für die Madrilenen keine Ablöse fällig, jedoch muss Assunção sein ausstehendes Gehalt, dass er bis zum Vertragsende 2009 bezogen hätte, als Entschädigung an seinen alten Klub zahlen. Über die Vertragslaufzeit wurde bis dato nichts bekannt. Dennoch verhandeln die Verantwortlichen weiterhin mit den Portugiesen, da man das gute Verhältnis mit dem FC Porto nicht stören will, so dass man wohl einen bislang nicht bezifferten Betrag überweisen wird.

Von Fabian Hoch

Mit dem Südamerikaner, der zudem einen portugiesischen Pass besitzt, so dass er keinen Kontingentplatz belegt, stößt ein klassischer Sechser zu den Colchoneros, der in den letzten drei Jahren maßgeblich an den Meisterschaften und dem Vorankommen in der Champions League beteiligt war. In der letzten Saison wurde er zudem zum wertvollsten Spieler der Dragones gekürt, vor solch illustren Namen, wie Ricardo Quaresma und Lucho González. Zwar absolvierte der umsichtige Mittelfeldmann, der vor allem durch seine Übersicht, seinem Spielverständnis und seiner Zweikampfstärke hervorsticht, bislang kein Länderspiel für die Selecao bzw. die Portugiesen, dennoch galt er in den letzten Jahren als einer der besten Spieler der Superliga. Zudem charakterisiert ihn seine Abgeklärtheit, die sich auf seine Mitspieler überträgt.

Aller Anfang ist schwer

Die Karriere des Paulo Assunção verlief jedoch nicht immer so glatt, wie in der jüngeren Vergangenheit, da es ihm zu Beginn schwer fiel in Europa Fuß zu fassen. Er entstammt aus der Jugend von Palmeiras Sao Paulo. Ein gewisser Luiz Felipe Scolari verhalf ihm zu dem Sprung zu den Profis und obwohl er keinen Anteil an dem Gewinn der Copa Libertadores hatte, warf der FC Porto ein Auge auf ihn. Früh war abzusehen, dass dieser Schritt für den Defensivkünstler zu groß war, denn sein damaliger Trainer, Fernando Santos, nominierte ihn lediglich für ein Pflichtspiel. Sein hauptsächliches Zuhause war die zweite Mannschaft, was Paulo jedoch in keinster Weise zufriedenstellte. Der portugiesische Vorzeigeklub zog die Kaufoption nicht, so dass der 21-Jährige bereits nach einem halben Jahr zurück in sein Heimatland musste.

Zurück in die Heimat

Nach seiner Rückkehr zu Palmeiras erlebte er seine härteste Zeit als Profi. Er stieg mit dem Traditionsverein eine Saison später aus der ersten Liga ab. Finanzielle Probleme sahen den Verein dazu gezwungen den Mittelfeldspieler zu transferieren und wiederum verschlug es ihn auf die iberische Halbinsel. Genauer gesagt landete er auf der Insel Madeira und verdiente von nun an bei Nacional Funchal seine Brötchen. Zwei Jahre lange kickte er für das unscheinbare Team aus dem Urlaubsort, bevor ihn der FC Porto ein weiteres Mal verpflichtete. Jedoch durfte er sich in der Saison 2004/05 erst einmal in der griechischen Liga beweisen, da er für eine Saison ausgeliehen wurde.

Der Durchbruch

Etliche UEFA-Cup Spiele verhalfen ihm u.a. dazu die nötige Erfahrung zu sammeln um sich kurz darauf bei dem Spitzenklub aus Porto durchzusetzen. Nach seiner Rückkehr wurde er alsbald zu einem unverrückbaren Eckpfeiler des Teams, der das Team verstand als moderner Sechser zu führen. Neben seinen defensiven Aufgaben trug er auch intelligent zum Offensivspiel bei, wobei er seine einzigen beiden Profitreffer im Trikot von Funchal erzielte. Lange hatte es gedauert, doch er setzte sich schlussendlich doch bei den Blau-Weißen durch.

Fifa sein Dank, der Wechsel

Ursprünglich wollten die Verantwortlichen des FC Porto seinen Kontrakt frühzeitig bis 2012 verlängern, doch die Forderungen des Lenkers im Spiel der Drachen waren weit über den Vorstellungen des Vorstandes. Der Verheiratete und bald dreifache Familienvater entschied sich darauf seinen Vertrag mit Berufung auf die FIFA Statuten eigenhändig aufzulösen. Somit wurde er urplötzlich zu einem heiß begehrten Spieler, der sich nun für die Rojiblancos entschied. Das Interesse bestand schon seit einem längeren Zeitraum, jedoch waren die Madrilenen nicht bereit die überzogene Ablöseforderung der Portugiesen zu erfüllen.

Seine Rolle .. Die 6

Im Spiel der Madrilenen ist er als Ersatz für Maniche vorgesehen, der den Klub auf jeden Fall verlassen wird. Durch die Verletzungsanfälligkeit von Motta reagierten die Hauptstädter somit auf eine Problemzone im Spiel des Tabellenvierten der Primera División. Da Camacho einen Großteil der Vorbereitung verpassen und sein brasilianischer Landsmann erst wieder langsam einsteigen wird, bekommt ihm bereits in der Champions League Qualifikation eine gewichtige Rolle zu. Mit dieser Verpflichtung wird auch Raúl García entlastet, dem zudem einige Defensivaufgaben abgenommen werden.

Nummer 5 lebt

Präsentiert wird Paulo Assunção im laufe der nächsten Woche, dennoch wird er bereits beim Trainingsauftakt in Majadahonda mit dabei sein. Laut einstimmigen Medienberichten absolvierte der Mittelfeldspieler bereits in der letzten Woche den obligatorischen medizinischen Check. Mit dem fünften Neuzugang neben Grégory Coupet, Florent Sinama-Pongolle, John Heitinga und Tomas Ujfalusi sind die Personalplanungen für die Spielzeit 2008/09 nahezu abgeschlossen. Neben einigen Abgängen, könnte sich aber noch auf der Position des 10ers etwas tun.


Anm. d. Red.: * Der 17 Paragraf der FIFA-Regularien ermöglicht es Spielern, die drei Jahre für einen Verein tätig waren, den Kontrakt einseitig zu kündigen, falls sie einen Vier- oder Fünfjahresvertrag unterschrieben haben. D.h., dass Fußballer mit der Anwendung dieser Regel sich von dem Klub lösen können und somit ablösefrei zu haben sind, jedoch nur für Vereine im Ausland. Als Entschädigung muss der Spieler aber das ausstehende Gehalt, dass er bis zu dem Vertragsende beziehen würde, an den Klub als Abfindung überweisen. Ist der Spieler bei der Vertragsunterschrift älter als 27 Jahre, greift dieser Paragraf bereits nach zwei Jahren. Vorreiter dieser Anwendung war ein schottischer Spieler mit Namen Andy Webster, der sich dies 2006 erfolgreich zu Nutzen machte.



Peña Atlética Centuria Germana
Der erste und größte Atlético Madrid Fanklub Deutschlands

Eure Meinung: Wird Paulo Assunção eine wichtige Rolle bei Atlético spielen können?