Partizan Belgrad

 
Friendly: PAOK - Partizan Belgrade (INTIME)

(anb) Belgrad. In Belgrad verehren sie Lothar Matthäus noch immer. Er war es, der Partizan vor sieben Jahren als Trainer zum bisher einzigen Mal in die Gruppenphase der Champions League führte. Nun ist der serbische Meister also wieder dabei. Dabei überstand Partizan einen wahren Marathon in der Qualifikation. Im letzten von sechs Spielen schlug man den RSC Anderlecht erst im Elfmeterschießen. In Serbien selbst hat Partizan die Vorherrschaft vom Lokalrivalen, Roter Stern Belgrad, übernommen. Die letzten drei Meistertitel gewann alle Partizan. Marcus Haydon von Goal.com International liefert die Fakten zu Partizan Belgrad.

STÄRKEN & SCHWÄCHEN

Die größte Stärke von Partizan Belgrad ist die Mischung aus alten, erfahrenen Spielern und den jungen, hungrigen Talenten. Die Mannschaft ist dadurch schwerer auszurechnen. Partizan sollte deswegen von keinem Gegner unterschätzt werden. Große Stabilität verleiht die Abwehr um den ehemaligen Schalker Mladen Krstajic, der als Kapitän seinen zweiten Frühling in seiner Heimat erlebt. Bei Konterspiel ist sie jedoch anfällig, verliert bei schnellem Tempo gern mal die Ordnung. Zudem ist Partizan auf sein 4-4-2-System fixiert, ein schnelles Umdenken findet oft nicht statt.

STARS & SCHLÜSSELSPIELER

Trotz seiner inzwischen 36 Jahre ist Mladen Krstajic, der neun Jahre in der Bundesliga für Werder Bremen und Schalke 04 spielte, der große Rückhalt der Mannschaft. Er wechselte im letzten Sommer zurück nach Belgrad, wo er schon zwischen 1996 und 2000 unter Vertrag stand, und verhalf dem Klub mit seiner Routine zum erneuten Meistertitel. Im Sturm sorgt der 25-jährige Cleo für Furore, er ist ein Torgarant. Im Mittelfeld kann sich Partizan Belgrad auf den derzeit einzigen Nationalspieler, Radosav Petrovic, verlassen. Er ist ein starker Spieler mit viel Organisationstalent und Zug zum Tor.

TRAINER & TAKTIK

Obwohl Partizan in der letzten Saison ohne Niederlage blieb, wurde gleich dreimal der Trainer gewechselt. Aleksandar Stanojevic übernahm die Mannschaft erst im April und führte den Klub auf der Zielgeraden zum dritten Meistertitel in Folge. Stanojevic startete seine Trainerkarriere als Jugendtrainer bei OFK Belgrad, dem dritten Klub aus der Hauptstadt, bevor er als Co-Trainer Miroslav Djukic 2008 bei Olympia unterstütze und im Anschluss daran Trainer der Serbischen U19 wurde.

Mit 36 Jahren ist er zum ersten Mal hauptverantwortlich als Klubtrainer tätig. Von den Fans wird er geliebt, weil er Partizan sicher in die Gruppenphase der Champions League führte. Stanojevic gilt als Motivator und legt viel Wert auf taktische Disziplin. Seine Mannschaft spielt in einem 4-4-2-System, wo Cleo und Ivica Iliev im Sturm gesetzt sind. Sasa Ilic gilt als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff, kommt hauptsächlich aber über die linke Seite.

ERFOLGE

Partizan Belgrad hat schon 22 Meistertitel und elfmal den Pokal geholt. 1966 stand der Klub im Finale des Europokals der Landesmeister, unterlag dort Real Madrid nach einer 1:0-Führung noch mit 1:2. Partizan ist zu einem finanzstarken Klub geworden, der nicht nur Roter Stern Belgrad überholt, sondern in den letzten drei Jahren dreimal den serbischen Titel geholt hat.

STADION

Das Partizan-Stadion liegt nicht weit vom Stadion des Lokalrivalen, Roter Stern Belgrad, entfernt - dem Marakana. Das Stadion hat eine Laufbahn, was die Fans aber nicht daran hindert, für eine grandiose, laute Stimmung zu sorgen. Es gibt Pläne für ein neues Stadion außerhalb der Stadt, doch es wird nicht davon ausgegangen, dass das Projekt zeitnah in Angriff genommen wird.

HELD DER FANS

Der Brasilianer Cleo ist der Liebling der Fans, obwohl er auch schon bei Roter Stern unter Vertrag stand. Er schoss in der Meistersaison in 27 Spielen 14 Tore. In der zurückliegenden Champions-League-Qualifikation waren es acht Tore in sechs Spielen. Er ist der Garant für die zweite Teilnahme an der Gruppenphase.

GOAL.COM-PROGNOSE

Partizan Belgrad spielt mit Arsenal, Schachtjor Donezk und Sporting Braga in einer ausgeglichenen Gruppe. Alles scheint möglich in der Gruppe H. Bekommt die Mannschaft mehr Stabilität, ist ihr einiges zuzutrauen – auch Platz zwei. Die Teilnahme an der Gruppenphase war ein großer Erfolg, alles was jetzt kommt, ist ein Bonus.

Eure Meinung: Welche Chancen hat Partizan in der Gruppe H?



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