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Nigeria
Lagos. Die WM 2010 in Südafrika wird für Nigeria insgesamt die vierte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft sein. Es ist die erste WM auf dem eigenen Kontinent und dementsprechend motiviert sind die Super Eagles, die mit Lars Lagerbäck ein halbes Jahr vor dem Turnier noch einen neuen Trainer bekamen, sich und den afrikanischen Fußball bestens zu präsentieren.
HINTERGRUND
1994 in den USA nahmen die Super Eagles erstmals an einem WM-Turnier teil. Damals erreichten sie wie 1998 das Achtelfinale. Weiter schaffte es der Afrikameister von 1980 und 1994 nie. Der Olympiassieg 1996 bewies aber, das viel Talent in dem Land steckt, das wie alle afrikanischen Länder völlig fußballverrückt ist. 2002 in Japan und Südkorea scheiterten sie noch in der Vorrunde, 2010 in Südafrika soll mehr dabei herausspringen.
DIE QUALIFIKATION
In der Qualifikationsgruppe Zwei hatte es Nigeria mit Tunesien, Mosambik und Kenia zu tun. Schon im ersten Spiel gegen Mosambik gab es mit dem 0:0 einen Dämpfer. Es folgten ein klarer 3:0-Erfolg über Kenia und ein weiteres torloses Remis gegen Mitfavorit Tunesien. Auch das Rückspiel in Tunesien ging nicht verloren. Nach dem Sieg am vorletzten Spieltag gegen Mosambik stand jedoch Tunesien zwei Punkte vor den Super Eagles. Die Chancen auf das WM-Ticket waren minimal – doch sie schafften es: Da Tunesien völlig überraschend mit 0:1 in Mosambik verlor und Nigeria zugleich auswärts in Kenia in einem Drahtseilakt mit 3:2 gewann, fuhren die Super Eagles zur WM!
STÄRKEN
Die Stärke der Mannschaft von Lars Lagerbäck liegt in ihrer puren Freude am Fußball. Ihre Motivation und ihr Wille, dem eigenen Land einen großen Auftritt auf großer Bühne zu beschaffen, ist riesig. Unbekümmert spielen sie stets eine offensiven Fußball. Mit Obafemi Martins, Nwankwo Kanu und Osaze Odemwingie besitzen sie zudem Hochkaräter im Angriff, die sicher für den ein oder anderen Treffer gut sein werden. Die Mannschaft ist ein guter Mix aus schnellen und körperlich robusten Spielern.
SCHWÄCHEN
Wie bei so vielen afrikanischen Mannschaften liegt der sprichwörtliche Hund in der mangelnden, taktischen Ausbildung begraben. Oft stürmen die Super Eagles mit Mann und Maus nach vorne, um dann die Defensive zu vernachlässigen und sich durch Konter entscheidende Gegentreffer einzufangen.
DER TRAINER
Es ist so etwas wie die zweite Chance für Lars Lagerbäck: In der Qualifikation zur WM in Südafrika war der Schwede eigentlich schon mit seinem Heimatland gescheitert. Wie vorher für diesen Fall der Fälle angekündigt, nahm Lagerbäck nach 22 Jahren seinen Hut bei den „Tre Kronors“, die nur den dritten Platz in der Qualifikation belegten. Doch dann kam das Angebot aus Nigeria, die beim Africa Cup im Halbfinale gescheitert waren und zuvor Shuaibu Amodu gerade einmal ein halbes Jahr vor der WM vor die Tür gesetzt hatten. Lagerbäck nahm das Angebot an und steht so in Südafrika an der Seitenlinie von Nigeria.
DIE STARS
Beim Saisonendspurt des FC Chelsea konnte er nicht mitwirken, doch ohne Zweifel ist John Obi Mikel der Star im Team von Nigeria. Bei den Super Eagles muss er als Spielmacher funktionieren, was Mikel jedoch nicht zu liegen scheint: In der Heimat wird er nämlich wegen seiner mangelnden Offensivfreudigkeit kritisiert. Aber alleine mit dem Schwung vom Double aus England wird Mikel für Nigeria Gold wert sein.
DIE HOFFNUNG
Bei Olympia hatte es Chinedu Obasi vorgemacht: Bei dem Gewinn der Silbermedaille 2008 in Peking war der Hoffenheimer ein wichtiger Teil der erfolgreichen Truppe, die erst gegen Argentinien im Finale verlor. Der 23-jährige ist die Hoffnung der heimischen Fans, denn er versprüht noch die spielerische Leichtigkeit, die sie so lieben an ihren Super Eagles. Nach langwierigen Verletzungen zeigt seine Formkurve wieder nach oben und man hofft, dass die WM 2010 sein Turnier wird.
GOLDENER MOMENT
Der heutige Europameister aus Spanien ging bei der WM 1998 als klarer Favorit in die Partie mit Nigeria, erlebte jedoch einen tiefen Fall. In einem packenden Spiel schoss noch Fernando Hierro die Iberer in Führung, doch Mutiu Adepoju konnte ausgleichen. Als Real-Legende Raul das 2:1 für Spanien markierte, dachte man an den engültigen Knockout für Nigeria, doch die Super Eagles kamen zurück: Zubizarreta, der in Frankreich seine vierte WM spielte, lenkte einen Ball ins eigene Netz, bevor Sunday Oliseh mit einem Distanzschuss den 3:2-Siegtreffer erzielte. Die Fans tobten auf den Rängen vor Freude, denn der erste Schritt zum späteren Achtelfinale war gemacht. [Golden Moments: Die Sensation gegen Spanien 1998]
BITTERSTE STUNDE
Der 22. Afrika Cup im Jahre 2000 sollte für Nigeria zur bittersten Stunde werden. Die Super Eagles spielten sich als Gastgeber bis ins Finale durch und trafen dort auf Kamerun. Über 60.000 Fans im Nationalstadion in Lagos waren in der Hoffnung gekommen, den Pokal ihr eigen zu nennen. Doch nach aufregenden 120 Minuten und einem Traumtor aus 30 Metern von Jay-Jay Okocha stand es 2:2 – es ging ins Elfmeterschießen! Nachdem Patrick Mboma und Pierre Womé für Kamerun und Okocha sowie Okpara für Nigeria getroffen hatten, versagten Nwankwo Kanu die Nerven. Geremi brachte daraufhin Kamerun in Front und Victor Ikpeba trat an. In bester Wembley-Manier zog der seinen Schuss an die Latte und der Ball klatschte vom Aluminium auf den Rasen und von dort wieder ins Spielfeld. Alle im Stadion und an den Fernsehgeräten hatten den Ball drin gesehen, nur der Schiedsrichter nicht. Nigeria war geschlagen. [Bittere Stunden: Der Elfmeter-Krimi gegen Kamerun 2000]
ABSEITS
Rund 140 Millionen Menschen leben in Nigeria, das damit mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist. Die Grenze teilt es mit Benin, Niger, Tschad und Kamerun. Das Land besitzt reiche Erdölvorkommen, die jedoch nur wenigen reichen vorbehalten sind und die Schere zwischen Arm und Reich weiter groß ist. So kommt es oft zu Unruhen in der Bevölkerung, die sich angesichts scheinbar auswegloser Armut mit Diebstahl und Gewalt zu helfen versucht. Die Landschaft wird auch vom Strom Niger beeinflusst, der auch namensgebend für das Nbekannte Nigerdelta ist.
GOAL.COM-PROGNOSE
Bei keinen anderen Mannschaften ist eine Prognose so schwierig wie bei denen des gastgebenden Kontinents. Nigeria wird viele Fans aus dem eigenen Land in den Stadion haben, die für die gewohnt fantastische Stimmung sorgen werden. Doch können die Super Eagles gegen die taktisch besten Teams aus Europa und Südamerika bestehen? Es wird schwierig, aber an einem guten Tag ist viel möglich. Wenn sie diesen erwischen, ist mindestens das Achtelfinale möglich.
Eure Meinung: Was ist für Nigeria möglich bei der WM 2010? Sind die Super Eagles das stärkste afrikanische Team?
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HINTERGRUND
1994 in den USA nahmen die Super Eagles erstmals an einem WM-Turnier teil. Damals erreichten sie wie 1998 das Achtelfinale. Weiter schaffte es der Afrikameister von 1980 und 1994 nie. Der Olympiassieg 1996 bewies aber, das viel Talent in dem Land steckt, das wie alle afrikanischen Länder völlig fußballverrückt ist. 2002 in Japan und Südkorea scheiterten sie noch in der Vorrunde, 2010 in Südafrika soll mehr dabei herausspringen.
DIE QUALIFIKATION
In der Qualifikationsgruppe Zwei hatte es Nigeria mit Tunesien, Mosambik und Kenia zu tun. Schon im ersten Spiel gegen Mosambik gab es mit dem 0:0 einen Dämpfer. Es folgten ein klarer 3:0-Erfolg über Kenia und ein weiteres torloses Remis gegen Mitfavorit Tunesien. Auch das Rückspiel in Tunesien ging nicht verloren. Nach dem Sieg am vorletzten Spieltag gegen Mosambik stand jedoch Tunesien zwei Punkte vor den Super Eagles. Die Chancen auf das WM-Ticket waren minimal – doch sie schafften es: Da Tunesien völlig überraschend mit 0:1 in Mosambik verlor und Nigeria zugleich auswärts in Kenia in einem Drahtseilakt mit 3:2 gewann, fuhren die Super Eagles zur WM!
STÄRKEN
Die Stärke der Mannschaft von Lars Lagerbäck liegt in ihrer puren Freude am Fußball. Ihre Motivation und ihr Wille, dem eigenen Land einen großen Auftritt auf großer Bühne zu beschaffen, ist riesig. Unbekümmert spielen sie stets eine offensiven Fußball. Mit Obafemi Martins, Nwankwo Kanu und Osaze Odemwingie besitzen sie zudem Hochkaräter im Angriff, die sicher für den ein oder anderen Treffer gut sein werden. Die Mannschaft ist ein guter Mix aus schnellen und körperlich robusten Spielern.
SCHWÄCHEN
Wie bei so vielen afrikanischen Mannschaften liegt der sprichwörtliche Hund in der mangelnden, taktischen Ausbildung begraben. Oft stürmen die Super Eagles mit Mann und Maus nach vorne, um dann die Defensive zu vernachlässigen und sich durch Konter entscheidende Gegentreffer einzufangen.
DER TRAINER
Es ist so etwas wie die zweite Chance für Lars Lagerbäck: In der Qualifikation zur WM in Südafrika war der Schwede eigentlich schon mit seinem Heimatland gescheitert. Wie vorher für diesen Fall der Fälle angekündigt, nahm Lagerbäck nach 22 Jahren seinen Hut bei den „Tre Kronors“, die nur den dritten Platz in der Qualifikation belegten. Doch dann kam das Angebot aus Nigeria, die beim Africa Cup im Halbfinale gescheitert waren und zuvor Shuaibu Amodu gerade einmal ein halbes Jahr vor der WM vor die Tür gesetzt hatten. Lagerbäck nahm das Angebot an und steht so in Südafrika an der Seitenlinie von Nigeria.
DIE STARS
Beim Saisonendspurt des FC Chelsea konnte er nicht mitwirken, doch ohne Zweifel ist John Obi Mikel der Star im Team von Nigeria. Bei den Super Eagles muss er als Spielmacher funktionieren, was Mikel jedoch nicht zu liegen scheint: In der Heimat wird er nämlich wegen seiner mangelnden Offensivfreudigkeit kritisiert. Aber alleine mit dem Schwung vom Double aus England wird Mikel für Nigeria Gold wert sein.
DIE HOFFNUNG
Bei Olympia hatte es Chinedu Obasi vorgemacht: Bei dem Gewinn der Silbermedaille 2008 in Peking war der Hoffenheimer ein wichtiger Teil der erfolgreichen Truppe, die erst gegen Argentinien im Finale verlor. Der 23-jährige ist die Hoffnung der heimischen Fans, denn er versprüht noch die spielerische Leichtigkeit, die sie so lieben an ihren Super Eagles. Nach langwierigen Verletzungen zeigt seine Formkurve wieder nach oben und man hofft, dass die WM 2010 sein Turnier wird.
GOLDENER MOMENT
Der heutige Europameister aus Spanien ging bei der WM 1998 als klarer Favorit in die Partie mit Nigeria, erlebte jedoch einen tiefen Fall. In einem packenden Spiel schoss noch Fernando Hierro die Iberer in Führung, doch Mutiu Adepoju konnte ausgleichen. Als Real-Legende Raul das 2:1 für Spanien markierte, dachte man an den engültigen Knockout für Nigeria, doch die Super Eagles kamen zurück: Zubizarreta, der in Frankreich seine vierte WM spielte, lenkte einen Ball ins eigene Netz, bevor Sunday Oliseh mit einem Distanzschuss den 3:2-Siegtreffer erzielte. Die Fans tobten auf den Rängen vor Freude, denn der erste Schritt zum späteren Achtelfinale war gemacht. [Golden Moments: Die Sensation gegen Spanien 1998]
BITTERSTE STUNDE
Der 22. Afrika Cup im Jahre 2000 sollte für Nigeria zur bittersten Stunde werden. Die Super Eagles spielten sich als Gastgeber bis ins Finale durch und trafen dort auf Kamerun. Über 60.000 Fans im Nationalstadion in Lagos waren in der Hoffnung gekommen, den Pokal ihr eigen zu nennen. Doch nach aufregenden 120 Minuten und einem Traumtor aus 30 Metern von Jay-Jay Okocha stand es 2:2 – es ging ins Elfmeterschießen! Nachdem Patrick Mboma und Pierre Womé für Kamerun und Okocha sowie Okpara für Nigeria getroffen hatten, versagten Nwankwo Kanu die Nerven. Geremi brachte daraufhin Kamerun in Front und Victor Ikpeba trat an. In bester Wembley-Manier zog der seinen Schuss an die Latte und der Ball klatschte vom Aluminium auf den Rasen und von dort wieder ins Spielfeld. Alle im Stadion und an den Fernsehgeräten hatten den Ball drin gesehen, nur der Schiedsrichter nicht. Nigeria war geschlagen. [Bittere Stunden: Der Elfmeter-Krimi gegen Kamerun 2000]
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Rund 140 Millionen Menschen leben in Nigeria, das damit mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist. Die Grenze teilt es mit Benin, Niger, Tschad und Kamerun. Das Land besitzt reiche Erdölvorkommen, die jedoch nur wenigen reichen vorbehalten sind und die Schere zwischen Arm und Reich weiter groß ist. So kommt es oft zu Unruhen in der Bevölkerung, die sich angesichts scheinbar auswegloser Armut mit Diebstahl und Gewalt zu helfen versucht. Die Landschaft wird auch vom Strom Niger beeinflusst, der auch namensgebend für das Nbekannte Nigerdelta ist.
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Bei keinen anderen Mannschaften ist eine Prognose so schwierig wie bei denen des gastgebenden Kontinents. Nigeria wird viele Fans aus dem eigenen Land in den Stadion haben, die für die gewohnt fantastische Stimmung sorgen werden. Doch können die Super Eagles gegen die taktisch besten Teams aus Europa und Südamerika bestehen? Es wird schwierig, aber an einem guten Tag ist viel möglich. Wenn sie diesen erwischen, ist mindestens das Achtelfinale möglich.
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