Iran

 
Javad Nekounam, Iran (Getty Images)

Mehr als drei Jahrzehnte ist es nun schon her, dass die Vorherrschaft des Iran im asiatischen Fußball zu Ende ging. 1976 sicherte sich die Mannschaft zum dritten Mal in Serie den Titel beim Asian Cup – und das war gleichzeitig der letzte Triumph. Das fußballverrückte Land hatte in den letzten Jahren nur wenig Grund zum Jubeln, denn die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 wurde verpasst. Der Asian Cup in Katar könnte nun eine Entschädigung werden. Trainer Afshin Ghotbi hat nur zwei Stars aus Europa mit dabei und auch schon angekündigt, dass er nach dem Turnier zurücktritt. Das hat die Kritiker auf den Plan gerufen, die ihm vorwerfen, jetzt schon nicht mehr hundertprozentig bei der Sache zu sein.

DIE QUALIFIKATION

Mit nur einer Niederlage setzte sich der Iran in einer Gruppe mit Jordanien, Thailand und Singapur als Erster durch. Gleich am Anfang setzte das Team mit einem 6:0 gegen Singapur ein deutliches Zeichen. Nur zwei Gegentore standen am Ende der Quali für den Iran zu Buche. Auf der anderen Seite trafen Spieler aus allen Mannschaftsteilen, was erneut zeigte, dass ein echter Top-Stürmer auf internationalem Niveau im Moment dem Land fehlt. Die einzige Niederlage kassierte die Mannschaft im Auswärtsspiel in Jordanien.

TRAINER & TAKTIK

Afshin Ghotbi arbeitete schon mit Guus Hiddink und Dick Advocaat zusammen beim Nationalteam Südkoreas – und damit ist er auf der großen internationalen Bühne kein Unbekannter. Die Aufgabe im Iran ist erst seine zweite Stelle als Alleinverantwortlicher. Während seine Anstellung noch von fast allen gefeiert wurde, war die verpasste WM 2010 eine große Enttäuschung. Nach dem Turnier wird er in die japanische J-League wechseln. Er bevorzugt es, dass Spielfeld mit zwei oder drei defensiven Mittelfeldspieler eng zu machen und auf Ballbesitz zu spielen.

DER STAR

Mit mehr als 100 Länderspielen und mehr als 100 Einsätzen für seinen spanischen Verein Osasuna ist Javad Nekounam der erfahrenste Iraner und der Anführer im Mittelfeld. Als einer von zwei Spielern, die in Europa ihr Geld verdienen, ist er beim Asian Cup gefordert: Er muss die Mannschaft führen. Auch sein Osasuna-Kollege Masoud Shojaei ist zu beachten.

DIE FAN-ERWARTUNGEN

Das Mindestziel ist das Erreichen des Viertelfinales. Skeptische Stimmen sagen allerdings, dass die Entscheidung von Trainer Ghotbi, beim japanischen Klub Shimizu S-Pulse zu unterschreiben, dazu führen wird, dass der Coach nicht mehr alles gibt. Die Leistungen in der jüngeren Vergangenheit waren eher wechselhaft und die ausbleibenden Fortschritte haben dazu geführt, dass manche iranischen Fans ein überraschendes Vorrunden-Aus befürchten.

DIE GOAL.COM PROGNOSE

Das Fehlen eines echten Top-Stürmers könnte sich negativ bemerkbar machen. Auch die Abwehr scheint ein wenig anfällig zu sein. Der Irak und Nordkorea könnten dem Iran Schwierigkeiten bereiten. Mit der aktuellen Form wird es schwer werden, die Gruppenphase zu überstehen.



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