Son Heung-Min & Van Nistelrooy, Hamburg (Getty Images)
Hamburg. Viele Hochs und leider auch viel zu viele Tiefs, das war die Bundesliga-Saison 2009/10 für den Hamburger SV. An der Elbe lebte der große Traum von großen Erfolgen, doch schon bald hieß es: „Ausgeträumt!“ Nach einer guten Hinrunde folgte der langsame Absturz im DFB-Pokal, in der Liga, und in der Europa League. Das Verpassen des europäischen Endspiels der Europa League im eigenen Stadion schmerzte sehr. In der Saison 2010/11 sind die Hanseaten nicht auf Europa-Reise – es zählt nur die Bundesliga und der DFB-Pokal. Was erwartet die HSV-Fans im neuen Spieljahr tatsächlich? Der Goal.com-Teamcheck.

TEST & WAHRHEIT

In Duellen mit unterklassigen Mannschaften kam es Anfang Juli zu einem 9:0-Erfolg und zu einem 7:0-Sieg. Den ersten Härtetest gab es Mitte Juli gegen den kroatischen Klub Hajduk Split, gefolgt von einem Spiel gegen Juventus Turin – beide Partien wurden mit einem Unentschieden beendet. Der „Liga Total! Cup 2010“ sollte am 31. Juli und am 1. August die entscheidende Phase einläuten. In Gelsenkirchen gab es zunächst eine 1:2-Niederlage gegen den FC Schalke 04 und einen 3:0-Erfolg über den 1. FC Köln. Ruud van Nistelrooy trug sich in beiden Spielen jeweils einmal in die Torschützenliste ein. Neuzugang Gojko Kacar und das junge Talent Heung Min Son waren ebenfalls erfolgreich.

Hamburger SV: Alle Infos

Ein großes Ausrufezeichen erfolgte drei Tage später in der heimischen Imtech Arena. Die Gäste vom FC Chelsea London wurden nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 besiegt. Mladen Petrich besorgte den Ausgleich, ehe Heung Min Son mit dem 2:1-Siegtreffer ein erneutes Ausrufezeichen setzte.Im letzten Testspiel landete der Hamburger SV dann aber auf dem harten Boden. Paolo Guerrero und Jonathan Pitroipa waren zwar vor 3.000 Zuschauern für den HSV erfolgreich, doch am Ende siegte Zweitligist Energie Cottbus mit 4:2.

KOMMEN & GEHEN

Zuerst kam wieder einmal ein neuer Trainer: Armin Veh übernahm beim Hamburger SV das Kommando. Sidney Sam, der in der vergangenen Spielzeit an den ersten 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen wurde, wurde für zwei Millionen Euro an Bayer Leverkusen verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war der Abschied von Nationalspieler Jérôme Boateng längst beschlossene Sache. Der WM-Fahrer spülte zehn Millionen Euro in die HSV-Kassen und verabschiedete sich in Richtung Manchester City. Auch das schwedische Talent Marcus Berg verließ die Hanseaten und wurde für ein Jahr in die Niederlande zum PSV Eindhoven verliehen.

Der Transfermarkt: Alle Wechsel

Das eingenommene Geld investierten die Hamburger in neue Kräfte. Torwart Jaroslav Drobný kam von Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin. Teamkollege Gojko Kacar folgte wenige Wochen später, nachdem der lange Transferpoker beendet war. Die Dienste des Serben ließen sich die Hanseaten rund fünf Millionen Euro kosten.

Für die schwache Abwehr der Vorsaison investierte der Hamburger SV in zwei Verteidiger. Heiko Westermann kam für 7,5 Millionen Euro vom FC Schalke 04. Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier kostete 2,2 Millionen Euro und wurde vom 1. FC Nürnberg verpflichtet. Die ausgeliehenen Spieler Eric Maxim Choupo-Moting und Mickaël Tavares kamen zurück. Bis zum Saisonbeginn wollen sich die Hanseaten noch von zwei bis drei Spielern trennen.

STÄRKEN & SCHWÄCHEN

In der abgelaufenen Spielzeit hatten die Hamburger vor allem in der Defensive große Probleme - eigentlich eine Stärke der Rothosen. Mit den gezielten Neuverpflichtungen wurden die großen Lücken scheinbar gefüllt. Dennis Diekmeier löst das Problem auf der rechten Abwehrseite und Heiko Westermann wird in der zentralen Innenverteidigung an der Seite von Hollands Nationalspieler Joris Mathijsen auflaufen.

Hamburger SV: Die Erfolge


Schwachstellen lassen sich im Moment noch im Mittelfeld erkennen. Dort sollte Eljero Elia schnell zu seiner starken Hinrunden-Form der Vorsaison finden. Nationalspieler Marcell Jansen muss man eine verletzungsfreie Saison wünschen, dann kann auch er wieder eine wichtige Rolle einnehmen. Die größte Gefahr lauert allerdings im Umfeld, denn die Erwartungen an die Mannschaft sollten nicht zu hoch sein. Zudem muss es das Team schaffen, konstanter seine Leistung abzurufen.

TRAINER & TAKTIK

Neues Jahr, neues Glück, neuer Trainer, neue Taktik! Die Vorzeichen beim Hamburger SV scheinen immer gleich zu sein. Zur neuen Saison kommt ein neuer Trainer, so auch in diesem Sommer. Armin Veh, ehemaliger Chefcoach vom VfL Wolfsburg und vom VfB Stuttgart, hat nun an der Elbe das Sagen. Mit Veh startete der HSV einen Neuanfang. Personell wird der Trainer Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier einbauen und Innenverteidiger Heiko Westermann. Auch Gojko Kacar dürfte seinen Platz im HSV-Mittelfeld schon bald finden. Ein großes Fragezeichen steht auf der Torwartposition - Jaroslav Drobný oder Frank Rost? Paolo Guerrero scheint im Veh-System hinter der Spitzen, die Ruud van Nistelrooy heißt, spielen zu dürfen.

GOAL.COM-PROGNOSE

Der Hamburger SV hat sich zur neuen Saison gut und vor allem gezielt verstärkt. Das Team ist in der Breite perfekt aufgestellt. Trainer Armin Veh muss nun den richtigen Zugang finden, um die Mannschaft zu formen und für die Bundesliga auf den Punkt genau fit zu bekommen. Mit dieser Truppe kann der HSV auf jeden Fall wieder den Weg zurück in das europäische Geschäft finden. Am Saisonende ist ein Platz unter den ersten sechs Mannschaften realistisch.



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Top-Torjäger
Spieler Tore Elfmeter
Mladen Petric Mladen Petric
Angriff
HSV
9 3
Heung-Min  Son Heung-Min Son
Angriff
HSV
8 0
Paolo Guerrero Paolo Guerrero
Angriff
HSV
6 0
Marcell Jansen Marcell Jansen
Mittelfeld
HSV
6 0
Marcus Berg Marcus Berg
Angriff
HSV
3 0