Subotic ist platt nach seinem Tor für den BVB (Bongarts/Getty)

(dab) Dortmund. Im zweiten Anlauf hat Borussia Dortmund in der vergangenen Saison den Sprung auf die internationale Bühne geschafft. Mit dem 5. Bundesliga-Tabellenplatz sicherte sich die junge Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp die Teilnahme an der Europa League. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten hat der BVB auch vor dieser Saison mit Robert Lewandowski und Shinji Kagawa hoffnungsvolle Talente geholt. Hier kommt der Goal.com-Teamcheck.

TEST & WAHRHEIT

Eine bunte Mischung an Vorbereitungs-Gegnern bekam die Borussia seit Anfang Juli vorgesetzt. Acht Mal liefen die Borussen auf – und sie verloren keine einzige Partie. Nur zwei 1:1-Unentschieden gegen den türkischen Meister Bursaspor und den TSV 1860 München gab es, ansonsten verließen die Schwarz-Gelben immer als Sieger den Platz. Ganz egal, ob der Gegner mit dem Regionallisten Sportfreunde Lotte unterklassig (4:1) war oder mit Manchester City zur Extraklasse des europäischen Fußballs zählte (3:1). Der Sieg gegen „City“ war im Nachhinein das größte Ausrufezeichen der Vorbereitung.  

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Einen guten Eindruck machten die Neuzugänge Shinji Kagawa und Robert Lewandowski. Der Torschützenkönig aus Polen fügte sich gleich mit einem tollen Fallrückzieher-Treffer gegen Lotte ein. Und Kagawa bewies nicht nur gegen Manchester City, dass er ein offensivstarker Mann ist. Auch den letzten Test vor dem Pflichtspielstart absolvierten die Dortmunder mit Erfolg: Beim Zweitligisten Arminia Bielefeld siegte der BVB durch Tore von Sebastian Kehl und Shinji Kagawa mit 2:0, auch wenn Trainer Jürgen Klopp dieser Auftritt nicht besonders gut gefiel.

KOMMEN & GEHEN

Finanziell sieht es für die Borussia nach der Fast-Pleite vor einigen Jahren noch immer nicht rosig aus, doch es geht nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich voran. Wenn Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc von einem Spieler überzeugt sind, dann gibt der BVB auch einmal Beträge bis zu fünf Millionen Euro aus, wie im letzten Sommer für Stürmer Lucas Barrios, der voll einschlug. In diesem Sommer ist Robert Lewandowski der Mann, in den Klopp und Zorc viel Vertrauen setzen. Nach wochenlangen Verhandlungen einigten sich der Spieler und die beiden Vereine über den Wechsel: Für 4,5 Millionen Euro kommt der Torschützenkönig der polnischen Liga von Lech Posen ins Ruhrgebiet.

Der Transfermarkt: Alle Wechsel

Ein zweiter Pole hat nichts gekostet: Vom Absteiger aus Berlin wechselte Lukasz Piszczek ablösefrei zur Borussia und soll auf der Position des rechten Außenverteidigers eine Alternative zu Patrick Owomoyela sein. Und mit dem Japaner Shinji Kagawa kommt ein Mann für die Offensive nach Dortmund. Der 21-Jährige überzeugte bislang in der Vorbereitung und erzielte schon einige Tore für seinen neuen Verein. Er könnte eine echte Alternative auf den Außenpositionen im offensiven Mittelfeld sein. Weiterhin gehören auch noch wie üblich einige Talente aus der A-Jugend oder der zweiten Mannschaft zum erweiterten Kader.

Hier komm ich: Der neue BVB-Japaner feiert sein Tor

Am weitesten von den jungen Leuten ist dabei mit Sicherheit Mario Götze: Dem Jugend-Nationalspieler wird der Durchbruch in der kommenden Spielzeit zugetraut. Bislang durfte er sich schon mehrmals in der Vorbereitung beweisen und hat seine Sache gut gemacht. Echte Leistungsträger hat die Borussia im Sommer nicht verloren. Mit Marc Ziegler ist der Ersatztorwart gegangen, doch der Verlust wurde mit der Verpflichtung des Australiers Mitchell Langerak wieder aufgefangen. Dass der Brasilianer Tinga mit seinen 32 Jahren nicht mehr in den Plänen von Trainer Jürgen Klopp vorkommt, war schon längere Zeit bekannt. Sein Vertrag wurde nicht verlängert.

STÄRKEN & SCHWÄCHEN

Die Borussia hat eine gute Mannschaft – und fast alle Leistungsträger haben ihre besten Jahre noch vor sich. Trainer Jürgen Klopp setzt auf junge, dynamische und lauffreudige Spieler, die ihm das Vertrauen in der vergangenen Saison mit dem fünften Platz zurückzahlten. In der Abwehr gehören die beiden 21-jährigen Mats Hummels und Neven Subotic mit zu den besten Innenverteidiger-Duos der Liga. Und der gleichaltrige Nuri Sahin hat als defensiver Mittelfeldspieler in der letzten Spielzeit den endgültigen Durchbruch geschafft. Ein echter Glücksgriff war die Verpflichtung von Stürmer Lucas Barrios, der als einziger Angreifer in Klopps 4-2-3-1-System in seiner ersten Saison bei den Schwarz-Gelben gleich 19 Tore erzielte. Laufbereitschaft und Einsatz, das sind die Stärken der Borussia.

Borussia Dortmund: Die Erfolge

Jung bedeutet unerfahren – und das musste Borussia Dortmund in der vergangenen Saison schmerzlich erfahren. Wenn die Mannschaft nicht so oft eine Führung durch passive Spielweise abgegeben hätte, wäre für den BVB sogar noch mehr als der fünfte Platz drin gewesen. Phasenweise war die Mannschaft zu beeindruckt vom Gegner, wenn der richtig Druck machte. Durch die Verpflichtung von Lukas Piszczek versucht Trainer Jürgen Klopp, auf der rechten Außenverteidiger-Position konstantere Leistung hinzubekommen, als sie von Patrick Owomoyela geliefert werden. Der spielte zwar keine schlechte Saison, doch an manchen Tagen leistete er sich schmerzhafte Aussetzer. Auch bei Mohamed Zidan auf der Zehnerposition wusste man vorher nie, ob der Auftritt eher in Richtung Kreis- oder Weltklasse geht. Konstanz und Erfahrung fehlt der Dortmunder Mannschaft noch.

TRAINER & TAKTIK

Bei der WM in Südafrika erlebte das 4-2-3-1-System seinen vorläufigen Höhepunkt. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte dieses Schema schon früh in der Saison als optimales System für seine Borussia entdeckt. Mit viel Laufarbeit unterstützte die offensive Dreierreihe Stürmer Lucas Barrios und brachte gleichzeitig den Spielaufbau des Gegners zur Verzweiflung. Es gibt keinen Grund, warum die Borussia in der kommenden Spielzeit von dem geglückten Plan abrücken sollte. Mit Lewandowski und Kagawa hat er sogar noch zwei echte Alternativen in der Offensive dazu bekommen.

Klopps Position ist durch das vergangene Jahr noch einmal deutlich gestärkt worden. Die Fans unterstützen sein Konzept mit den vielen jungen Spielern und stehen hinter dem Übungsleiter, der sich ganz klar mit dem Verein identifiziert. Unvergessen ist sein Jubellauf nach dem späten Siegtreffer in Köln. So etwas kommt gut an bei den Fans. Und es nicht zu erwarten, dass große Kritik an Klopp laut wird, selbst wenn es einmal nicht so gut für den BVB laufen sollte.

GOAL.COM-PROGNOSE

Borussia Dortmund wird sich in der kommenden Saison weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen. Ob das am Ende auch in der Tabelle zu sehen ist, bleibt abzuwarten. Es spricht nichts dagegen, dass der BVB auch in der kommenden Saison bei der Vergabe der internationalen Plätze kräftig mitmischt. Mit einem Ausrutscher nach oben könnte sogar der dritte Platz drin sein, wenn es schlecht läuft nur der achte. Eine erneute Platzierung im Bereich von Rang fünf ist wahrscheinlich.



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