CL:Steve McClaren, Arsenal - FC Twente (PA
Wolfsburg. Nach einem lehrreichen Jahr mit Dreifachbelastung, einem Trainerrauswurf und einigen Höhen und Tiefen will der VfL Wolfsburg in der neuen Saison wieder voll angreifen. Mit Steve McClaren steht ein neuer Coach auf der Kommandobrücke und der erste englische Trainer in der Bundesliga soll den ambitionierten Klub wieder in die Erfolgsspur führen. Der VfL im Goal.com-Teamcheck!

TEST & WAHRHEIT


Die Vorbereitung auf die anstehende Spielzeit läuft bei den Wolfsburgern rund. Die ersten Testpartien wurden mit Ausnahme eines 1:1 gegen Magdeburg allesamt standesgemäß gewonnen: Gegen den MTV Wolfenbüttel hieß es am Ende 13:0, auch gegen den OSV Hannover (10:1) und den Kreisligisten Brundsrode/Flechtorf (12:0) wurde es deutlich. Bei Germania Halberstedt hieß es am Ende 4:0. Die bis dato schwächste Leistung lieferte der Vfl beim 1:3 gegen Panathinaikos Athen ab, es folgte ein 3:0 gegen den Regionalligisten Havelse, ein Sieg beim Blitzturnier in Ingolstadt und ein knappes 1:2 beim italienischen Erstligisten SSC Neapel.

VfL Wolfsburg: Alle Infos

Den letzten Härtetest gegen den FC Everton bestand der VfL mit einem 2:0-Sieg. Trainer McClaren war nach dem Erfolg über den Premier-League-Klub zufrieden: „Ich denke, wir sahen gut organisiert aus und haben einen ordentlichen Ball gespielt. Trotzdem müssen wir uns noch steigern, dafür muss ich die Plattform schaffen. Ich freue mich, dass wir ohne Gegentreffer geblieben sind. Wir wachsen mit jedem einzelnen Tag.“

KOMMEN & GEHEN


Die Achillesferse der letzten Spielzeit war bei den Niedersachsen eindeutig die Defensive, deshalb wurden in diesem Bereich auch die ersten Transfers unter Dach und Fach gebracht: Die beiden Innenverteidiger Arne Friedrich und Simon Kjaer sollen die Viererkette stabilisieren. Friedrich, der mit der DFB-Elf eine bärenstarke WM hinter sich hat, kommt für rund zwei Millionen Euro von Absteiger Hertha BSC Berlin. Kjaer gilt als einer der talentiertesten Spieler auf seiner Position. Der 21-jährige Däne spielte zuletzt beim US Palermo und kostet zwölf Millionen Euro Ablöse. Er soll unter anderem auch beim FC Liverpool und Manchester United auf dem Wunschzettel gestanden haben.

Der Transfermarkt: Alle Wechsel

Als Ergänzungen für das Mittelfeld holte Wolfsburgs Macher Dieter Hoeneß Supertalent Nassim Ben Khalifa von den Grasshoppers Zürich und Allrounder Cicero, der ebenfalls von der Hertha kommt. Mario Mandzukic (Dinamo Zagreb) stellt eine zusätzliche Alternative im Angriff dar. Der 24 Jahre alte Kroate kann im Sturm alle Positionen bekleiden und war dem VfL sieben Millionen Euro wert.


Nicht mehr im Dress der Wölfe spielt Christian Gentner, der sich ablösefrei zum VfB Stuttgart verabschiedete. Obafemi Martins verabschiedet sich nach nur einem Jahr zu Rubin Kasan (neun Millionen Euro Ablöse) und Abwehrflop Rever verteidigt nun bei Atletico Mineiro. Verteidiger Jan Simunek zog es zum 1. FC Kaiserslautern und WM-Teilnehmer Jonathan Santana wechselte in die Türkei zu Kayserispor.

STÄRKEN & SCHWÄCHEN


Der VfL stellte den viertbesten Angriff der Liga, Stürmer Edin Dzeko schnappte sich die Torjägerkanone. Am Sturm lag es also nicht, dass Wolfsburg den Einzug in den internationalen Wettbewerb verpasste. Vor allem das Umschalten von Abwehr auf Angriff über Regisseur Zvjezdan Misimovic ist eine Trumpfkarte des Meisters von 2009. Das starke Konterspiel macht den VfL zu einer der besten Auswärtsmannschaften der Bundesliga.

VfL Wolfsburg: Die Erfolge

Vor allem in der Abwehr hatte der VfL in der vergangenen Saison große Probleme. 58 Gegentore waren einfach zu viel für einen Verein, der an der Spitze mitkämpfen wollte. Neben Formschwankungen der Verteidiger, war dafür auch die offensive Marschroute von Ex-Trainer Veh verantwortlich. Steve McClarens Aufgabe ist es, den Spagat zwischen Offensive und Defensive wieder hinzubekommen und die Ausrichtung der Mannschaft auf sein Spielermaterial abzustimmen. Außerdem ließ Wolfsburg daheim zu viele Zähler liegen. Acht Niederlagen setzte es in der VW-Arena, das bedeutet nur Platz elf in der Heimtabelle.

TRAINER & TAKTIK


Armin Veh scheiterte am Erbe von Felix Magath und Interimscoach Lorenz-Günther Köstner war nicht die „große Lösung“, die Manager Dieter Hoeneß für die neue Saison vorschwebte. Also verpflichtete er den ehemalige englischen Nationaltrainer Steve McClaren. Der 49-jährige trainierte nach den „Three Lions“ in den letzten beiden Jahren mit großem Erfolg den FC Twente. Er machte die „Tukkers“ in der abgelaufenen Saison erstmals zum holländischen Meister und verabschiedete sich auf seinem Höhepunkt aus der niederländischen Grenzstadt. Beim VfL unterschrieb Hollands „Trainer des Jahres“ einen Vertrag bis 2012. Als Co-Trainer fungiert Pierre Littbarski, der 1990 mit der DFB-Elf Weltmeister wurde.

McClaren, der einst als Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United das Einmaleins des Trainergeschäfts lernte, gilt als Verfechter des 4-3-3-Systems. Er lässt gerne über die Flügel spielen, ist allerdings auch nicht starr auf dieses System fixiert, sondern hat es gerne, wenn seine Mannschaften während des Spiels „switchen“ können. Für unabdingbar hält er bei seinen Mannschaften die Faktoren „Zusammenhalt, Hingabe und Ehrgeiz“.

PROGNOSE


Dem VfL Wolfsburg ist in dieser Saison wieder Großes zuzutrauen! Als Faustpfand für die „Wölfe“ könnte sich in der Bundesliga die Nicht-Teilnahme am Europapokal erweisen. Ohne Dreifach-Belastung ist Wolfsburg ein heißer Kandidat für die internationalen Plätze. Wenn alles passt, sind die Teilnahme an der Champions-League und eventuell sogar der Titel drin.

Eure Meinung: Wo landet der VfL Wolfsburg am Ende dieser Saison?


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