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(dab) Gelsenkirchen. Felix Magath ist seit einem Jahr Trainer des FC Schalke 04, doch er hat in dieser Zeit schon viel bewegt. Zwar ist die finanzielle Situation des Bundesliga-Vereins je nach Sichtweise ungeklärt oder angespannt, aber die „Königsblauen“ erreichten mit dem zweiten Tabellenplatz in der vergangenen Saison die Champions League und damit einen großen Erfolg. In diesem Sommer bewegte Magath viel auf dem Transfermarkt – und sogar Real Madrids Legende Raul zu einem Wechsel nach Gelsenkirchen.
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TEST & WAHRHEIT
Felix Magath hat auch in diesem Sommer seinen Ruf als knallharter Vorbereiter bestätigt. Zwei Trainingslager mit unzähligen Einheiten und gleich 15 Spiele standen für die Spieler der „Königsblauen“ auf dem Programm. Die Tortur für die Schalke-Spieler begann Ende Juni auf der Nordseeinsel Borkum, wo zwei Testspiele gegen die leichtesten Gegner noch zweistellig gewonnen wurden. Mit fortschreitender Vorbereitungsdauer ging es nicht mehr ganz so leicht für das Magath-Team: Beim 1:2 gegen den Drittligisten Eintracht Braunschweig kassierte die Mannschaft die erste Niederlage der Vorbereitung.
Im Trainingslager in Österreich folgten vier Siege in vier Spielen gegen Gegner wie LASK Linz (2:0) und Erzgebirge Aue (3:1). Der erste Höhepunkt des Sommers war wie im vergangenen Jahr auch der Ligapokal in der eigenen Arena. Dort durfte der neue Superstar Raul zum ersten Mal vor eigenem Publikum auflaufen – und krönte seine Premiere mit einem tollen Heber im Finale gegen die ersatzgeschwächt angetretene Mannschaft von Bayern München (3:1). Eine knappe Woche später trafen die Schalker erneut die Münchener, die mit mehr Stammspielern in den eigenen Reihen den Supercup durch ein 2:0 gewannen.
KOMMEN & GEHEN
Alles Raul, oder was? Der Wechsel des 33-jährigen Spaniers, der sein ganzes Fußballerleben bei Real Madrid verbracht hat, schien zunächst völlig irrsinnig zu sein. Doch nach und nach wurde das Bild klarer und schließlich konnte der Angreifer tatsächlich in Gelsenkirchen präsentiert werden. Doch Raul war natürlich nicht der einzige Neuzugang bei den Schalkern: Mit Christoph Metzelder kommt ein weiterer Ex-Real-Spieler, der der Innenverteidigung weiterhin Stabilität verleihen soll. Außerdem kamen aus allen Ecken der Welt talentierte Spieler wie der Grieche Kyriakos Papadopoulos und der Japaner Atsuto Uchida. Rund sechs Millionen Euro gaben die Schalker bislang auf dem Transfermarkt aus – und mehr Zugänge sollen noch folgen.
Der Transfermarkt: Alle Wechsel
So will Felix Magath unbedingt noch einen Stürmer holen, der dem Angriff die nötige Durchschlagskraft bringen soll. Rund 30 Millionen Euro kann der Übungsleiter noch ausgeben, doch der Wunschkandidat Guillaume Hoarau von Paris Saint-Germain ist derzeit noch zu teuer. Stürmer Erik Jendrisek, der vom 1. FC Kaiserslautern nach Gelsenkirchen wechselte, konnte in der Vorbereitung noch nicht überzeugen und kam nicht über eine Rolle als Ersatzspieler hinaus. Auch das Debüt von Linksverteidiger Sergio Escudero im Supercup war noch ausbaufähig.

Ein Superstar sagt Hallo: Raul begrüßt die Fans
Um die neuen Leute im Kader unterzubringen und finanziellen Spielraum zu schaffen, trennte sich Schalke von einigen Leistungsträgern der vergangenen Jahre. Mit Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau), Marcelo Bordon (Al Rayyan), Heiko Westermann (Hamburger SV) und Rafinha (FC Genua) verließen vier Großverdiener den Verein. Inwieweit die Neuzugänge das Leistungsloch der erfahrenen Kräfte ausfüllen können, bleibt abzuwarten. Trainer Felix Magath wartet jedenfalls sehnlichst noch auf weitere Verstärkungen für den Kader der „Königsblauen“.
STÄRKEN & SCHWÄCHEN
Die Stärken in der kommenden Saison werden die Stärken der vergangenen Saison sein. Eine Mannschaft, die von Felix Magath trainiert wird, ist fit und taktisch diszipliniert. Das Erfolgsrezept der Schalker war es im letzten Jahr, dem Gegner das Spiel und den Ball zu überlassen, um dann mit einem Konter oder einer Standardsituation die Führung zu erzielen. Meistens ließ danach die Abwehr nichts mehr anbrennen – und vorne wurde mit einem weiteren Konter ein Treffer nachgelegt. Besonders erwähnenswert sind als Stärke die Ecken und Freistöße von Lukas Schmitz oder Ivan Rakitic, die zahlreiche Treffer einleiteten.
Da die Schalker zahlreiche Akteure ihrer Erfolgsmannschaft aus der letzten Saison abgegeben haben, ist die Frage, ob die neue Truppe von Beginn an eingespielt sein kann. In der Vorbereitung offenbarte zumindest die Innenverteidigung beim einzig echten Härtetest, im Supercup gegen die Bayern, noch Abstimmungsprobleme. Die Außenverteidiger-Positionen sind mit neuen, jungen Spielern wie Escudero oder Uchida besetzt, die ihre Klasse noch nicht nachgewiesen haben. Und das Problem der fehlenden Kreativität aus dem Mittelfeld wurde im Sommer nicht behoben.
TRAINER & TAKTIK
Trainer Felix Magath ist der fast uneingeschränkte Herrscher auf Schalke. Zwar holte der Klub mit Horst Heldt einen neuen sportlichen Leiter in der Sommerpause, doch Magath ist nach wie vor der entscheidende Mann. Er setzte seine Vorstellungen von Transfers gegenüber dem Aufsichtsrat durch und besorgte sich ein Millionenbudget, um die Mannschaft für die Champions League und die Meisterschaft zu verstärken. Sein Ansehen bei den vorher oft kritischen Fans in Gelsenkirchen ist hoch, doch das ist aufgrund der Erfolge und dem Bauen auf die Jugend nicht besonders verwunderlich.
In der vergangenen Saison agierte Schalke oft mit einem 4-3-3-System, in dem besonders der schnelle Jefferson Farfan auf der offensiven Außenposition optimal zur Geltung kam. Im Mittelfeld experimentierte Magath und verzichtete zunächst auf einen echten Spielmacher. Stattdessen kamen Youngster wie Christoph Moritz oder Joel Matip zum Einsatz – und überzeugten gleich in ihrer ersten Bundesliga-Saison. Als Anspielpunkt in der Spitze bleibt dem Trainer in dieser Saison zunächst nur Raul oder der Brasilianer Edu. Um das Team noch weiter zu verstärken, sucht Magath noch nach einem wuchtigen Strafraumstürmer.
GOAL.COM-PROGNOSE
Für die Schalker wird es sehr schwer, den zweiten Tabellenplatz aus der Vorsaison erneut zu erreichen. Dagegen spricht der Weggang von Leistungsträgern wie Kuranyi, Bordon, Westermann und Rafinha, der qualitativ bisher noch nicht ausgeglichen wurde. In den bisherigen Testspielen zeichnete sich noch keine echte Formation bei S04 ab, das Einspielen muss noch während der Saison geschehen. Dennoch weiß Trainer Felix Magath natürlich, wie er welche Spieler zu Höchstleistungen bringen kann – und wird das auch in der kommenden Saison tun. Wenn am Ende dann nur ein 6. Platz herausspringt, sollten die Schalke-Fans nicht enttäuscht sein. Eine Platzierung in der Region um Rang 4 ist wahrscheinlich.

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| Spieler | Tore | Elfmeter | |
|---|---|---|---|
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Klaas-Jan Huntelaar
Angriff Schalke |
48 | 9 |
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Lewis Holtby
Mittelfeld Schalke |
9 | 0 |
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Kyriakos Papadopoulos
Abwehr Schalke |
5 | 0 |
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Teemu Pukki
Angriff Schalke |
5 | 0 |
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Joel Matip
Mittelfeld Schalke |
5 | 0 |