DFB-Pokal: Werder Bremen - 1. FC Kaiserslautern, Manjdeck, Marin (Bongarts / Getty Images)

Kaiserslautern. In der letzten Saison war es beim 1. FC Kaiserslautern endlich wieder so weit: Nach vielen Jahren der Tristesse und des sportlichen Niedergangs gab es endlich wieder etwas zu feiern: Den Aufstieg in die Bundesliga. Möglich gemacht durch tollen Kampf und viel Leidenschaft der Mannen um Trainer Marco Kurz. Nun soll in der Bundesliga die Klasse gehalten werden. Mit Neuzugängen wie Erwin Hoffer oder auch Jan Simunek wurde der Kader verstärkt. Aber reicht es am Ende auch zum Verbleib in Deutschlands höchster Fußball-Liga?

TEST & WAHRHEIT

Die Vorbereitung lässt nicht viele Zweifel zu: Gegen den FC Liverpool (1:0), AJ Auxerre (3:1), den FC Aberdeen (2:0) und andere Vereine gab es Siege, nur beim torlosen Unentschieden gegen den FC Metz gewann der 1. FC Kaiserslautern nicht. Dabei zeigte die Mannschaft vom „Betzenberg“ mitunter auch sehr beachtlichen und attraktiven Fußball, stand defensiv auch mit der zweiten Garde absolut sicher. Für die Treffer zeichneten sich vor allem Srdjan Lakic und der neue bulgarische Import Ilijan Micanski verantwortlich. Aber auch Erwin Hoffer fand in den Schlusszügen besser in die Mannschaft.

1. FC Kaiserslautern: Alle Infos

„Wir wollten die Stärke der Gegner mit zunehmender Vorbereitung steigern“, erklärte Marco Kurz, der sein Team nach hohen Siegen gegen Amateurmannschaften auch gegen bessere Gegner gewinnen sah. Die Mannschaft schien in der Vorbereitung schon beachtliche Fortschritte zu durchleben. Aber aufgepasst! Beim FCK war es in den vergangenen Jahren nicht selten der Fall, dass einer guten Vorbereitung eine schwache Saison folgte.

KOMMEN & GEHEN

Wie kaum ein anderer Bundesligist mussten die „Roten Teufel“ ihre Mannschaft umbauen. Mit Sidney Sam (Bayer 04 Leverkusen), Georges Mandjeck (Stades Rennes) und Erik Jendrisek (FC Schalke 04) verlor der FCK gleich drei Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft. Ansonsten trennte sich der Verein vornehmlich von Spielern, die schon in der letzten Saison kaum in den Vordergrund treten konnten. Markus Steinhöfer von Eintracht Frankfurt wollte man nach dem Auslaufen der Leihe nicht weiter im Verein beschäftigen. Einige Spieler halten sich derzeit noch in der zweiten Mannschaft fit, sollen nach Möglichkeit noch transferieren.

Der Transfermarkt: Alle Wechsel

Bei den Neuzugängen legte sich Vorstandschef Stefan Kuntz ordentlich ins Zeug. Zu den prominentesten Zugängen zählen Christian Tiffert (MSV Duisburg), Chadli Amri (1. FSV Mainz 05), Jan Simunek (VfL Wolfsburg), Erwin Hoffer (SSC Neapel) oder auch Jan Moravek (FC Schalke 04). Außerdem zeigten neue Akteure wie Ilijan Micanski (Zaglebie Lubin) und Oliver Kirch (Arminia Bielefeld) schon sehr gute Ansätze. Verletzungsbedingt war Leon Jessen (FC Midtjyllan) kaum zu sehen. Stiven Rivic (FC Energie Cottbus) und Thanos Petsos (Bayer 04 Leverkusen) müssen ihre Rollen beim FCK noch finden.


                          
Neu in Lautern: Jan Moravek (Mitte)

Fraglich wird nach der kommemden Saison sein, ob das Gerüst der Mannschaft wieder zu zerbrechen droht. Denn Molravek, Petsos und Hoffer sind nur geliehen. Für sie verfügt der Verein auch nicht über eine Kaufoption. Wie schon im letzten Jahr musste Stefan Kuntz improvisieren, weil die finanziellen Mittel keine großen Sprünge in der Pfalz zulassen. Mit kleinem Geld viel Ertrag ernten – die Devise der sportlichen Leitung. In der vergangenen Saison hat dies schon einmal funktioniert. In der Bundesliga wird es wesentlich komplizierter.

STÄRKEN & SCHWÄCHEN

Da die Mannschaft so komplett neu besetzt ist, lassen sich eventuelle Schwachpunkte ebenso wie die möglichen Stärken nur schwer ausmachen. Fakt ist aber, dass die „Roten Teufel“ in der letzten Saison defensiv ausgezeichnet eingestellt waren und die Abwehr auch gehalten werden konnte. Mit Jan Simunek wurde der Konkurrenzkampf ebenso wie mit Leon Jessen außerdem gesteigert. Torhüter Tobias Sippel gilt zusätzlich als einer der besten deutschen Torhüter und hinter ihm steht in der zweiten Reihe mit Kevin Trapp ein verheißungsvoller Kandidat für die Zukunft. Auf die Abwehr hofft ganz Kaiserslautern, ebenso wie auf die Standardsituationen, die in der letzten Saison so häufig zu Treffern geführt hatten.

1. FC Kaiserslautern: Die Erfolge

Abzuwarten gilt es hingegen noch, wie es im Mittelfeld und dem Sturm aussieht. Sam muss ersetzt werden. Amri soll diesen Part übernehmen, ob das aber zu einhundert Prozent klappen wird, ist fraglich. Mit Georges Mandjeck wurde außerdem ein defensiver Mittelfeldspieler verloren, der durch Christian Tiffert ersetzt werden soll. Auch dieses Projekt muss glücken. Im Sturm scheinen die „Roten Teufel“ mit Lakic, Nemec, Hoffer und Micanski gut besetzt zu sein. Aber auch hier gilt wie in den anderen Mannschaftsteilen: Kaum einer der Spieler hat bisher in der Bundesliga seine Tauglichkeit langfristig beweisen können.

TRAINER & TAKTIK

Trainer Marco Kurz passt zu dieser Mannschaft. Auch er hat einen guten Job gemacht, muss sich aber in der Bundesliga abermals beweisen und finden. Bisher hat er nur im Unterhaus beim TSV 1860 München und beim 1. FC Kaiserslautern gearbeitet. Gerade in der Pfalz genießt er aber einen außerordentlich guten Ruf als akribischer, ruhiger und souveräner Arbeiter, der sich nur selten aus der Reserve locken lässt. Taktisch setzt Kurz wie schon der zweiten Liga auf ein 4-4-2 – Sytsem. Die Viererkette in der Abwehr ist flach eingesetzt, allerdings sollen die beiden Außenspieler (Florian Dick und Alexander Bugera) auch immer wieder in der Offensive wirbeln. Im Mittelfeld setzt der Trainer auf zwei „Sechser“, zudem dürfen sich dort zwei weitere Flügelspieler zeigen, die bei schnellem Umschalten auch mal ins Zentrum ziehen. Die beiden Stürmer sollen dann jeweils für die Tore sorgen, wobei der FCK in der letzten Saison sehr viel über die Flügel spielte.

GOAL.COM-PROGNOSE

Für den 1. FC Kaiserslautern wird es eine schwere und vor allem richtungsweisende Saison. Die Fans reden derzeit auch gerne von der „Wundertüte FCK“, weil es tolle Erfolge und extreme Abstürze gleichermaßen geben kann. Realistisch betrachtet ist der Klub aus Rheinland-Pfalz aber ein ganz heißer Kandidat für den Abstieg. Nur der Klassenerhalt kann das Ziel sein und dafür darf nicht viel daneben gehen. Der FCK landet am Ende auf Platz 15, rettet sich aber erst in den Schlusszügen der Saison.



Wieder in der Bundesliga: Der Betzenberg



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