Borussia Mönchengladbach

Gründungsdatum: 1900

Anschrift: Hennes-Weisweiler-Allee 1, 41179 Mönchengladbach Germany

Telefon: +49 (0) 2161 - 9293 0

Fax: +49 (0) 2161 - 9293 10 09

E-Mail: info@borussia.de

Offizielle Website: http://www.borussia.de/

Präsident: Rolf Königs

Sportdirektor/Manager: Max Eberl

Stadion: Stadion im Borussia-Park

Geschichte
Die Gründerjahre
Pünktlich zum 20. Jahrhundert gründete sich am 1. August 1900 die Borussia unter dem Namen „Fußballklub Borussia 1900“, doch erst am 23. März 1910 wurde der Verein als „Borussia 1900 Mönchengladbach“ ins Vereinsregister eingetragen. Im März 1914 erwarb die Borussia, die lateinische Form von „Preußen“, das Sportgelände „dä Kull“ im beheimateten Stadtteil Eicken. Trotz der Wiedrigkeiten des 1. Weltkrieges begann man mit dem Bau einer Sportstätte und taufte sie als „Westdeutsches Stadion“ (später Bökelbergstadion) und wurde am 25. April 1920 zum ersten Mal westdeutscher Meister (3:1 nach Verlängerung gegen den Kölner FC). Ein Jahr zuvor war die Borussia mit dem Turnverein Germania 1898 zum VfTuR 1889 Mönchengladbach fusioniert, doch diese Partnerschaft endete schon 1921. Es gründete sich der heutige „Borussia VfL 1900 e.V. Mönchengladbach“.
Vor der Bundesliga
1950 stieg die Borussia in die damals höchste Spielklasse auf. Doch lange sollte die Freude daran nicht anhalten: Schon ein Jahr später stieg der VfL nach einer Niederlage im Entscheidungsspiel gegen Alemannia Aachen postwendend ab. Erst nach dem direkten Wiederaufstieg unter dem Spielertrainer Fritz Pliska gelang 1953 der Klassenerhalt. Leider sah es mit den Finanzen weniger gut aus: 1954 musste die Borussia aufgrund von Schulden das Bökelbergstadion an die Stadt Mönchengladbach verkaufen und war seitdem nur noch Mieter. 1960 konnte der Verein trotz anhaltender sportlicher Schwankungen den DFB-Pokal holen und trat als erste deutsche Mannschaft am Europapokal der Pokalsieger an (schied dort aber sang- und klanglos gegen die Glasgow Rangers aus.
Der DFB brachte nun eine Umstrukturierung des Ligensystems in Gang, doch Gladbach hoffte vergeblich und wurde in die neu-gegründete Regionalliga West einquartiert. Mit dem Verkauf des Nationalspielers Albert Brülls für die Rekordsumme von 250.000 € an den AS Modena machte Präsident Helmut Grashoff den Verein schuldenfrei. 1964 verließ der damalige Trainer Fritz Langner den Verein in Richtung Gelsenkirchen, doch sein Nachfolger sollte noch Geschichte schreiben: Hennes Weisweiler. Zudem wurden junge Spieler names Günter Netzer und Jupp Heynckes geholt. Dieser Jugendstil brachte den Gladbachern den Titel „Fohlenelf“. Jene Jungspunde schafften 1965 den Aufstieg in die Bundesliga.
Vorne hui, hinten pfui
Im ersten Bundesligajahr ließ Weisweiler erfrischenden Offensivfußball spielen, doch die junge Mannschaft ließ dadurch dem Gegner hinten viele Freiräume zu. Resultat waren unter anderem die bis heute höchste Heimniederlage gegen Werder Bremen mit 0:7. Das Team beendete die Saison auf dem 13. Platz. In der zweiten Saison hatten sich die Borussen richtig warmgeschossen und trafen 70 mal ins Schwarze, was mit dem achten Platz belohnt wurde. Schon begannen finanzkräftigere Vereine die Spieler wie Heynckes oder Rupp abzuwerben, doch im Ausgleich verstärkten neue Talente wie Herbert Laumen den Kader. In den Spielzeiten 1967/68 und 1968/69 erreichten die Fohlen, die weiterhin viel Spielfreude und Offensivgeist versprühten, jeweils den dritten Rang.
Die goldenen 70er
Die folgenden Jahre gingen als die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte in die Annalen ein. 1969 erklomm die Borussia nach einem Sieg gegen Aachen zum ersten Mal die Tabellenspitze der Bundesliga. Ein Jahr später sollte der große Erfolg perfekt sein: Am 33. Spieltag stand die Borussia bereits als deutscher Meister fest. Auch die nachfolgende Saison sollte im Nachhinein eine Besondere werden: Nicht nur, dass der VfL seinen zweiten Meistertitel holte (in der Hinrunde mit nur einer Niederlage), sondern der berühmte Pfostenbruch blieb im Gedächtnis. Herbert Laumen stürzte damals nach einem Kopfballversuch in der 88. Minute am 3. April 1971 im Spiel gegen Bremen ins Tor – dieser Wucht hielt der Kasten nicht stand: Der linke Torpfosten brach um. Das Spiel wurde abgebrochen und mit 2:0-Toren für Bremen gewertet.
Doch die kommenden Jahre waren gespickt mit Erfolgen und Geschichten: 1973 gewann man den DFB-Pokal, als sich Günter Netzer selbst einwechselte und für großes Aufsehen sorgte.
Jupp Heynckes wurde 1973/74 als erster Borusse mit 30 Treffern Torschützenkönig. Am 14. Juni 1975 wurde der dritte Meistertitel gefeiert, kurze Zeit später holten die Fohlen gegen den FC Twente mit dem UEFA-Pokal den ersten internationalen Titel. Auch die Saison 1975/76 unter Udo Lattek beendete Gladbach auf Rang eins. 1977 reichte ein 2:2-Unentschieden am letzten Spieltag gegen den FC Bayern zum Titelhattrick. Ein Jahr darauf entschied das Torverhältnis trotz des berühmten 12:0 gegen Dortmund die Meisterschaft zu Ungunsten von Gladbach. Den nächsten Triumph feierte Gladbach 1979 mit dem UEFA-Cup gegen Roter Stern Belgrad.
Wechselhafte Zeiten
Die folgenden Jahrzehnte konnten nicht mehr an den Erfolg anknüpfen. Der zu kleine Bökelberg brachte finanzielle Nachteile gegenüber dem FC Bayern. Im DFB-Pokalfinale 1984 verschoss das Eigengewächs Lothar Matthäus einen Elfmeter und verkündete daraufhin seinen Wechsel zum Gegner aus München. Dies brachte ihm bei den Fans den Ruf des „Judas“ ein. Mit der Beendigung der Amtszeit von Heynckes zur Saison 1986/87 endete auch die Kontinuität auf dem Trainerstuhl. Bis zum heutigen Tage sollten nur zwei Trainer mit Bernd Krauss (1992-1996) und Hans Meyer (1999-2003) länger als drei Jahre am Niederrhein verweilen. Die 90er Jahre waren sportlich gesehen ein Fiasko. Nachdem die Borussen zuvor zwar im Mittelfeld, dennoch aber fernab vom Abstieg ihre Runden gedreht hatten, herrschte nun Angst um den Bökelberg.
Unter Trainer Krauss und mit dem Leitwolf Stefan Effenberg holte die Borussia den bis heute letzten Titel mit dem Gewinn des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg. Nach der Saison 1998/99 stieg Gladbach zum ersten Mal seit dem Aufstieg in die Bundesliga abgeschlagen als Tabellenletzter ab. Erst 2001 gelang der Wiederaufstieg und darauffolgend der Klassenerhalt. Am 22. Mai 2001 hatte der ehrwürdige Bökelberg ausgedient, der 3:1-Sieg gegen den TSV 1860 München war das letzte Spiel an der Kultstätte. Das Stadion am Borussia-Park wurde die neue Heimat der Fohlen, die 2007 nach einer immensen Fluktuation von Trainern (Fach, Köppel, Heynckes, Luhukay) und Sportdirektoren (Hochstätter, Pander, Ziege) zum zweiten Mal ab.
Wiederaufstieg und Klassenerhalt
Unter Jos Luhukay gelang anders als noch im Jahr 2000 der direkte Wiederaufstieg. Doch die Zeiten blieben unruhig, sodass erst ein erneutes Engagement von Hans Meyer dem Klub in der Saison 2009 den Ligaverbleib sicherte. Zur Saison 2009/10 wurde der gebürtige Mönchengladbach Michael Frontzeck als Trainer installiert - ein Volltreffer, wie sich herausstellen sollte. Frontzeck, der zuvor mit Arminia Bielefeld abgestiegen war, geriet mit seiner Mannschaft nie ernsthaft in Abstiegsgefahr und landete am Ende auf einem 12. Tabellenplatz. Shootingstar der Saison wurde der 20-jährige Marco Reus, der vor der Spielzeit aus der zweiten Bundesliga an den Niederrhein gewechselt war und in seiner ersten Saison für die Borussia acht Tore schoss.
Achterbahnfahrt mit Happy End
In der Saison 2010/11 ging es für die Borussia auf und ab - zumeist aber hauptsächlich ab. Einem 6:3-Auswärtssieg am zweiten Spieltag bei Bayer Leverkusen folgten Spiele mit teils katastrophalen Abwehrleistungen und Niederlagen in Serie. Auch nach der Winterpause, in der die Borussia personell noch einmal nachgelegt hatte, konnte Trainer Michael Frontzeck den Abwärtstrend nicht stoppen: Er musste nach einer Niederlage gegen St. Pauli seinen Hut nehmen. Lucien Favre übernahm das Traineramt und führte die Fohlen sensationell vom letzten Tabellenplatz in die Relegationsspiele, wo die Mannschaft gegen den VfL Bochum den Klassenerhalt sicherte.
Trophäenschrank
Deutscher Meister:
1970, 1971, 1975, 1976, 1977
Deutscher Pokalsieger:
1960, 1973, 1995
Deutscher Supercup-Sieger: 1977
Ligapokal-Sieger: 2006
Europapokalsieger der Pokalsieger: 1992
UEFA-Cup-Finalist: 1973, 1980
Bundesliga-Zugehörigkeit: 1965 - 1999, 2001-2007, seit 2008

Die meisten Spiele:
Berti Vogts (419), Uwe Kamps (390), Herbert Wimmer (366)
Die meisten Tore:
Jupp Heynckes (195), Herbert Laumen (97), Hans-Jörg Criens (92)
Der höchste Heimsieg:
12:0 gegen Borussia Dortmund (1977/78)
Der höchste Auswärtssieg:
7:1 gegen Werder Bremen (1986/87)
Die höchste Heimniederlage:
0:7 gegen Werder Bremen (1966/67)
Die höchste Auswärtsniederlage:
1:7 gegen den VfL Wolfsburg (1998/99)
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