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Cesc Fabregas of Arsenal (Getty Images)

London. Ohne seinen Fixpunkt Cesc Fabregas war Arsenal im Viertelfinale der letztjährigen Champions League gegen ein übermächtiges Barcelona und seinen vierfachen Torschützen Lionel Messi chancenlos. Wie stehen die Chancen für diese Saison? England-Experte James Daly liefert die Fakten zu Arsenal.

STÄRKEN & SCHWÄCHEN

Teams, die eher auf Konter denn auf eigenen Ballbesitz setzen, kann es gegen Arsenal mitunter schon einmal schwindelig werden. Das Team spielt derart schnell und technisch anspruchsvoll, dass es seine Gegner oft allein mit spielerischen Mitteln dominiert. Es entspricht der Fußballphilosophie von Coach Arsène Wenger, dass sein Team ein attraktives Spiel bietet und die Zuschauer unterhält. Wer reinen Ergebnisfußball sehen will, ist hier falsch. Arsenal liefert quasi die englische Antwort (wenngleich kaum noch Engländer im Team stehen...) auf Barcelonas berühmtes Kombinationsspiel „tiki-taka”.

Doch Arsenals Stärke ist zugleich auch seine Schwäche. Die Mannschaft bekommt Probleme, wenn spielerische Mittel nicht reichen. Zuweilen gerät die Spielanlage zu kompliziert, wenn Arsenal den Ball förmlich ins Tor tragen und sich möglichst noch durch den gegnerischen Strafraum kombinieren will, anstatt den direkten Abschluss zu suchen oder es auch einmal mit einem Distanzschuss zu probieren. Steigern lässt sich auch die Toreffizienz aus dem hohen Ballbesitz. Dass für den Gewinn der Champions League noch ein paar Prozentpunkte Qualität fehlen, verdeutlichte die herbe 1:4-Niederlage in Barcelona im Frühjahr dieses Jahres. Ohnehin scheint die Defensive im Vergleich zur prominent besetzten Offensive bei Arsenal etwas abzufallen.

STARS & SCHLÜSSELSPIELER

Angesichts des im Winter erneut öffnenden Transferfensters gibt es keine Garantie dafür, dass Arsenal die Saison mit seinem Kapitän Cesc Fabregas beenden wird – derart groß ist der Wunsch des FC Barcelona, seinen einstigen Jugendspieler in die katalanische Metropole zurück zu holen. Wenngleich es angesichts seiner Identifikation mit Arsenal verwundern würde, sollte sich Fabregas während einer Spielzeit, also unvollendeter Dinge, aus London verabschieden. Fabregas gehört aktuell zu den besten Mittelfeldspielern im Weltfußball und beherbergt angesichts seines jungen Alters von erst 23 Jahren immer noch reichlich Entwicklungspotenzial. In seinem Alter schon Kapitän und Führungsfigur eines Spitzenklubs wie Arsenal zu sein, das sagt eigentlich schon alles.

Neben Fabregs gehört auch der pfeilschnelle 21-Jährige Flügelspieler Theo Walcott zu den Säulen des Teams. Seit 2006 im Klub, ist dem englischen Nationalspieler der Durchbruch zum internationalen Spitzenspieler ebenfalls zuzutrauen. Wie groß die Wertschätzung bei Arsenal für ihn ist, wurde vor der Saison 2008/09 deutlich, als er die Trikotnummer 14 von Arsenal-Stürmerlegende Thierry Henry erhielt. Offensive Fixpunkte sind zudem der Russe Andrey Arshavin sowie der Niederländer Robin van Persie: beide torgefährliche Angreifer, die mit Schnelligkeit und Zug zum Tor jeder Abwehr Probleme bereiten können.

COACH & TAKTIK

Arsène Wenger – dieser Mann ist inzwischen eine Legende bei Arsenal! Inzwischen seit 14 (!) Jahren im Klub, führte der Franzose sein Team in dieser Zeit nicht nur zu einigen Titeln, sondern entwickelte auch wiederholt Talente zu Spitzenspielern von herausragendem Format. Bestes Beispiel: Cesc Fabregas. Drei Mal gewann Arsenal mit Wenger die Premier League, einmal mehr sogar den FA Cup. Fast wäre auch noch der Sieg in der Champions League geglückt, doch im Finale 2006 behielt schon damals der FC Barcelona mit 2:1 die Oberhand. So ist seit 2005 kein neuer Titel mehr hinzugekommen, auch weil die Gunners ihre Transferpolitik immer mehr auf junge Spieler ausrichteten, die zwar entwicklungsfähig sind, denen aber die Erfahrung für den ganz großen Wurf fehlt. Die richtige Mischung zwischen jugendlicher Dynamik und abgeklärter Erfahrung scheint abhanden gekommen.

Arsenal hat einen eigenen Spielstil kreiert, in dem der Ball viel und in höchstem Tempo mittels Kurzpässen zirkuliert. Hohe Bälle werden eher selten gespielt, dagegen „one-touch-Fußball” zelebriert. Herzstück ist das kreative Mittelfeld mit Fabregas, Samir Nasri und – sofern endlich verletzungsfrei – dem früheren Dortmunder Tomás Rosicky.

ERFOLGE

Obwohl einer der kutltigsten und verehrtesten Klubs Englands, konnte Arsenal vor der Ära von Wenger seine meisten Erfolge schon in den 1930er Jahren verzeichnen. Anschließend folgten über die Jahre verstreute Titel, die jedoch nur selten eine Ära begründeten. Erst mit seiner Übernahme des Traineramtes stieg Arsenal zu den „Big Four” neben Manchester United, dem FC Liverpool und dem FC Chelsea auf. Regelmäßige und lukrative Teilnahmen in der Champions League manifestieren die Zugehörigkeit zu diesem Establishment. Arsenal gewann bislang dreizehn Meisterschaften und zehn Pokalerfolge, dazu kamen die Titelgewinne 1970 im einstigen Messe-Cup (dem Vorgänger-Wettbewerb des UEFA-Cups) sowie 1994 im mittlerweile ebenfalls abgeschafften Europacup der Pokalsieger. Große Sehnsucht bleibt der Triumph in der Königsklasse.

STADION

Stolze 93 Jahre lang bestritt Arsenal seine Heimspiele im altehrwürdigen Highbury, samt seiner Fassade aus den 1930ern. Aufgrund des eher geringen Fassungsvermögens von 38.400 Plätzen folgte 2006 der Umzug in das neu errichtete Emirates Stadium, das 60.000 Zuschauern Platz bietet. Viele Fans sehnen sich jedoch anstatt des modernen Schick nach der charismatischen Atmosphäre im Highbury zurück.

HELD DER FANS

Im Herzen der Fans ist Faregas weiterhin fest verankert, auch wenn er diesen Sommer verstärkt mit seinem Ex-Klub FC Barcelona flirtete, der ihn heftig umwarb. Ohne Zweifel wäre sein Wechsel für Arsenal kaum zu kompensieren, denn der technisch versierte Stratege mit der großen Spielübersicht ist die Seele des Londoner Spiels. Doch Fabregas hat keine Zweifel zugelassen, dass er auch weiterhin mit voller Leidenschaft für Arsenal auflaufen wird. Bereits als 16-Jähriger zu Arsenal gekommen, fühlt sich der Spanier Klub und Fans inzwischen tief verbunden.

GOAL.COM-PROGNOSE

In die Gruppe H mit den Kontrahenten Partizan Belgrad, Sporting Braga und Schachtar Donezk geht Arsenal als klarer Favorit. Alles andere als der erste Platz wäre eine Überraschung. Donezk ist der vermutlich stärkste Rivale. Für den ganz großen Wurf, sprich den Titelgewinn, fehlt es dem Team jedoch an erfahrenen Akteuren und ausreichend Qualität in der Breite.



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