Wolfsburg und Leipzig trennen sich unentschieden
Leipzig lässt erneut Punkte liegen. Wie zuletzt gegen Mainz spielt der Vizemeister auch in Wolfsburg nur unentschieden. Die Analyse.

Bayern-Jäger RB Leipzig hat am 16. Spieltag der Bundesliga erneut Punkte liegen gelassen. Zum Auftakt der englischen Woche kamen die Sachsen am Dienstagabend beim VfL Wolfsburg nur zu einem 1:1 (0:1).

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Verkehrte Welt im ersten Abschnitt: Leipzig dominierte die Partie beinahe nach Belieben und war vor allem spielerisch deutlich besser. Bereits die Spieleröffnung der Hausherren missriet, Kombinationen ins Mittelfeld kamen kaum zustande. Der Grund: die schwache Passquote der Wolfsburger sowie das aggressive Pressing der Gäste.

Leipzig nach dem Umschalten allerdings vor dem Kasten erneut wenig präzise wie schon in den letzten Partien (sechs Torschüsse, aber keine Großchance). Der VfL drängte RBL häufig auf die Flügel, so dass die Gäste in ihrem Spiel zu verhältnismäßig vielen Flanken gezwungen wurden. Doch wie bei den Standardsituationen fehlte es auch dabei an Gefährlichkeit.

Wolfsburg, das in den ersten 45 Minuten außer dem Elfmeter zur Führung keinen Torschuss abgab, agierte zudem nicht so zweikampfstark wie gewohnt. Leipzig stellte nach dem Ausgleich bis zur 80. Minute auf ein 4-3-3 mit Ilsanker vor der Abwehr und Keita mit Kampl als Achter um, mit zunehmender Spieldauer kamen die Gäste aber immer weniger aggressiv in die Pressingsituationen.

Im zweiten Durchgang erhöhte sich zudem der Ballbesitz der Wölfe, das unstrukturierte (Offensiv-)Spiel blieb bis in die Schlussphase bestehen. Erst dann kam man einmal effektiv in den Raum hinter Leipzigs defensivem Mittelfeld und kreierte von dort gute Torchancen - vor allem der eingewechselte Origi hätte seine nutzen müssen.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Verhaegh (15.), 1:1 Halstenberg (52.)

Gelb-Rot: Upamecano (90.+2)

  • Paul Verhaegh erzielte 18 seiner 20 Bundesligatore per Elfmeter, die letzten 16 allesamt. Damit ist er der einzige Feldspieler der BL-Geschichte, der 16 Treffer in Folge ausschließlich per Elfer erzielte. Und: Beim vierten Elfmeter trifft Wolfsburg erstmals in dieser Saison, zuvor scheiterten Arnold und Gomez je zwei Mal.
  • In den letzten 7 BL-Auswärtsspielen kassierte Leipzig, das sein 50. Bundesligaspiel absolvierte, 13 Gegentore und spielte nicht zu null.
  • Marcel Halstenberg erzielt in seinem 44. Bundesligaspiel sein erstes Tor.
  • Zehn der 15 Saisonspiele des VfL Wolfsburg endeten remis (3 Siege, 3 Niederlagen).
  • Wolfsburg verlor nur eins der 13 Pflichtspiele unter Martin Schmidt (3 Siege, 9 Remis).
  • Leipzig ist seit vier Pflichtspielen sieglos, eine längere Negativserie gab es zuletzt 2014/15 (5 Spiele zwischen Dezember und Februar, nach den ersten 3 wurde Alexander Zorniger entlassen).

Der Star des Spiels: Marcel Halstenberg

Häufig am Ball, gewann zwei Drittel seiner direkten Duelle, spielte neun Pässe in Wolfsburgs Strafraum, gab mit vier die Torschüsse aller Spieler ab und erzielte den Ausgleich technisch anspruchsvoll - eine blitzsaubere Partie des Linksverteidigers.

Der Flop des Spiels: Maximilian Arnold

Verfing sich immer wieder im Leipziger Pressingnetz und kam daher auf eine unterirdische Zweikampfquote (unter 40 Prozent). Impulse für die Offensive konnte er auch keine setzen, die Partie lief daher weitestgehend an ihm vorbei.

Der Schiedsrichter: Guido Winkmann

Zwar mit ein paar kleineren Fehlentscheidungen, aber ohne gröberen Patzer in seiner Linie und korrekten persönlichen Strafen. Der Elfmeter für Wolfsburg war ebenso unstrittig wie Upamecanos Platzverweis.

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