Ex-Schützlinge vermiesen Schmidts Heimdebüt beim VfL Wolfsburg
Nach dem engagierten Auftritt in München hoffte der VfL Wolfsburg auf einen Sieg gegen Mainz. Schmidts Ex-Team hatte was dagegen. Die Analyse.

Martin Schmidt ist mit dem VfL Wolfsburg gegen seinem Ex-Klub Mainz 05 nicht über ein Remis hinausgekommen. Am 7. Spieltag der Bundesliga trennten sich die Kellerkinder mit 1:1 (0:0).

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Schon Mitte der ersten Halbzeit gab es Pfiffe vom Wolfsburger Publikum - weil die Hausherren gegen aufmüpfige und gut kombinierende Mainzer eine halbe Stunde lang nichts zu melden hatten. Der Spielaufbau der Wölfe war quasi nicht vorhanden und litt enorm unter dem hohen Pressing der offensiven Dreierreihe der 05er, die mehr Spielanteile, eine bessere Zweikampfquote sowie mehr - und vor allem gefährlichere - Chancen vorzuweisen hatten.

Erst gegen Ende der ersten Durchgangs gewann der VfL an Sicherheit und kam in der 39. Minute zu seinem allerersten Torschuss der Partie. Zwar fernab von furios, aber durchaus zum Positiven verwandelt kamen die Wölfe auch aus der Kabine und brachten die nominelle Qualität der Offensive auf den Rasen. Zur Führung brauchte es aber dennoch eine Ecke, die Josuha Guilavogui am kurzen Eck einnicken durfte.

Doch verschenkte es der VfL, in seiner schwungvollen Phase kurz nach dem Treffer den Sack zuzumachen - und ließ die Mainzer wieder ins Spiel kommen, Yoshinori Muto traf sehenswert per Kopf zum Ausgleich. Die Schlussphase war ein wildes Auf und Ab, in dem beide Teams erfolglos die Entscheidung suchten.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Guilavogui (55.), 1:1 Muto (74.)

Gelb-Rote Karte: Paul-Georges Ntep (Wolfsburg/90.+2)

Die Mainzer Startformation bestritt 100 Bundesligaspiele mehr als die der Wölfe (958:858) - die Wolfsburger Anfangself erzielte dabei aber mehr als doppelt so viele (!) Tore wie die des FSV (114:50).
Schon zum sechsten Mal gingen die Mainzer nach sieben Spieltagen mit einem Remis in die Kabine. Die Bilanz: zwei Siege, ein Remis, drei Niederlagen.
Der Assist zum 1:0 der Wölfe war Daniel Didavis vierte Torbeteiligung in dieser Saison (3 Tore, 1 Assist) - das ist klarer Höchstwert beim VfL. Für die Mainzer war es bereits das dritte Gegentor nach einer Ecke.

Der Star des Spiels: Josuha Guilavogui

Musste seit Minute sieben mit dem Handicap einer Gelben Karte wegen eines taktischen Fouls agieren - und hatte Glück, dass Schiri Hartmann ihn in der Schlussphase nicht vom Feld schickte. Spielte seine Rolle im zentralen Mittelfeld aber dennoch souverän. Enorm ballsicher, zweikampfstark (70 Prozent gewonnen) und als einziger Wolf mit einer Passquote jenseits der 90 Prozent. Die Krönung: sein Tor zum 1:0.

Der Flop des Spiels: Pablo de Blasis

Am Anfang wie seine Kollegen noch ordentlich nach vorne, am Ende aber klar abfallend. Musste nach 68 Minuten raus - der Arbeitsnachweis bis dahin: 29 Ballaktionen, eine Passquote in der gegnerischen Hälfte von knapp über 50 Prozent (insgesamt nur 68 Prozent) und keine einzige Beteiligung an einem Torschuss.

Der Schiedsrichter: Robert Hartmann

Verwarnte Donati in der 77. Minute nach einem Ausschlagen mit dem Arm nur mit Gelb - eine vertretbare Entscheidung. Ließ bei Guilavogui nach seinem Foul an Gbamin in der Schlussphase viel Nachsicht walten, die Ampelkarte wäre hier durchaus im Rahmen der Möglichkeiten gewesen. Ansonsten gefiel Hartmann mit einer guten Kommunikation und klarer Linie. Nahm in der 89. Minute nach Rücksprache mit dem Video-Referee korrekterweise einen Elfer für Mainz zurück und gab "nur" Freistoß.

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