Unentschieden im Kellerduell zwischen Bremen und Freiburg
Werder Bremen und der SC Freiburg treten auf der Stelle. Im Kellerduell gelingt keiner der beiden Mannschaften ein Treffer. Die Analyse.

Im Kellerduell des 6. Spieltags der Bundesliga haben sich Werder Bremen und der SC Freiburg beim 0:0 die Punkte geteilt. Die Norddeutschen verpassten es in den Schlussminuten, eine ihrer Torchancen zum Sieg zu nutzen.

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Im ausverkauften Weserstadion begannen beide Teams auf dem Papier mit einer Dreierkette. Aufgrund der äußerst vorsichtigen Herangehensweise rückten aber auf beiden Seiten die Außen häufig zurück, um gegen den Ball mit fünf Verteidigern zu agieren.

Die Anfangsphase gehörte Werder, die mit schnellen, langen Pässen in die zwei Spitzen die Freiburger Hintermannschaft überspielen wollte. Vor allem Ishak Belfodil setzte sich immer wieder gut durch, gewann in der ersten Halbzeit rund 80% seiner Zweikämpfe.

Nach gut 20 Minuten kam Freiburg besser ins Spiel, da ihnen Bremen in der Zentrale zu viel Platz ließ. Florian Niederlechner lenkte einen Schuss gefährlich ab, wenig später lief er nach einem perfekten Pass von Janik Haberer alleine auf den Kasten von Jiri Pavlenka zu, der aber beide Male glänzend parierte.

Nach der Halbzeitpause kam Werder Bremen stark aus der Kabine, im zweiten Spielabschnitt spielten teilweise nur noch die Bremer. Die Dreierkette stand höher, mit mehr Tempo im Passspiel gelangen immer gefährlichere Toraktionen. Freiburg konnte sich kaum noch befreien, mit vielen Fehlpässen schenkte man den Ball leichtfertig her, Werder konnte eine Vielzahl an Chancen jedoch nicht nutzen. Zum Schluss kam Freiburg mit den Einwechslungen von Ryan Kent und Nils Petersen zu Entlastungsangriffen. Gebre Selassie hatte kurz vor Schluss den Matchball am Fuß, setzte einen Schuss frei stehend aber neben das Tor (90.).

Die Daten zum Spiel

  • Freiburg holt den ersten Auswärtspunkt seit 5. April, damals gab es einen 1:0-Sieg in Wolfsburg.
  • Werder startete lediglich 1970/71 - also vor 47 Jahren - mit weniger Punkten nach 6 Bundesliga-Partien (damals 2, aktuell 3). Damals landeten die Hanseaten letztlich auf Rang 10.
  • Florian Niederlechner gab vor der Pause mehr Torschüsse ab (4) als er Pässe spielte (3).
  • Das letzte 0-0 in einem BL-Spiel im Weserstadion gab es am 4. April 2015 gegen Mainz.

Der Star des Spiels: Ishak Belfodil

Der Algerier bot sich im Gegensatz zu seinem Sturmpartner über die gesamte Partie mit guten Laufwegen an. Körperlich stark setzte er sich auch gegen mehrere Verteidiger gleichzeitig durch und verzeichnete mit fünf Torschüssen so viele wie kein anderer Spieler. In der 67. Minute drehte der Algerier nach einem Schuss durch die Beine von Alexander Schowlow schon zum Torjubel ab, stand aber beim Zuspiel von Kainz ganz leicht im Abseits. Trotz vergebener Riesen-Chance (75.) der aktivste und beste Spieler auf dem Platz.

Der Flop des Spiels: Thomas Delaney

Delaney zeigte sich vor allem in der ersten Halbzeit defensiv zu nachlässig. Der Däne kam zwei mal völlig frei aus wenigen Metern zum Kopfball, beide verfehlten ihr Ziel deutlich. Zehn Mal verlor Delaney den Ball, nur zwei Drittel seiner Pässe fanden das Ziel, vor allem in die Spitze spielte er zu ungenau.

Der Schiedsrichter: Robert Hartmann

Bereits in der 18. Minute sorgte der Schiedsrichter für Aufsehen, indem er zwei Bremern gleichzeitig die Gelbe Karte zeigte. Die erste bekam Robert Bauer, der Niederlechner an der Strafraumgrenze allerdings fair vom Ball trennte. Die zweite Gelbe gegen Florian Kainz war hingegen völlig gerechtfertigt. Alles in allem hatte Hartmann die teils hitzige Partie gut im Griff. Den Abseitstreffer von Belfodil hat der Assistent richtigerweise aberkannt.

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