Auch Nürnberg reiht sich bei den patzenden Top-Teams ein
Der Tabellenführer verliert, aber der Verfolger profitiert nicht davon: In Hamburg holt der favorisierte Club im Montagsspiel nur einen Punkt.

Der 1. FC Nürnberg hat die Tabellenführung verpasst. Der Club kam zum Abschluss des 22. Spieltags der 2. Bundesliga am Rosenmontag nicht über ein 0:0 beim FC St. Pauli hinaus und liegt mit 41 Punkten weiter hinter Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf (43). Der neunmalige Meister vergrößerte jedoch seinen Vorsprung auf das drittplatzierte Holstein Kiel auf fünf Punkte.

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Bereits am Freitag sendete der 1. FC Kaiserslautern das nächste Lebenszeichen im Abstiegskampf. Die Roten Teufel bezwangen vor heimischer Kulisse den Aufstiegskandidaten aus Kiel 3:1. Der VfL Bochum bewies im Kellerduell mit Darmstadt 98 Moral: Die Mannschaft von Interims-Trainer Heiko Butscher drehte ihr Heimspiel gegen die Lilien und siegte am Ende mit 2:1.

FC St. Pauli - 1. FC Nürnberg 0:0

29.313 Zuschauer im Millerntor-Stadion sahen eine muntere erste Hälfte mit hochkarätigen Torchancen für beide Teams, jedoch mit mehr Spielanteilen für die Gäste. Aufseiten der Franken scheiterte Topstürmer Mikael Ishak (20.) am Pfosten. Bei der Aktion verletzte sich der Schwede und musste in der 26. Minute ausgewechselt werden.

Bei den Hamburgern scheiterte Sami Allagui (25.) nach Freistoß an Nürnberg-Torhüter Fabian Bredlow. Kurz vor der Pause klärte Tim Leibold auf der Linie den Kopfball von Waldemar Sobota (44.).

Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Nürnberger feldüberlegen, näher an der Führung waren jedoch die kämpfenden Hausherren. Doch Aziz Bouhaddouz (48./78.) scheiterte an der Latte (48.) und am starken Bredlow, der auch Allaguis Schuss aus 20 Metern (53.) parierte. Dem Club gehörten die Schlussminuten, der Siegtreffer blieb aber aus.

SV Sandhausen - Eintracht Braunschweig 0:0

Der SV Sandhausen hat einen großen Schritt Richtung Aufstiegsplätze in der 2. Bundesliga verpasst. Das Team von Trainer Kenan Kocak trennte sich mit 0:0 von Eintracht Braunschweig und hat vier Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Holstein Kiel. Braunschweig befindet sich weiter in gefährlicher Nähe zur Abstiegszone.

Die Anfangsphase gehörte den aktiveren Löwen, doch Sandhausen kämpfte sich nach einer Viertelstunde besser in die Partie und zeigte hin und wieder ein rasches Umschaltspiel. Denis Linsmayer hatte per Freistoß die Führungschance auf dem Fuß (18.), doch auch die Gäste hätten bei einem Lattenschuss von Domi Kumbela fast jubeln können (34.).

Die zweite Hälfte war sehr zerfahren, kein Team konnte sich große Vorteile erarbeiten. Sandhausen war offensiv bemühter, rannte sich aber immer wieder in der soliden Braunschweiger Defensive fest. Erst der eingewechselte Jose Pierre Vunguidica kam zu einer guten Gelegenheit, bei der ihn allerdings Eintracht-Keeper Jasmin Fejzic entscheidend störte (75.).

Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt 0:0

Der FC Ingolstadt hat die Chance verpasst, sich ganz dicht an die Aufstiegsplätze in der 2. Bundesliga heranzupirschen. Der Erstliga-Absteiger kam bei Erzgebirge Aue nicht über ein 0:0 hinaus und bleibt Tabellenfünfter. Holstein Kiel auf dem Relegationsplatz ist drei Punkte voraus. Aue konnte auch im fünften Rückrundenspiel nicht gewinnen und bleibt in Abstiegsgefahr.

Vor 6850 Zuschauern war der Gast aus Oberbayern die spielerisch bessere Mannschaft. Das Team von Trainer Stefan Leitl kam aber erst in der 56. Minute durch Dario Lezcano zu seiner ersten Großchance, Aue-Keeper Martin Männel parierte aus spitzem Winkel.

Aue zeigte vor allem kämpferisch eine tadellose Leistung. Verteidiger Fabian Kalig hatte nach acht Minuten gar die Großchance zur Führung, FCI-Keeper Örjan Nyland parierte den Kopfball des Verteidigers aber stark. Nach dem Seitenwechsel kamen die Erzgebirgler kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus.

SpVgg Greuther Fürth - Dynamo Dresden 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Guganigg (39.)

Dynamo Dresden hat in der 2. Bundesliga wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt liegen gelassen. Bei der abstiegsgefährdeten SpVgg Greuther Fürth vergaben die Sachsen trotz spielerischer Dominanz mit einem 0:1 (0:1) die Chance, den Abstand auf den Tabellenkeller auszubauen. Dresden steht mit 26 Punkten nur noch vier Zähler vor einem Abstiegsplatz, die Gastgeber (23) kletterten mit dem ersten Sieg 2018 auf den Relegationsplatz.

Vor rund 9000 Zuschauern und lautstarken mitgereisten Dresden-Fans spielten die Gäste gleich zu Beginn der Partie selbstbewusst auf. Die Chancenverwertung war jedoch schlecht. Stattdessen glückte Lukas Gugganig (39.) der erste Treffer für Fürth im neuen Jahr. Der 22-Jährige staubte nach einem umstrittenen Freistoß, der vom Pfosten abgeprallt war, zur schmeichelnden Führung ab.

"Das ist richtig bitter. Der Klassiker, du machst ein gutes Spiel und verwertest deine Chancen nicht. Und dann bekommst du so ein Ei", sagte der verletzte Dynamo-Kapitän Marco Hartmann (Innenbanddehnung) in der Halbzeit bei Sky.

Neben Hartmann musste Dresden auf die gesperrten Niklas Kreuzer und Jannik Müller verzichten, die noch beim jüngsten 3:0-Erfolg gegen den VfL Bochum in der Startelf gestanden hatten. Nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Der ehemalige Hannoveraner Uffe Bech vergab unter anderem in der 61. Minute noch eine Großchance der Gastgeber.

Union Berlin - Fortuna Düsseldorf 3:1 (0:1)

Tore: 0:1 Neuhaus (41.), 1:1 Skrzybski (67., Handelfmeter), 2:1 Polter (71.), 3:1 Skrzybski (90.+5)

Fortuna Düsseldorf hat in der 2. Bundesliga einen überraschenden Rückschlag kassiert und könnte die Tabellenführung im Laufe des Spieltags sogar einbüßen. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel verlor bei Union Berlin trotz Führung mit 1:3 (1:0) und musste die fünfte Saisonniederlage hinnehmen.

Florian Neuhaus (41.) hatte die Fortuna am Karnevalssamstag in Führung geschossen, doch Steven Skrzybski (67., Handelfmeter/90.+5) und Sebastian Polter (71.) drehten die Partie zugunsten der Berliner, die im sechsten Spiel unter Trainer Andre Hofschneider ihren ersten Sieg feierten. Union hatte zuletzt Anfang November gegen den FC St. Pauli gewonnen.

Gegen Düsseldorf investierte Berlin von Anfang an viel - in Führung gingen dennoch die effektiven Gäste. Niko Gießelmann bediente den freien Neuhaus, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Berlin blieb vor 22.012 Zuschauern aber hartnäckig und ging durch einen Doppelschlag in Führung. Erst verwandelte Skrzybski einen Elfmeter nach einem Handspiel von Fortunas Adam Bodzek, dann staubte Polter zum 2:1 ab.

MSV Duisburg - Arminia Bielefeld 2:2 (0:1)

Tore: 0:1 Schütz (39.), 1:1 Taschtschi (52.), 1:2 Weihrauch (67.), 2:2 Wolze (72.)

Der MSV Duisburg hat im Aufstiegskampf einen kleinen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Zebras kamen im Westduell gegen Arminia Bielefeld über ein 2:2 (0:1) nicht hinaus, bleiben aber zunächst Tabellenvierter.

Tom Schütz (39.) per direktem Freistoß erzielte das 1:0 für die Ostwestfalen. Boris Taschtschi (52.) gelang der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich. Patrick Weihrauch (67.) brachte die Gäste wieder in Front. Kevin Wolze (72.) schaffte den erneuten Gleichstand.

Die Duisburger sind jetzt sieben Spiele ungeschlagen. Die Auswärtsserie der Arminia hielt auch in Duisburg: In allen zwölf Partien in der laufenden Saison in fremden Stadien erzielte Bielefeld mindestens einen Treffer.

Die Duisburger, die zuletzt bei Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98 gewonnen hatten, offenbarten von Beginn Probleme mit der Bielefelder Spielweise. Die Gäste agierten sehr diszipliniert und zweikampfstark. Dem MSV gelang es zu selten, das Tempo zu erhöhen und die Abwehr der Arminia aus den Angeln zu heben.

Die Bielefelder waren zudem cooler im Torabschluss und nutzten gleich die erste Chance zur Führung. Auch vom Ausgleich ließen sich die Bielefelder nur kurz beeindrucken und schlugen schnell wieder zurück. Aber auch der MSV zeigte Moral und schaffte das 2:2. Duisburg hatte aber auch Glück, als Bielefeld in der Schlussphase ein Strafstoß versagt wurde.

SSV Jahn Regensburg - 1. FC Heidenheim 2:0 (1:0)

Tore:  1:0 George (34.), 2:0 Grüttner (90.)

Gelb-Rote Karte: Kraus wegen wiederholten Foulspiels (70.)

Jahn Regensburg setzt seine Aufholjagd in der 2. Bundesliga fort und ist jetzt schon Tabellenfünfter. 

Die Oberpfälzer gewannen das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim verdient mit 2:0 (1:0) und sind seit fünf Spielen ungeschlagen. Dabei gab es drei Siege und zwei Unentschieden für den SSV Jahn. Für den FCH ging in Regensburg dagegen eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage zu Ende.

Jann George (34.) erzielte vor 8006 Zuschauern das Führungstor für die Gastgeber. Marco Grüttner (90.) machte in Überzahl alles klar, nachdem Heidenheims Kevin Kraus wegen wiederholten Foulspiels (70.) Gelb-Rot gesehen hatte. 

In der ersten halben Stunden neutralisierten sich beide Teams. Aufsteiger Regensburg hatte zwar optisch einige Vorteile, doch die Heidenheimer verteidigten geschickt und stellten die Räume zu. 

Im weiteren Verlauf gingen die Regensburger allerdings mehr Risiko ein und verdienten sich den Vorsprung. Heidenheim hatte Probleme im Spielaufbau, viele Pässe landeten beim Gegner. Der SSV bestimmte nach dem 1:0 klarer das Geschehen.

1. FC Kaiserslautern - Holstein Kiel 3:1 (2:1)

Tore: 1:0 Borrello (3.), 1:1 Kinsombi (32.), 2:1 Moritz (45., Elfmeter), 3:1 Osawe

Besonderes Vorkommnis: Müller (Kaiserslautern) hält Foulelfmeter von Ducksch (13.)

Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich unter Michael Frontzeck weiter im Aufwind. Der neue FCK-Trainer feierte bei seiner Heimpremiere mit dem Tabellenschlusslicht der 2.Bundesliga auf dem Betzenberg einen verdienten 3:1 (2:1)-Erfolg gegen Aufstiegsanwärter Holstein Kiel und verkürzte damit den Rückstand auf Relegationsplatz 16 vorerst auf fünf Punkte.

Im ersten Spiel unter dem Nachfolger von Jeff Strasser hatten die Roten Teufel 2:1 bei Eintracht Braunschweig gewonnen.Brandon Borrello (3.), Christoph Moritz per Foulelfmeter (45.) und Osayamen Osawe (51.) trafen für die Gastgeber. David Kinsombi (32.) traf zwischenzeitlich zum Ausgleich für die Norddeutschen, die zuvor einen Foulelfmeter verschossen hatten. Torjäger Marvin Ducksch scheiterte in der 13. Minute mit einem schwachen Schuss vom Punkt an FCK-Torwart Marius Müller. Kiel blieb zum neunten Mal in Folge ohne Sieg.

Am Samstag könnte Mitaufsteiger MSV Duisburg, der Arminia Bielefeld empfängt, nach Punkten mit dem Tabellendritten gleichziehen.  Vor 20.664 Zuschauern erwischten die Pfälzer einen Start nach Maß. Dem Australier Borrello gelang nach starker Vorarbeit von Osawe die frühe Führung, durch die sich Kiel aber nicht aus der Fassung bringen ließ. Die Mannschaft der ehemaligen FCK-Profis Markus Anfang übernahm nach und nach das Kommando und kam durch Kinsombi zum verdienten Ausgleich.

In der Drangphase der Gäste führte dann ein Foul von Dominik Schmidt am herausragenden Osawe zum Elfmeter, den FCK-Kapitän Moritz sicher verwandelte.Nach dem Seitenwechsel dominierten die Hausherren, die auch nach ihren dritten Treffer durch Osawe weitere gute Chancen hatten. Der Engländer selbst sowie Leon Guwara verpassten aber ein höheres Ergebnis.

VfL Bochum - Darmstadt 98 2:1 (0:0)

Tore: 0:1 Bregerie (61.), 1:1 Hinterseer (66.), 2:1 Holland (69., Eigentor)

Der VfL Bochum hat dank einer Energeleistung bei der Premiere von  Interimstrainer Heiko Butscher den ersten Erfolg im Jahr 2018 eingefahren. Nur zwei Tage nach der Entlassung von Sportvorstand Christian Hochstätter und Trainer Jens Rasiejewski siegte Bochum im Kellerduell der 2.Bundesliga nach Rückstand noch mit 2:1 (0:0) gegen Darmstadt 98.Lukas Hinterseer (66.) und ein Eigentor von Darmstadts Fabian Holland (69.) sorgten für die ersten beiden Bochumer Tore im neuen Jahr und das erste Erfolgserlebnis nach zuletzt vier Niederlagen in Serie.

Die Lilien, die zunächst durch Romain Bregerie (61.) in Fürung gegangen waren, stecken als Tabellen-16. weiter tief im Abstiegskampf.Bochum kletterte mit dem Erfolg nach zuvor vier Niederlagen in Serie mit 26 Punkten auf Rang 13, Bundesliga-Absteiger Darmstadt muss mit 22 Zählern immer mehr den Absturz in die Drittklassigkeit befürchten.

14.520 Zuschauer sahen zunächst eine zähe Partie, die erst nach dem Seitenwechsel besser wurde. Nach einer Ecke von Standardspezialist Tobias Kempe brachte Bregerie die bis dahin ungefährlichen Gäste zunächst in Führung.Bochums Kevin Stöger scheiterte mit einem sehenswert getretenen Freistoß am glänzend parierenden Lilien-Torwart Daniel Heuer Fernandes. Nur wenige Sekunden später glich Hinterseer nach einer schönen Einzelleistung von Stöger mit seinem sechsten Saisontor aus, ehe Holland mit einem Flugkopfball unglücklich ins eigene Tor traf.

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