2. Bundesliga: Magdeburg wartet weiter auf ersten Zweitligasieg
Auch im fünften Spiel kann der Aufsteiger aus Magdeburg nicht siegen. Köln verliert mit einer Pleite gegen Paderborn die Tabellenführung an Fürth.

Am 5. Spieltag der 2. Bundesliga  hat der 1. FC Magdeburg nicht den erhofften ersten Saison eingefahren. Gegen Arminia Bielefeld kam das Team nicht über ein 0:0 hinaus.

Der Hamburger SV feierte hingegen dank Pierre-Michel Lasogga einen Heimsieg gegen Heidenheim. Greuter Fürth ist nach einem klaren Erfolg über Holstein Kiel und der gleichzeitigen Heimniederlage von Köln gegen Paderborn neuer Tabellenführer.

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Bereits am Freitagabend verpasste der MSV Duisburg seinen ersten Dreier der Saison nur knapp. Gegen Union Berlin fiel der Ausgleich für die Hauptstädter erst in der Nachspielzeit.

Magdeburg - Bielefeld 0:0

Der 1. FC Magdeburg muss weiter auf den ersten Zweitligasieg der Vereinsgeschichte warten. Der Aufsteiger kam im Montagsspiel gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 0:0 hinaus. Das Team von Trainer Jens Härtel liegt mit drei Punkten nur auf Platz 16, Bielefeld ist mit acht Zählern Neunter. 

Vor 19.794 Zuschauern in der MDCC-Arena in Magdeburg starteten die Gäste aus Bielefeld ambitionierter in die Begegnung. Die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene konnte sich aber keine zwingende Torchance herausspielen. Ein zu schwach getretener Freistoß von Florian Hartherz (16.) sowie auf der Gegenseite ein Schuss von Marcel Costly (38.), den Arminia-Torhüter Stefan Ortega parierte, waren in der ersten Hälfte das höchste der Gefühle. 

Kurz nach Wiederanpfiff hatte Andreas Voglsammer die große Chance auf die Führung, doch der Bielefeld-Stürmer scheiterte per Kopf aus kurzer Distanz an FCM-Torhüter Alexander Brunst (52.). Auf der Gegenseite verfehlte ein Kopfball von Christian Beck (61.) nur hauchdünn das Tor. 

Köln - Paderborn 3:5 (1:1)

Tore: 1:0 Terodde (37.), 1:1 Gueye (38.), 2:1 Terodde (53.), 2:2 Klement (66.), 2:3 Klement (71.), 3:3 Cordoba (84.), 3:4 Tekpetey (89.), 3:5 Michel (90.+4)

Gelb-Rot: Hector (87./Köln)

Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln hat nach seiner ersten Niederlage in der laufenden Saison die Tabellenführung in der 2. Bundesliga aus der Hand gegeben. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang verlor am 5. Spieltag ihr Heimspiel gegen Aufsteiger SC Paderborn mit 3:5 (1:1). Mit einem Sieg hätten die Rheinländer den besten Zweitliga-Auftakt ihrer Vereinsgeschichte hinlegen können.

Der zweimalige Zweitliga-Torschützenkönig Terodde (27./53.) brachte die Gastgeber mit seinem 25. Zweitliga-Doppelpack zweimal in Führung, doch die Gäste präsentierten sich höchst effektiv: Zunächst glich Babacar Gueye (38.) nur 76 Sekunden nach dem 1:0 aus, nach der Pause drehte der Doppelpack von Philipp Klement (66./72.) die Partie endgültig.

Der viel gescholtene Kolumbianer Jhon Cordoba (84.) glich zwar zunächst für die Gastgeber zum 3:3 aus, doch Bernard Tekpetey (89.) und Sven Michel (90.+4) sicherten dem SCP den verdienten Dreier.

"Wir werden unsere Chance in der Offensive suchen", hatte SCP-Trainer Steffen Baumgart angekündigt - und die Gäste hörten auf ihren Coach: Die Ostwestfalen ärgerten den Favoriten mit einer giftigen Spielweise und kamen durch Uwe Hünemeier Kopfball (9.) auch gefährlich vors Tor von FC-Keeper Timo Horn.

Die Gastgeber haderten vor 50.000 Zuschauern trotz spielerischen Übergewichts zunächst mit dem Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart), der zwei Terodde-Tore (12./27.) wegen Abseits allerdings zu Recht nicht anerkannte. Ein klares Handspiel von Mohamed Dräger (23.) auf der Sechzehnmeterlinie entging dem Unparteiischen jedoch.

Nach Gueyes schneller Antwort auf die FC-Führung blieb Köln zunächst die spielbestimmende Mannschaft. Auf die erneute Führung durch Teroddes siebtes Saisontor regierte der SCP, der nach nun vier Ligaspielen ohne Niederlage auf dem siebten Platz steht, in Person von Klement zweimal eiskalt.

Beim 3:2 scheiterte er mit einem Foulelfmeter zunächst an FC-Keeper Timo Horn, doch im Nachschuss war er erfolgreich. Dann glich Cordoba aus, doch Paderborn schlug erneut zurück und verließ als Sieger den Platz.

Bochum - Ingolstadt 6:0 (3:0)

Tore: 1:0 Hinterseer (4./Elf.), 2:0 Kruse (14.), 3:0 Weilandt (19.), 4:0 Hinterseer (62.), 5:0 Hinterseer (66./Elf.), 6:0 Losilla (78.)

Gelb-Rot: Galvao (57./Ingolstadt)

Der VfL Bochum hat dank eines Dreierpacks von Lukas Hinterseer den FC Ingolstadt überrollt und nach dem höchsten Zweitligasieg seiner Klubgeschichte Tuchfühlung zur Tabellenspitze gehalten. Der VfL spielte sich gegen hilflose Schanzer in einen Rausch und bezwang den FCI letztlich mit 6:0 (3:0).

Der frühere Ingolstädter Hinterseer war mit seinen drei Treffern (4., Foulelfmeter, 62., 66., Foulelfmeter) der Matchwinner. Robbie Kruse (13.), Tom Weilandt (19.) und Anthony Losilla (77.) machten das halbe Dutzend voll. In der Saison 2011/12 hatte Bochum gegen Erzgebirge Aue ebenfalls 6:0 gewonnen.

Drei Tore in den ersten 19 Minuten - das hatten die Westfalen zuletzt im Dezember 2001 (5:3 gegen Alemannia Aachen) geschafft. Spätestens nach der Gelb-Roten Karte gegen Ingolstadts Lucas Galvao (57., wiederholtes Foulspiel), der den ersten Elfmeter verschuldet hatte, war das Spiel gelaufen.

Vor 14.500 Zuschauern im Vonovia-Ruhrstadion hatte Bochum in Hinterseer, Kruse und Weilandt ein überragendes Offensivtrio. Weilandt holte den ersten Strafstoß heraus. Kurz darauf traf Hinterseer per Kopf den Pfosten (5.). Weilandt bereitete das zweite, Hinterseer das dritte Tor und Kruse das vierte Tor vor.

Zu Ingolstadts höchster Zweitliganiederlage passte es, dass Sportchef Angelo Vier kurz vor der Pause nach lautstarkem Reklamieren auf die Tribüne musste.

Aue - St. Pauli 3:1 (1:1)

Tore: 1:0 Kempe (11.), 1:1 Veerman (16.), 2:1 Testroet (31.), 3:1 Hochscheidt (75.)

Erzgebirge Aue hat im fünften Anlauf den ersten Sieg der neuen Saison gefeiert. Die Veilchen bezwangen im Heimspiel am Sonntag den FC St. Pauli mit 3:1 (2:1) und verließen die Abstiegsplätze.

Die Treffer für Aue vor 13.000 Zuschauern erzielten Dennis Kempe (11.), Pascal Testroet mit einem Traumtor aus rund 23 Metern (31.) und Jan Hochscheidt (75.). Henk Veerman (16.) traf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich für St. Pauli. Die Krise der Hamburger hat sich durch die vierte Niederlage in den letzten vier Pflichtspielen verschärft.

Die Auer waren von Beginn an das aktivere und auch gefährlichere Team. Die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer ließ sich auch vom Gegentreffer nicht aus dem Rhythmus bringen und spielte gefällig nach vorne. St. Pauli war die Unsicherheit angesichts der jüngsten Rückschläge deutlich anzumerken. Erst in der zweiten Halbzeit spielten die Gäste etwas druckvoller.

Hamburger SV - Heidenheim 3:2 (0:0)

Tore : 0:1 Schmidt (64.), 1:1 Lasogga (74.), 2:1 Lasogga (80.), 3:1 Lasogga (83.), 3:2 Glatzel (89.)

Mit einem Hattrick in neun Minuten hat Pierre-Michel Lasogga Absteiger Hamburger SV vor einem erneuten Rückschlag  bewahrt. Der eingewechselte Stürmer führte die Hanseaten mit seinen drei Toren in der Schlussphase (74./80./83.) gegen den 1. FC Heidenheim nach einem 0:1-Rückstand noch zum 3:2 (0:0).

Nach dem dritten Sieg in Folge mit 9:1 Toren kletterte der HSV auf den vierten Tabellenplatz. Die Hamburger haben noch das abgesagte Spiel bei Dynamo Dresden in der Hinterhand. Patrick Schmidt hatte vor 45.379 Zuschauern im Volksparkstadion die Führung für die Gäste erzielt (64.). Robert Glatzel (89.) gelang noch das Anschlusstor.

Der HSV tat sich gegen gut organisierte Heidenheimer lange sehr schwer. Neuzugang Hee-Chan Hwang sorgte vor der Pause für die gefährlichsten Szenen vor dem Tor der Gäste. Der Südkoreaner, der mit seiner Nationalmannschaft Gold bei den Asienspielen gewonnen hatte, hatte die beiden besten Chancen (26. und 45.), scheiterte aber beide Male am starken Torhüter Kevin Müller.

Nach dem Seitenwechsel hatte der auffällige Nikola Dovedan die Heidenheimer Führung auf dem Fuß. Nach einem Pass von Marc Schnatterer lief der Österreicher allein auf das Hamburger Tor zu, doch Gotoku Sakai holte ihn ein und grätschte ihm den Ball vom Fuß (52.).

Nach dem Führungstreffer von Schmidt, der nach einem Abwehrfehler von Leo Lacroix erfolgreich war, ließ Dovedan das 2:0 aus, als er völlig frei den Ball über die Latte lupfte (69.). Lasogga hatte beim Ausgleich Glück: Der Ball prallt vom Pfosten gegen seine Brust und von dort ins Tor. Dann traf er zweimal per Kopf und machte alles klar.

Darmstadt - Sandhausen 1:1 (0:0)

Tore : 0:1 Klingmann (46.), 1:1 Tobias Kempe (90.)

Der SV Darmstadt 98 hat den vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die Lilien retteten durch einen Treffer von Tobias Kempe (90.) gegen den SV Sandhausen wenigstens noch ein 1:1 (0:0). Philipp Klingmann (46.) hatte per Kopf zum 0:1 getroffen, die Vorarbeit leistete Leart Paqarada.

Darmstadt hatte zuvor vier seiner fünf Saisonpflichtspiele ohne ein einziges Gegentor gewonnen. Sandhausen beendete eine Serie von drei Spiele ohne eigenen Treffer und entfernte sich von den Abstiegsrängen.

Von Beginn an entwickelte sich vor 15.103 Zuschauern ein Spiel ohne große Höhepunkte. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, Torchancen blieben Mangelware. Die Gäste hatten sogar zunächst mehr vom Spiel, die Darmstädter hatten Probleme, sich auf das Spiel der SVS einzustellen.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte erzielte Sandhausen das Führungstor. Die Abwehrschwächen der Hessen wurden schonungslos genutzt. Dem Treffer voraus ging ein erster Abwehrversuch von Lilien-Kapitän Aytac Sulu, der aber Paqarada eine zweite Flanke ermöglichte.

Nach dem Rückstand drückten die Hausherren auf das Tempo und bestimmten das Spielgeschehen. Allerdings blieb die Angriffsbemühungen ohne zählbaren Erfolg.

Fürth - Kiel 4:1 (0:0)

Tore : 1:0 Keita-Ruel (52.), 2:0 Ideguchi (60.), 3:0 Keita-Ruel (83.), 3:1 Girth (87.), 4:1 Green (90.+1)

Die SpVgg Greuther Fürth hat sich dank der Torjäger-Qualitäten von Daniel Keita-Ruel zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze geschoben. Die Kleeblätter gewannen das Heimspiel gegen den Tabellendritten der vergangenen Saison, Holstein Kiel, mit 4:1 (0:0). Der bisherige Spitzenreiter 1. FC Köln könnte am Sonntag (13.00 Uhr/Sky) gegen den SC Paderborn allerdings wieder an Fürth vorbeiziehen.

Keita-Ruel war vor 8370 Zuschauern in der 52. Minute zum erlösenden Führungstor erfolgreich. Der Japaner Yosuke Ideguchi (60.) erhöhte bei seiner Premiere auf 2:0. Der 21-Jährige war von den Franken vom englischen Zweitligisten Leeds United ausgeliehen worden. Keita-Ruel (83.) steuerte noch sein fünftes Saisontor bei, ehe Benjamin Girth (87.) verkürzte. Julian Green erzielte das 4:1 (90.+1).

Die Störche aus Schleswig-Holstein mussten die erste Saisonniederlage hinnehmen. Die Kieler kassierten außerdem auswärts die ersten Gegentore, nachdem sie im ersten Durchgang noch die größte Chance vergeben hatten. Steven Lewerenz traf in der elften Minute die Latte des Fürther Tores.

Die 2:0-Führung für Fürth durch den Doppelschlag zu Beginn der zweiten 45 Minuten war schmeichelhaft, denn Holstein hatte das Spiel über weite Strecken mehr als ausgeglichen gestaltet. Die Hausherren kontrollierten fortan mit dem Vorsprung im Rücken das Spiel und ließen nichts mehr anbrennen.

Regensburg - Dresden 0:2 (0:1)

Tore:  0:1 Aosman (22.), 0:2 Dumic (52.)

Perfekter Einstand für Maik Walpurgis: Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer hat Zweitligist Dynamo Dresden einen 2:0 (1:0)-Erfolg bei Jahn Regensburg gefeiert und am 5. Spieltag den Anschluss an die vorderen Plätze hergestellt.

Der frühere Regensburger Aias Aosman (22.) und Dario Dumic (52.) schossen die Sachsen vor 13.629 Zuschauern zum zweiten Saisonsieg. Walpurgis hatte erst am Dienstag bei Dynamo einen Vertrag bis 2020 unterzeichnet. Vorgänger Uwe Neuhaus war nach dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal und zwei Niederlagen in Folge in der Liga am 22. August entlassen worden.

Mit sechs Punkten liegt Dynamo, das noch ein Nachholspiel gegen den Hamburger SV in der Hinterhand hat, zunächst im Tabellenmittelfeld. Der Jahn blieb zum vierten Mal in Folge ohne Sieg und muss sich mit vier Zählern vorerst nach unten orientieren.

Nach vorsichtigem Beginn gewann Dresden aus einer stabilen Defensive heraus an Sicherheit. Aosmans Führungstor wurde von einer passiven Regensburger Abwehr begünstigt. Der Jahn kam mutig aus der Kabine, doch nach dem 0:2 durch Dumic hatte Dynamo das Spiel im Griff und hätte noch weiter erhöhen können.

Union Berlin - Duisburg 2:2 (1:0)

Tore:  1:0 Gogia (44.), 1:1 Oliveira Souza (77.), 1:2 Sukuta-Pasu (83.), 2:2 Hübner (90.+1)

Der MSV Duisburg hat in der 2. Bundesliga einen ersten Schritt aus der Krise gemacht, den Befreiungsschlag aber verpasst. Bei Aufstiegsanwärter Union Berlin kam das Tabellenschlusslicht in einem turbulenten Spiel zu einem 2:2 (0:1). Die Mannschaft von Trainer Ilja Gruew verhinderte dabei einen unrühmlichen Eintrag in die Geschichtsbücher: Noch nie blieb eine Zweitligamannschaft an den ersten fünf Spieltagen ohne Punkt und Torerfolg.

Dennoch steht der Traditionsklub, der ein 0:1 in eine 2:1-Führung drehen konnte, nach dem späten Ausgleich der Berliner durch Florian Hübner (90.) weiter auf dem letzten 18. Tabellenplatz.

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Cauly Oliveira-Souza (76.) und Richard Sukuta-Pasu (83.) hatten zuvor die Partie in der Hauptstadt zugunsten des MSV gedreht. Akaki Gogia (44.) hatte die Hausherren, die mit einem Sieg zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze gesprungen wären, vor 20.329 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei in Führung geschossen.

Der MSV begann forsch, doch nach einer guten Viertelstunde bekam Union die Partie besser in den Griff. Gogia traf in der 27. Minute mit einem abgefälschten Schuss zunächst die Latte, kurz vor der Pause war der Deutsch-Georgier mit einem satten Schuss von der Strafraumkante erfolgreich.

Im weiteren Verlauf deutete lange wenig darauf hin, dass die Partie noch eine Wendung nehmen könnte, doch plötzlich verunsicherte Unioner luden den MSV durch Fehlpässe und verunglückte Abwehraktionen zum Toreschießen ein. Berlin rettete kurz vor dem Abpfiff zumindest einen Punkt.

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