WM-Playoffs: Irland stößt die Tür in Dänemark auf, Schweden feiert - Italien droht WM-Aus
In Dänemark wurde die Entscheidung in den WM-Playoffs vertagt. Schweden schockt Italien und Kroatien schießt Griechenland ab.

Die Hinspiele der Playoff-Runde in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland sind absolviert und Dänemark kam zuhause nicht über ein 0:0 gegen Irland hinaus. Schweden rang in einem packenden Spiel Italien mit 1:0 nieder. Ein furioses Kroatien  hat sich indes eine exzellente Ausgangssituation für das Rückspiel in Griechenland erarbeitet. 

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Auch die Nationalmannschaft der Schweiz darf sich berechtige Hoffnungen auf eines der letzten WM-Tickets machen. Die Eidgenossen siegten dank eines Elfmeters vom Ex-Wolfsburger Ricardo Rodriguez mit 1:0 in Nordirland .

Dänemark - Irland 0:0

Die irische Nationalmannschaft hat einen weiteren Schritt Richtung WM-Endrunde 2018 in Russland (14. Juni bis 15. Juli) gemacht. Die Mannschaft von der grünen Insel ermauerte in Kopenhagen im Play-off-Hinspiel der Europa-Qualifikation gegen Dänemark ein 0:0 und hält damit im Rückspiel am kommenden Dienstag in Dublin alle Trümpfe in der Hand. Dänemark blieb zwar auch im zehnten Spiel hintereinander ungeschlagen, konnte mit dem Resultat aber nicht zufrieden sein. 

Vor 36.000 Zuschauern, darunter 8000 Gäste-Fans, im ausverkauften Kopenhagener Parken-Stadion machten die Gastgeber von Beginn an Dampf und schnürten die Boys in Green im ersten Durchgang regelrecht ein. Bereits in der elften Minute vergab Andreas Cornelius eine große Möglichkeit, der Italien-Legionär scheiterte aber freistehend am irischen Schlussmann Darren Randolph. In der 33. Minute verfehlte Pione Sisto das fast leere Tor.

Kurz vor der Pause wurden die total defensiv eingestellten Gäste, die sich erst am letzten Spieltag der Gruppe D in die Play-offs gerettet hatten, dann auch einmal gefährlich. Torwart Kasper Schmeichel musste gegen Cyrus Christie retten.
Nach der Pause wagte sich die Mannschaft von Teammanager Martin O'Neill etwas mehr aus der Deckung und stellte die Dänen vor große Probleme. Bei den Hausherren häuften sich die Fehlpässe, auch der zuletzt hochgelobte Spielmacher Christian Eriksen von Tottenham Hotspur konnte keine Linie mehr ins Spiel bringen.

Nationaltrainer Age Hareide, der mit seinem irischen Kollegen O'Neill einst in England zusammengespielt hat, hatte in seiner Startelf auf die Bundesligaprofis Yussuf Poulsen von Vizemeister RB Leipzig, Jannik Vestergaard von Borussia Mönchengladbach und Viktor Fischer von FSV Mainz 05 verzichtet. Dagegen standen der Bremer Thomas Delaney sowie seine ehemaligen Bundesliga-Kollegen Simon Kjär (Wolfsburg), William Kvist (Stuttgart) und Nicolai Jörgensen (Leverkusen/Kaiserslautern) bei Danish Dynamite von Beginn an auf dem Platz.

Edeljoker Nicklas Bendtner wurde in der 72. Minute eingewechselt. Acht Minuten zuvor war Poulsen aufs Feld gekommen, der in der 90. Minute die große Chance zum 1:0 vergab. Die Iren können am Dienstag erstmals seit 2002 wieder ein WM-Ticket lösen, die Dänen waren letztmals 2010 bei einer WM-Endrunde vertreten.

Am Dienstagabend entscheidet sich im Playoff-Spiel gegen Dänemark, ob Irland bei der Weltmeisterschaft dabei sein wird. Das Spiel wird natürlich auch im LIVESTREAM übertragen.

Schweden - Italien 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Johansson (61.)

Der viermalige Weltmeister Italien steht vor dem WM-Aus. Das Team von Nationaltrainer Gian Piero Ventura verlor das Play-off-Hinspiel gegen Schweden verdient mit 0:1 (0:0) und steht im Rückspiel am Montag (20.45 Uhr) in Mailand unter großem Druck. Die Squadra Azzurra droht erstmals seit 1958 eine WM-Endrunde zu verpassen.

Die Schweden um den Leipziger Bundesligaprofi Emil Forsberg haben dagegen gute Chancen, sich erstmals seit 2006 wieder für eine WM zu qualifizieren. Den Treffer erzielte der eingewechselte Jakob Johansson in der 61. Minute mit einem abgefälschten Schuss.

"Wenn wir die WM verpassen, käme das einer Apokalypse gleich", hatte Italiens Verbandschef Carlo Tavecchio vor dem Spiel gesagt. Und seine Spieler schienen dieses Horrorszenario gleich zu Beginn des Spiels abwenden zu wollen.

Bereits in der sechsten Minute setzte sich Matteo Darmian auf der linken Seite durch und flankte in die Mitte, wo Andrea Belotti stand, per Kopf das Tor allerdings um Zentimeter verfehlte.

Vor den Augen des zurückgetretenen schwedischen Superstars Zlatan Ibrahimovic ließen sich die Gastgeber davon allerdings nicht beeindrucken. Nur zwei Minuten später verfehlte Ola Toivonen auf Vorlage von Forsberg ebenso das Tor nur knapp. Im weiteren Spielverlauf übernahmen die Schweden, angetrieben vom starken Forsberg, immer mehr das Kommando und brachten die Italiener mehrmals in Schwierigkeiten.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit fingen sich die Italiener. Zunächst scheiterte Antonio Candreva an Torhüter Robin Olsen (48.), danach rettete Olsen in höchster Not gegen Marco Parolo (54.).

Besser machte es auf der Gegenseite der nur vier Minuten zuvor eingewechselte Johansson. Allerdings fälschte Daniele de Rossi den Ball unhaltbar für Gianluigi Buffon ab. Ibrahimovic klatschte auf der Tribüne stehend Beifall.

Auch danach blieb den Schweden das Glück treu. Darmian traf mit einem Distanzschuss nur den Pfosten (70.). Vieles blieb bei den Italienern aber Stückwert, die Squadra Azzurra war vor allem in der Offensive gegen die gut organisierten Skandinavier ideenlos.

Das Rückspiel in Italien wird natürlich auch im LIVESTREAM bei DAZN übertragen - hier gibt es alle Informationen zur Partie.

Kroatien - Griechenland 4:1 (3:1)

Tore: 1:0 Modric (13., Foulelfmeter), 2:0 Kalinic (19.), 2:1 Sokratis (30.), 3:1 Perisic (33.), 4:1 Kramaric (49.)

Michael Skibbes Traum von der Rückkehr auf die WM-Bühne nach 16 Jahren ist fast schon geplatzt. Der frühere Bundestrainer und heutige Nationalcoach Griechenlands unterlag im Play-off-Hinspiel in Kroatien trotz eines Kopfballtores des Dortmunders Sokratis 1:4 (1:3) und muss mit den Hellenen im zweiten Duell am Sonntag in Piräus eine schwere Aufholjagd starten.

Gegen die Elfs Skibbes, 2002 gemeinsam mit Teamchef Rudi Völler als sportliches Leitungsduo in Japan und Korea Vizeweltmeister, traf Topstar Luka Modric von Real Madrid per Foulelfmeter zur frühen Führung (13.). Griechenlands Torwart Orestis Karnezis hatte zuvor den Ball vertändelt und Gäste-Stürmer Nikola Kalanic bei der anschließenden missglückten Rettungstat umgesäbelt. 

Milan-Stürmer Kalinic selbst erhöhte auf 2:0 (19.), nach dem Anschlusstreffer von Sokratis (30.) sorgten der Ex-Wolfsburger Ivan Perisic (33.) und Hoffenheims Andrej Kramaric (49.) für klare Verhältnisse.

Aus Angst vor Ausschreitungen waren keine Auswärtsfan zugelassen, auch die Kroaten müssen beim Rückspiel auf Anhang verzichten. 2011 hatte es in der EM-Qualifikation schwere Krawalle zwischen beiden Fanlager gegeben, daher entschieden sich die Verbände gemeinschaftlich für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Allerdings war befürchtet worden, dass griechische Hooligans ohne Karten die Reise nach Zagreb antraten.

Nordirland - Schweiz 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Rodriguez (58., Handelfmeter)

Die Schweiz hat im Kampf um ihre vierte WM-Teilnahme in Folge alle Trümpfe in der Hand. Die Eidgenossen gewannen das Play-off-Hinspiel in Nordirland verdient mit 1:0 (0:0) und gehen als klarer Favorit in das Rückspiel am Sonntag in Basel. Der ehemalige Wolfsburger Ricardo Rodríguez verwandelte im ausverkauften Windsor Park von Belfast einen umstrittenen Handelfmeter (58.).

Schon vor der Pause war die Schweiz die klar bessere Mannschaft. Mit Torhüter Yann Sommer und Denis Zakaria (beide Borussia Mönchengladbach) sowie Steven Zuber (1899 Hoffenheim) in der Startelf zeigte sich das Team von Nationaltrainer Vladimir Petkovic unbeeindruckt von der hitzigen Atmosphäre. Der ehemaliger Gladbacher Granit Xhaka (10.) und der Ex-Frankfurter Haris Seferovic (18.) vergaben aber beste Chance.

Wenige Sekunden nach der Pause verfehlte zunächst ein Schuss des Ex-Münchners Xherdan Shaqiri (46.) das Ziel nur knapp. Erst ein Elfmeter brachte die längst überfällige Führung. Der Pfiff war allerdings äußerst fragwürdig, Nordirlands Corry Evans hatte einen Schuss von Shaqiri aus nur zwei Metern Entfernung mit angelegtem Oberarm abgewehrt. Die Nordiren, in der Gruppenphase zweimal von Deutschland bezwungen, wachten im Kampf um die erste WM-Teilnahme seit 1986 zu spät auf.

Die Schweiz hatte in der Qualifikation die ersten neun Spiele allesamt gewonnen und erst am letzten Gruppenspieltag durch eine Niederlage in Portugal die vorzeitige WM-Teilnahme verpasst.

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