DFB-Pokal, 1. Runde, der Samstag: Werdern, Bayern, Dortmund und Co. souverän weiter
Werder ohne Mühe weiter, Lewandowski bringt Bayern in Chemnitz auf Kurs, auch die anderen Favoriten um Dortmund, Köln und Co. geben sich keine Blöße.

Werder Bremen, der FC Bayern München und Borussia Dortmund haben die 1. Runde des DFB-Pokals problemlos überstanden. Die Bremen gaben sich gegen die Würzburger Kicker keine blöße und gewannen souverän mit 3:0. Der FCB siegte bei Drittligist Chemnitz mit 5:0, der BVB wies Dorfklub Rielasingen-Arlen mit 4:0 in die Schranken.

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Auch die anderen Bundesligisten gaben sich indes keine Blöße. Der 1. FC Köln gewann beim Leher TS, auch der SC Freiburg, Mainz, Eintracht Frankfurt, Kaiserslautern und Heidenheim ziehen in die 2. Runde ein.

Würzburger Kickers - Werder Bremen 0:3 (0:0)

Tore: 0:1 Veljkovic (50.), 0:2 Kruse (74.), 0:3 Eggestein (77.)

Bundesligist Werder Bremen ist in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der sechsmalige Cup-Sieger gewann am Samstagabend 3:0 (0:0) beim Drittligisten Würzburger Kickers. Aus Lärmschutzgründen fand die Partie im rund 110 Kilometer von Würzburg entfernten Offenbach statt.
Ein kurioses "Flankentor" von Milos Veljkovic (50.) von der linken Seite, der wohl eher einen Mitspieler bedienen wollte, brachte die Mannschaft von Werder-Trainer Alexander Nouri in Führung. Max Kruse (74.) und Maximilian Eggestein (77.) machten alles klar.

Der Bundesligist war von Beginn an das spielbestimmende Team. Neuzugang Ludwig Augustinsson gab in der siebten Minute den ersten Warnschuss ab, der aber an die Bande hinterm Tor prallte. Auch auf den Rängen gaben die in der Mehrzahl angereisten Bremer Fans den Ton an - die Partie fand vor nur 8090 Zuschauern statt, die komplette Gegengerade war gesperrt.

Nouri musste neben dem gesperrten Fin Bartels auch den neuen Kapitän Zlatko Junuzovic ersetzen, der von Achillessehnenproblemen ausgebremst worden war. Thomas Delaney führte die Norddeutschen als Spielführer aufs Feld.

In der ersten Halbzeit fehlte den Bremern, die im vergangenen Jahr in der ersten Runde an Drittligist Sportfreunde Lotte gescheitert waren, aber die Konzentration im Abschluss. Theodor Gebre Selassie scheiterte zweimal aussichtsreich am gut reagierenden Kickers-Torwart Wolfgang Hesl (27. und 38.).

Die "Gastgeber", die wegen der späten Anstoßzeit nicht im eigenen Stadion spielen durften und in den bisherigen vier Drittligaspielen noch nicht gewonnen haben (vier Tore), verteidigten in den ersten 45 Minuten geschickt und lauerten auf Konter. Gefährlich wurde es aber erst unmittelbar vor dem Pausenpfiff: Emanuel Taffertshofer setzte einen Abpraller an den Pfosten (45.+1).

Entsprechend energisch dürfte Nouri in der Halbzeit auf seine Spieler eingeredet haben. Der Tabellenachte der vergangenen Bundesliga-Saison hatte das Ziel schließlich klar formuliert. "Der Pokal ist der kürzeste Weg, einen Titel zu gewinnen und auch der kürzeste Weg, international zu spielen", hatte Sportchef Frank Baumann gesagt.

Entsprechend erleichtert wurde der "Geniestreich" von Veljkovic bejubelt. Auch im Anschluss spielte Werder offensiv, die Würzburger gaben zwar nicht auf. Der Drittligist war im Abschluss aber glücklos. Kruse machte es besser.

Chemnitzer FC - FC Bayern 0:5 (0:1)

Tore: 0:1 Lewandowski (20.), 0:2 Coman (51.), 0:3 Lewandowski (60.), 0:4 Ribery (79.), 0:5 Hummels (89.)

Drückend überlegen, souverän gewonnen: Bayern München hat sich in der 1. Runde des DFB-Pokals erwartungsgemäß bei Drittligist Chemnitzer FC durchgesetzt. Der Rekordtitelträger, der zuletzt vor 23 Jahren gegen den TSV Vestenbergsgreuth eine Auftaktniederlage erlitten hatte, siegte sechs Tage vor dem Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen (Freitag, 20.30 Uhr/Eurosport und ZDF) durch Treffer von Robert Lewandowski (20. und 60.), Kingsley Coman (51.), Franck Ribéry (79.) und Mats Hummels (89.) mit 5:0 (1:0). 

Das Resultat spiegelte die Überlegenheit des FC Bayern am Ende auch durchaus wider. Chemnitz war ein guter Sparringspartner, aber nicht mehr. Die Gastgeber kamen vor 15.015 Zuschauern kaum zu Entlastungsangriffen und waren vor allem damit beschäftigt, die Münchner vom eigenen Strafraum und Tor fernzuhalten. Die Gäste mit dem erneut guten Sebastian Rudy blieben geduldig in ihrem Bemühen, eine Lücke im Abwehrverbund der Chemnitzer zu finden. 

Trainer Carlo Ancelotti ließ Arjen Robben und David Alaba wie angekündigt zunächst auf der Bank, Rafinha spielte dafür links in der Viererabwehr, Coman auf dem rechten Flügel. In der Startelf standen die Zugänge Rudy, Niklas Süle sowie Corentin Tolisso. Defensiv waren die Münchner kaum gefordert, und wenn, wirkten sie sehr konzentriert.

Robert Lewandowski FC Bayern DFB Pokal 12082017

Die Taktik von Chemnitz war offensichtlich: hinten dichtmachen, vorne auf Konter setzen. Die Bayern spielten dadurch mehr oder weniger Powerplay, ließen auch den Ball gut und schnell laufen, kamen aber gegen dicht gestaffelte Gastgeber nur selten gefährlich vors Tor. Allerdings leistete sich der CFC, bei dem Torhüter Kevin Kunz und Defensivmann Jan Koch eine gute Leistung boten, unter dem Druck der Bayern auch wiederholt Fouls nahe an der Strafraumgrenze. 

Eine "Umarmung" von Kapitän Marc Endres bei Lewandwoski führte zum dritten Freistoß innerhalb weniger Minuten, der Pole schoss selbst, der doppelt abgefälschte Ball flog ins Tor. Kurz darauf fiel Lewandwoski bei einem Zweikampf mit dem linken Knie auf den Stollen von Verteidiger Tom Scheffel. Seine blutende Wunde musste mit einem Pflaster abgedeckt werden.
Als Chemnitz dann doch einmal mutig wurde, nutzten die Münchner eine Konterchance durch Coman eiskalt aus, wenig später erhöhte der wenig später ausgewechselte Lewandowksi nach feiner Vorarbeit von Coman, Joshua Kimmich und Tolisso. Ribéry traf per Freistoß, Hummels setzte den Schlusspunkt.

1. FC Rielasingen-Arlen - Borussia Dortmund 0:4 (0:2)

Tore : 0:1 Bartra (12.), 0:2 Aubameyang (41., Elfmeter), 0:3 Aubameyang (55.), 0:4 Aubameyang (80.)

Borussia Dortmund hat die Querelen um das streikende Supertalent Ousmane Dembélé für 90 Minute beiseite geschoben und sich für den Auftakt der Fußball-Bundesliga in Form gebracht. Der Titelverteidiger gewann mühelos in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 4:0 (2:0) beim südbadischen Verbandsligisten 1. FC Rielasingen-Arlen.

Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (41./Foulelfmeter, 55. und 80.) und Innenverteidiger Marc Bartra (12.) trafen für den BVB, der zum Ligastart am kommenden Samstag beim VfL Wolfsburg antreten muss.

Dembélé war in Freiburg nicht mit von der Partie. Nachdem der Franzose am Donnerstag das Training geschwänzt hatte, um seinen Wechsel zum FC Barcelona zu forcieren, wurde der 20-Jährige vom Klub für das Pokalspiel suspendiert. Zudem wurde eine Geldstrafe gegen den Jungstar verhängt.

Eine Entscheidung im "Fall Dembélé" steht offenbar unmittelbar bevor. "Wir werden uns heute Abend zusammensetzen. Morgen früh wird der Verein sagen, was wir machen", sagte BVB-Trainer Peter Bosz vor dem Pokalspiel bei Sky.

Ein erstes Angebot der Spanier, die ihren Weltstar Neymar für 222 Millionen Euro an Paris St. Germain verkauft haben, hat der BVB abgelehnt. Es soll sich auf 90 Millionen Euro plus Bonuszahlungen belaufen haben. Die Dortmunder wollen angeblich 130 Millionen für Dembélé.

Vor 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwaldstadion entwickelte sich von Beginn an das erwartete Einbahnstraßen-Spiel auf das Tor des Sechstligisten, der zum ersten Mal den Sprung in den DFB-Pokal geschafft hatte. Daran änderte auch das Fehlen der BVB-Stars Mario Götze, Marco Reus, Raphael Guerreiro, Julian Weigl, Marcel Schmelzer, Erik Durm, Christian Pulisic und Sebastian Rode nichts. Das 2:0 zur Pause war locker herausgespielt.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Wie schon im ersten Durchgang gingen es die Gäste nicht im höchsten Tempo an und ließen einige Chancen liegen. Dabei tat sich zunächst Aubameyang hervor, bevor er seinen zweiten Treffer erzielte. Im Anschluss ging es in ähnlicher Manier weiter. Der BVB war haushoch überlegen, vergab aber zahlreiche Möglichkeiten. Dann traf "Auba" erneut.

Arminia Bielefeld - Fortuna Düsseldorf 1:3 (1:2, 1:1, 0:0) n.V.

Tore: 1:0 Klos (55.), 1:1 Hennings (67.), 1:2 Hennings (96.), 1:3 Fink (120.+1)

Fortuna Düsseldorf steht zum dritten Mal in Folge in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Dank zweier Tore von Joker Rouwen Hennings und einem Treffer von Oliver Fink gewann der zweimalige Pokalsieger das hart umkämpfte Zweitliga-Duell bei Arminia Bielefeld am Samstagabend 3:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. 

In den vergangenen vier Saisons hat Düsseldorf allerdings nie das Achtelfinale erreicht. Bielefeld dagegen, mit zwei Siegen glänzend in die Liga gestartet, war 2016/17 erst im Viertelfinale an Eintracht Frankfurt gescheitert.

Hennings kam in der 62. Minute auf das Feld, fünf Minuten später erzielte er das 1:1. In der Verlängerung legte er nach (96.), Fink setzte den Schlusspunkt (120.+1). Fabian Klos (55.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht. Die Düsseldorfer beendeten das Spiel nach Gelb-Rot gegen Kaan Ayhan (115./unsportliches Verhalten) in Unterzahl.

Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte begann die Fortuna stark und kombinierte flüssig, der neue Stürmer Emir Kujovic schoss aber alleine vor Arminia-Torhüter Stefan Ortega über das Tor (53.). Kurz darauf traf Klos für die Arminia, während der neue Düsseldorfer Abwehrspieler Jean Zimmer angeschlagen im eigenen Strafraum lag. Dann kam Hennings, der das dritte Tor zudem auflegte.

Rot-Weiß Erfurt - 1899 Hoffenheim 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Amiri (55.) 

1899 Hoffenheim ist mit mehr Mühe als erwartet in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen, hat sich bei der Generalprobe zur Qualifikation für die Champions League aber zumindest keine Blöße gegeben. Drei Tage vor dem Hinspiel um den Einzug in die Königsklasse gegen Jürgen Klopps FC Liverpool setzten sich die Kraichgauer mit 1:0 (0:0) beim Drittligisten Rot-Weiß Erfurt durch. 

Für die lange Zeit äußerst harmlose Mannschaft von Coach Julian Nagelsmann traf Nadiem Amiri (55.) vor 8144 Zuschauern in Thüringens Landeshauptstadt. 

Hoffenheim hatte zwar von Beginn an Vorteile beim Ballbesitz, brauchte aber überraschend lange, um sich gegen den aufopferungsvoll kämpfenden 18. der 3. Liga Chancen zu erspielen. Dabei setzte Nagelsmann in der Startformation ebenso auf den zuletzt leicht angeschlagenen Nationalspieler Sandro Wagner wie auf Neuzugang Nico Schulz (kam aus Mönchengladbach). U21-Europameister Serge Gnabry musste zunächst eine knappe Stunde auf der Bank Platz nehmen.

Vor dem wichtigen Play-off-Hinspiel gegen Liverpool am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) wurde zudem wie angekündigt Torhüter Oliver Baumann geschont. Sein Ersatzmann Gregor Kobel bekam allerdings wenig zu tun. Thüringen-Pokalsieger Erfurt, der erstmals seit acht Jahren wieder im DFB-Pokal dabei war, kam in der ersten Halbzeit nie gefährlich vor das Tor der Gäste. Allerdings galt das auch für Hoffenheim, das seiner Favoritenrolle zu lange nicht gereicht wurde und offensiv enttäuschte.

Die TSG versuchte zwar immer wieder den 29 Jahre alten Wagner im Zentrum anzuspielen, allerdings kamen die Bälle auf den Angreifer zu unpräzise, und er konnte seine Stärken nicht wie gewünscht ausspielen. Kaum eine Flanke aus dem schwachen Mittelfeld fand den Weg ins Zentrum, das die Erfurter allerdings auch diszipliniert verteidigten. Die Gastgeber standen tief in der eigenen Hälfte und verschoben den Defensiv-Verbund fast immer richtig.

Zwar machte Philipp Klewin im Tor von Rot-Weiß nicht immer einen sicheren Eindruck, doch nutzen konnte Hoffenheim das erst, als Kerem Demirbay den Ball im Strafraum zum Führungstreffer für Amiri auflegte. Nur Sekunden später wurde Demirbay ausgewechselt und der von Rekordmeister Bayern München ausgeliehene Gnabry feierte sein Pflichtspieldebüt im Trikot der Kraichgauer. Auch anschließend ließ der Europapokal-Teilnehmer beste Chancen ungenutzt.

Jahn Regensburg - Darmstadt 98 3:1 (1:1)

Tore: 0:1 Artur Sobiech (41.), 1:1 Leis (45.+2, Foulelfmeter), 2:1 Nietfeld (87.), 3:1 Grüttner (90.+4)

Jahn Regensburg hat seine Niederlagenserie im DFB-Pokal beendet. Der Aufsteiger besiegte im Zweitliga-Duell den Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 mit 3:1 (1:1) und zog erstmals seit 14 Jahren in die zweite Runde ein. 

Nach dem Rückstand durch Artur Sobiech (41.) drehten Marc Lais (45.+2, Foulelfmeter), Jonas Nietfeld (87.) und Marco Grüttner (90.+4) mit ihren Toren die Begegnung für die Mannschaft von Jahn-Trainer Achim Beierlorzer.

Regensburg begann trotz der beiden Niederlagen zum Saisonstart vor 8919 Zuschauern schwungvoll. Andreas Geipl vergab aber die große Möglichkeit zur Führung, als er einen Foulelfmeter über das Tor schoss (12.). Die Gastgeber zeigten sich unbeeindruckt und übten weiter Druck aus. Jann George (31.) und Sargis Adamyan (38.) scheiterten aber an Gäste-Torhüter Daniel Heuer Fernandes.

Die Lilien machten es bei ihrer ersten Chance besser. Einen Konter schloss Sobiech auf Vorarbeit von Tobias Kempe zur überraschenden Führung ab, die Lais mit dem zweiten Foulelfmeter der Gastgeber in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs egalisierte.

Nach dem Wechsel kam Darmstadt besser ins Spiel. Roman Bezjak vergab kurz nach seiner Einwechslung die Chance zum 2:1 für die Gäste (59.). Auf der anderen Seite setzte Alexander Nandzik einen Freistoß an den Außenpfosten (70.), ehe Nietfeld und Grüttner trafen. 

TuS Erndtebrück - Eintracht Frankfurt 0:3 (0:1)

Tore : 0:1 Chandler (35.), 0:2 Gacinovic (72.), 0:3 Haller (76.)

Rote Karte: Abraham (Frankfurt) nach einer Notbremse (22.)

Bundesligist Eintracht Frankfurt hat sich in Unterzahl in die zweite Runde des DFB-Pokals gekämpft. Der Finalist der vergangenen Saison gewann trotz der Roten Karte für Kapitän David Abraham (22.) gegen Regionalliga-Aufsteiger TuS Erndtebrück letztlich souverän 3:0 (1:0). Timothy Chandler (35.), Mijat Gacinovic (72.) und Rekordeinkauf Sébastien Haller (76.) trafen bei Dauer-Nieselregen vor 13.106 Zuschauern im Siegener Leimbachstadion.

77 Tage nach der 1:2-Niederlage im Pokalfinale in Berlin gegen Borussia Dortmund brauchte die ersatzgeschwächte Eintracht viel Geduld, um gegen mutige Amateure die Blamage zu verhindern. Nach Abrahams Notbremse gegen den quirligen Japaner Yuki Nishiya blieben die Gäste zwar die bestimmende Mannschaft, gingen aber zunächst zu fahrlässig mit ihren Chancen um.

Trainer Nico Kovac hatte sich den Ausflug ins 125 Kilometer entfernte Siegen sicher leichter vorgestellt, auch wenn ihm die verletzten Schlüsselspieler Marco Fábian, Alexander Meier, Omar Mascarell und Carlos Salcedo fehlten. Jonathan de Guzmán, der nach seinem Wechsel aus Neapel bislang kaum Einheiten mit der Mannschaft absolviert hat, ließ Kovac zu Hause.

Dennoch bot er drei Neuzugänge in der Startelf auf, darunter Rekordtransfer Haller. Der Franzose war für sieben Millionen Euro vom FC Utrecht gekommen und gegen Erndtebrück von Beginn an gefährlichster Frankfurter. In der 10. und zweimal in der 27. Minute verzog der Stürmer jedoch knapp, auf der anderen Seite hatte Nishiya (23.) direkt nach dem Platzverweis die Chance, den Außenseiter in Führung zu bringen.

Zehn Minuten vor der Pause traf Chandler und beruhigte damit die Nerven seines Trainers und zugleich die Tausenden mitgreisten Fans, die erneut ihrem Unmut über den verhassten DFB Luft machten - auch mit Bengalos und Böllern.

Nach Abrahams Aussetzer rückte Routinier Makoto Hasebe in die Viererkette, die zum Bundesliga-Auftakt beim SC Freiburg am Sonntag in einer Woche (15.30 Uhr/Sky) anders aussehen soll. Ein Innenverteidiger steht noch auf Kovacs Wunschzettel. Auch nach einem Ersatz für Spielgestalter Fábian schauen sich die Frankfurter noch um.
Gegen den Tabellenzehnten der Regionalliga West brauchten die Frankfurter in der zweiten Halbzeit die Künste ihres wechselwilligen Torwarts Lukas Hradecky. Der von Benfica Lissabon umworbene Finne hielt die Führung nach Chandlers Ausrutscher gegen Nishiya (57.) fest. Zweimal (57./74.) schoss der 1,66 m große Mittelstürmer zudem knapp an Hradeckys Tor vorbei. Gacinovic und Haller sorgten für die Entscheidung.

Lüneburger SK - FSV Mainz 05 1:3 (1:2) 

Tore: 0:1 Muto (13.), 1:1 Vobejda (31.), 1:2 Brosinski (45., Foulelfmeter), 1:3 Muto (60.)

Der FSV Mainz 05 ist beim Pflichtspieldebüt des neuen Trainers Sandro Schwarz letztlich problemlos in die 2. Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Rheinhessen setzten sich beim Viertligisten Lüneburger SK Hansa mit 3:1 (2:1) durch. Eine Woche vor dem Ligastart überzeugte der Bundesligist spielerisch aber nur zeitweise.

Yoshinori Muto mit einem Doppelpack (13., 60.) und Daniel Brosinski (45./Foulelfmeter) trafen vor 4000 Zuschauern für den klaren Favoriten. Zwischendurch sorgte Felix Vobejda mit einem abgefälschten Schuss für den ersten Gegentreffer von Ex-Nationalkeeper René Adler im 05-Tor (31.) - und großen Jubel im LSK-Block.

Für die erste Partie der Saison nominierte Schwarz vier neue Profis. Neben Adler und dem stark aufspielenden Alexandru Maxim schafften auch Innenverteidiger Abdou Diallo sowie Offensivakteur Viktor Fischer auf Anhieb den Sprung in die erste Elf. 

Die Rheinhessen übernahmen bei Nieselregen auch sofort die Initiative gegen die Lüneburger, die stark in die Regionalliga Nord gestartet sind. Die erste Torchance hatte Diallo per Kopf, doch LSK-Keeper Ole Springer packte sicher zu (11.). Die nächste herauskombinierte Gelegenheit nutzte der Japaner Muto nach Vorarbeit von Maxim, die Abwehr der Gastgeber war erstmals geschlagen. 

Mainz erhöhte das Tempo, sechs Minuten später prüfte Pablo de Blasis per Rechtsschuss erneut den aufmerksamen Springer. Der LSK wurde immer mehr von den Profis eingeschnürt und konnte kaum einmal durchpusten. Doch aus dem überraschenden 1:1 schöpften die Lüneburger neuen Mut, Mainz musste sich neu sortieren.

Nach dem Wechsel wollten die Rheinhessen schnell Klarheit schaffen, agierten aber im Aufbauspiel fehlerhaft. Der LSK attackierte nun früher und ärgerte mit der Umstellung von Trainer Achim Otte den Favoriten. Doch Muto brachte sein Team eine Woche vor dem Ligaauftakt gegen Hannover 96 mit seinem zweiten Treffer klar auf Kurs nächste Runde.

Leher TS Bremerhaven - 1. FC Köln 0:5 (0:2) 

Tore: 0:1 Bittencourt (28.), 0:2 Sörensen (34.), 0:3 Cordoba (50., Handelfmeter), 0:4 Zoller (69.), 0:5 Guirassy (75.)

Rote Karte: Hashemi (Bremerhaven) nach einem Handspiel (49.)

Müheloser Einstand nach Maß: Mit einem lockeren 5:0 (2:0)-Sieg bei der fünftklassigen Leher Turnerschaft in Bremerhaven ist Europa-League-Starter 1. FC Köln im DFB-Pokal erfolgreich in die Saison gestartet.

Vor 8119 Zuschauern im ausverkauften Nordseestadion stellten die Gäste schon in der ersten Halbzeit binnen sechs Minuten die Weichen auf Sieg. Leonardo Bittencourt (28.) per Abstauber und Frederick Sörensen (34.) mit einem platzierten Flachschuss drückten die klare Überlegenheit des Bundesliga-Fünften auch in Toren aus.

Die ohnehin vagen Hoffnungen des Außenseiters waren kurz nach Wiederbeginn endgültig obsolet: Rechtsverteidiger Arwin Hashemi sah wegen absichtlichen Handspiels im Strafraum die Rote Karte (49.), 60 Sekunden später traf Jhon Cordoba per Strafstoß zum 0:3. Die eingewechselte Simon Zoller (69.) und Sehrou Guirassy (75.) stellten den Endstand her.   

Von der ersten Minute an lief die Begegnung bei nahezu permanenten Dauerregen nur in eine Richtung ab. Der Tabellensechste der Oberliga Bremen überließ den Gästen nahezu kampflos das Mittelfeld und formierte rund um den Strafraum zwei Abwehrriegel, die zumindest eine knappe halbe Stunde lang dem Kölner Dauerdruck standhielten.

Den ersten Torschuss feuerten die Platzherren in der 42. Minute ab und hätten dabei fast den Anschlusstreffer erzielt. Von der Strafraumgrenze traf Mittelfeldspieler Egzon Sula die Querlatte - FC-Torhüter Timo Horn wäre chancenlos gewesen. 

Nach dem Seitenwechsel war die Mannschaft von Trainer Peter Stöger in Überzahl sichtlich bemüht, Kräfte für den Bundesliga-Auftakt am kommenden Wochenende bei Borussia Mönchengladbach zu schonen. Mit einem Spieler weniger auf dem Feld standen die Platzherren noch tiefer als in der ersten Halbzeit und kamen nicht einmal mehr ansatzweise zu Entlastungsangriffen.

SV Eichede - 1. FC Kaiserslautern 0:4 (0:2) 

Tore: 0:1 Osawe (16.), 0:2 Atik (39.), 0:3 Osawe (69.), 0:4 Moritz (85.)

Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat ohne Mühe die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Der zweimalige Pokalsieger setzte sich bei Oberligist SV Eichede in Lübeck mit 4:0 (2:0) durch und feierte nach zwei Ligaspielen ohne Sieg das erste Erfolgserlebnis in dieser Saison.

Osayamen Osawe (17./69.), Baris Atik (39.) und Christoph Moritz (85.) erzielten vor 4039 Zuschauern die Treffer der überlegenen Mannschaft von Trainer Norbert Meier. Im vergangenen Jahr waren die Pfälzer noch in der ersten Runde gescheitert.

Die Gäste kontrollierten von Beginn an die Begegnung. Osawe traf im Nachschuss zur verdienten Führung. Der vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim ausgeliehene Atik sorgte per Kopf noch vor der Pause für die Vorentscheidung.

Auch nach dem Wechsel hatten die Pfälzer das Geschehen im Griff und ließen nicht viel zu. Osawe vergab kurz nach der Pause die große Gelegenheit zum 3:0 (47.), ehe der Stürmer in der 69. Minute per Kopf seinen zweiten Treffer erzielte. Moritz stellte den Endstand her.

Germania Halberstadt - SC Freiburg 1:2 (0:2)

Tore: 0:1 Petersen (34.), 0:2 Höfler (42.), 1:2 Michel (87.)

Nils Petersen hat seinem Vater im Familien-Duell ein Schnippchen geschlagen und den SC Freiburg mit einem frühen Tor in die zweite Runde des DFB-Pokals geführt. Die Breisgauer um den Olympia-Zweiten besiegten am Samstag den von Andreas Petersen trainierten Regionalliga-Aufsteiger Germania Halberstadt mit 2:1 (2:0). Durch den Erfolg entschädigte Freiburg seine Fans für das blamable Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation.

Petersen (34.) und Nicolas Höfler (42.) trafen im Herzen Sachsen-Anhalts für den Siebten der vergangenen Bundesliga-Saison, Halberstadt kam durch Kay Michel (87.) zum späten Anschlusstreffer.

Freiburg trat im Vergleich zum Europa-League-Duell mit dem slowenischen Pokalsieger NK Domzale in der Vorwoche (0:2 nach 1:0 im Hinspiel) personell leicht verändert auf. Trainer Christian Streich setzte den türkischen Abwehrchef Caglar Söyüncü genauso auf die Bank wie Amir Abrashi, Aleksandar Ignjovski stand gar nicht erst im Kader. Für sie liefen die U21-Europameister Marc-Oliver Kempf und Janik Haberer sowie Kapitän Julian Schuster von Beginn an auf.

Vor 5037 Zuschauern im Friedensstadion ließ Freiburg zunächst die nötige Zielstrebigkeit im Angriffsspiel vermissen. Halberstadt kam durch einen Freistoß von Kapitän Benjamin Boltze (11.) gefährlich vor das SC-Tor. Insgesamt suchten aber die Gäste in der Frühphase häufiger den Abschluss. Stürmer Florian Niederlechner (16.) und Haberer (17.) scheiterten nacheinander an Germania-Keeper Paul Büchel.

Auch gegen den früheren Nationalspieler Christian Günter (30.) parierte der Amateur-Torwart erstklassig. Petersen schloss dann aber nach Niederlechner-Flanke wuchtig per Dropkick in den Winkel ab, Höflers Schuss wurde unhaltbar von Germania-Verteidiger Adil Lachheb ins Tor abgefälscht.

Im zweiten Durchgang trat Halberstadt im Angesicht der drohenden Niederlage couragierter auf. Auch wenn klare Chancen Mangelware blieben, setzten die Gastgeber hin und wieder kleine Nadelstiche gegen Freiburger, die lediglich auf die Absicherung der Führung bedacht waren.

Dies versuchte Germania zu nutzen. Ein Kopfball von Angreifer Florian Beil (61.) rauschte nur Zentimeter vorbei. Michel verkürzte in der Schlussphase begünstigt durch Unordnung in der Freiburger Hintermannschaft.

SpVgg Unterhaching - 1. FC Heidenheim 0:4 (0:1) 

Tor: 0:1 Beermann (43.), 0:2 Beermann (74.), 0:3 Glatzel (80.), 0:4 Pusch (86.)

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Der 1. FC Heidenheim hat wie im vergangenen Jahr die 2. Runde des DFB-Pokals erreicht. Beim sonst so heimstarken Drittliga-Aufsteiger SpVgg Unterhaching setzte sich die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt verdient und souverän mit 4:0 (1:0) durch. Die Treffer für den Zweitligisten erzielten Verteidiger Timo Beermann (45.+1 und 74.), Robert Glatzel (80.) und Kolja Pusch (86.).

Die Bemühungen der Gastgeber erhielten in der 65. Minute den entscheidenden Dämpfer. Bei einem Heidenheimer Konter grätschte Stefan Schimmer dem davonlaufenden Marnon Busch von hinten in die Beine und sah daraufhin glatt Rot von Schiedsrichter Timo Gerach (Landau-Queichheim). Danach spielten die Gäste ihre Überlegenheit gekonnt aus.

Heidenheim, in der vergangenen Saison in der 2. Runde am VfL Wolfsburg gescheitert, war gegen den ehemaligen Bundesligisten schon bis zum Platzverweis die besser Mannschaft gewesen, hatte mehr Spielanteile und strahlte vor allem bei Standardsituation viel Gefahr aus. So fielen beide Treffer von Beermann nach Eckbällen von Kapitän Marc Schnatterer.

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