Historisch! Wilder FC Bayern verspielt gegen Hertha 2:0-Führung
Erneuter Rückschlag für den FC Bayern: Wie schon gegen Wolfsburg verspielen die Münchner in bei der Hertha in Berlin eine 2:0-Führung. Die Analyse.

Der FC Bayern München hat in Spiel eins nach der Entlassung von Carlo Ancelotti erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung vergeigt. Am 7. Bundesliga-Spieltag trennte sich der Rekordmeister auswärts von Hertha BSC mit 2:2 (1:0).

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Willy Sagnol setzte bei seinem ersten Spiel als Interimstrainer wie erwartet auf die arrivierten Kräfte, die Ancelotti zuletzt übergangen hatte. Im 4-2-3-1 setzte Sagnol auf eine defensive Absicherung der offensiven Vier, indem er Javi Martinez neben Corentin Tolisso auf die Doppelsechs beorderte - erstmals in der Bundesliga seit Dezember 2015.

Die Bayern dominierten in dieser Formation die Anfangsphase, wirkten deutlich motivierter als zuletzt und pressten den Berliner Spielaufbau konsequent an, nicht nur punktuell. Da das zentrale Mittelfeld mit Martinez/Tolisso eher kämpferische als spielerische Qualitäten mitbringt, lief im Spielaufbau der Hausherren viel über die Innenverteidiger Boateng/Hummels.

Nach einer Viertelstunde fing sich die Hertha und spielte aus der 4-1-4-1-Grundordnung mutig mit. Besonders über die rechte Offensivseite mit Leckie/Weiser erspielten sich die Hausherren einige gute Gelegenheiten. Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein ansehnliches Spiel, in dem die Münchner zwar feldüberlegen waren, jedoch aufgrund der schwierigen defensiven Abstimmung immer wieder Chancen gegen sich zuließen.

Dass die Münchner direkt nach dem Seitenwechsel zum 2:0 trafen, ließ eine Vorentscheidung vermuten, doch die Hertha steckte nicht auf. Haraguchis Sololauf, der zum Anschlusstreffer führte, holte das Publikum ins Boot. In der Folge waren die Berliner engagierter im Zweikampf und hielten die Bayern mit aggressivem Pressing unter Druck. Mit dem Ausgleich, spätestens jedoch mit der vermutlich schweren Verletzung von Franck Ribery, wirkten die Bayern verunsichert und unstrukturiert. Der letzte Funke, dieses Spiel noch gewinnen zu wollen, sprang nicht mehr auf die Gäste über.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Hummels (10.), 0:2 Lewandowski (49.), 1:2 Duda (51.), 2:2 Kalou (56.)

  • Torgarantie: In den letzten 13 Bundesliga-Spielen im heimischen Olympiastadion traf die Hertha immer. Eine solche Serie gab es in Berlin zuletzt in der Saison 2008/09 (damals ebenfalls 13 Heimspiele in Serie mit Torerfolg).
  • Letztmals zwei so schnelle Gegentore wie heute kassierten die Münchner beim 1:3 in Mönchengladbach im Dezember 2015 (66. und 68. Minute).
  • Bayern verspielte erstmals in der Bundesliga-Geschichte in zwei aufeinanderfolgenden Spielen einen Zwei-Tore-Vorsprung.

Der Star des Spiels: Genki Haraguchi

Lange Zeit nicht so auffällig wie sein Pendant auf der rechten Außenbahn, Mathew Leckie. Im Spiel gegen den Ball allerdings sehr engagiert (70 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Leitete mit seinem überragenden Solo vor dem 1:2 die Aufholjagd seiner Mannschaft ein.

Der Flop des Spiels: Thomas Müller

Machte kein gutes Spiel auf seiner Lieblingsposition hinter Robert Lewandowski. Legte zwar die längste Laufstrecke zurück, doch bewegte sich häufig in die falschen Räume. War nur an zwei Torschüssen beteiligt und hatte die schwächste Passquote aller Münchner Feldspieler (75 Prozent). Als er auf den rechten Flügel wechselte, war er noch wirkungsloser.

Der Schiedsrichter: Harm Osmers

Unglücklicher Beginn: Pfiff in der 16. Minute Foulelfmeter, als Martinez gegen Darida eindeutig den Ball spielte. Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten und eigener Betrachtung der TV-Bilder revidierte er seine Entscheidung korrekterweise. Bei Alabas Grätsche gegen Kalou sah er direkt, dass der Verteidiger den Ball spielte und entschied nicht auf Strafstoß. Später mit dem Fehler, bei einem taktischen Foul von Skjelbred nicht Gelb zu zeigen.

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