Remis in rasantem Freitagsspiel zwischen Hannover und Stuttgart
Im Duell der beiden Aufsteiger trennen sich Hannover 96 und der VfB Stuttgart 1:1. Füllkrug gleicht Tschauners Aussetzer spät aus. Die Analyse.

Der VfB Stuttgart hat zum ersten Mal in der laufenden Bundesliga-Saison auswärts gepunktet. Zum Auftakt des 13. Spieltags trennten sich die Schwaben 1:1 (1:0) von Hannover 96.

Die Hannoveraner begannen dominant und hätten sich mit dem ersten Angriff der Partie bereits belohnen müssen, doch Martin Harnik wollte eine Hereingabe von Felix Klaus alleine vor Ron-Robert Zieler mit einem Hackentrick verwandeln - und schoss sich dabei selbst an (7.).

Der zunächst zurückhaltende VfB machte schnell den wunden Punkt der 96er aus: Während die Hannoveraner die Mitte extrem verdichteten und mit Salif Sane einen unbezwingbaren Mann in der Luft hatten, durften die Schwaben über die anfällige rechte Seite der Gastgeber schon früh mehrfach durchbrechen. Für das Führungstor nach 24 Minuten musste aber ein krasser Torwartfehler Philipp Tschauners herhalten, der einen eigentlich harmlosen Fernschuss von Christian Gentner vor die Füße von Takuma Asano prallen ließ.

Generell tat sich Hannover schwer, unter dem aggressiven Draufgehen und frühen Stören der Stuttgarter, geordnet das Spiel oder Angriffe aufzubauen. Beide Teams hatten wenig Ruhe am Ball, was dem Spiel der flexibleren Gäste aber eher entgegenkam. Die 276 Zweikämpfe in Halbzeit eins bedeuteten Saisonrekord.

96-Coach Andre Breitenreiter zog zur zweiten Halbzeit Matthias Ostrzolek zurück und ließ mit einer Viererkette agieren, Niklas Füllkrug ersetzte gleichzeitig Harnik als Spitze. Beide Maßnahmen taten dem Spiel der Gastgeber gut - auch, weil der VfB im zweiten Abschnitt nur noch schlecht ins Pressing kam und die Kontrolle völlig aus der Hand gab.

Die Daten zum Spiel

Tore: 0:1 Asano (24.), 1:1 Füllkrug (76., FE)

  • Für den VfB war Asanos zwischenzeitliches 1:0 die erste Führung in einem Auswärtsspiel in der laufenden Saison.
  • Im 7. Gastspiel der Saison holt der VfB seinen ersten Punkt. Noch nie mussten die Schwaben in der Bundesliga so lange auf den ersten Punkt in der Fremde warten.
  • Kein Team sah in der laufenden Saison in einem Spiel so viele Gelbe Karten wie der VfB gegen Hannover - fünf Stück!
  • Stuttgart ist erstmals seit März 2016 in 2 Bundesliga-Spielen in Serie ungeschlagen.
  • Hannover verlor nur eines seiner sechs Heimspiele in dieser Saison (drei Siege, zwei Remis): mit 1:2 gegen Frankfurt am 8. Spieltag.

Der Star des Spiels: Salif Sane

Brutale Partie des Hannoveraner Abwehrchefs. In den Zweikämpfen fast nicht zu bezwingen (gewann bei 20 Duellen 80 Prozent, in der Luft fast 90) und der Hauptgrund, warum durch die Mitte beim VfB fast gar nichts ging. Spielte mit Abstand die meisten Pässe der 96er und hatte die meisten Ballaktionen (92), war so vor allem im zweiten Abschnitt wichtiger Aufbauspieler. Traf nach 62 Minuten mit einem starken Schuss den Pfosten.

Der Flop des Spiels: Josip Brekalo

Fiel in Stuttgarts offensiver Dreierreihe klar ab. Hatte bis zu seiner Auswechslung in Minute 66 zwar drei Torschüsse zu Buche stehen, war aber kaum ins Spiel eingebunden. Brachte nur 60 Prozent seiner 21 Pässe an den Mann, gewann 18 Prozent seiner Zweikämpfe und leistete sich dafür 16 Ballverluste.

Der Schiedsrichter: Christian Dingert

Unauffällige und gute Leistung des Unparteiischen. Richtig, Pavard kurz vor Halbzeit für sein Foul an Bakalorz nur mit Gelb zu verwarnen. Insgesamt ein gutes Maß bei den persönlichen Strafen und mit klarer Linie. Der Elfmeter für Hannover (75.) war eine klare Angelegenheit.

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