Super-Joker Waldschmidt rettet Hamburg - Wolfsburg in die Relegation
Der HSV bleibt dank Youngster Waldschmidt sicher erstklassig. Wolfsburg muss nach dramatischen Schlussminuten in die Relegation. Die Analyse.

Der Hamburger SV hat den Klassenerhalt durch einen dramatischen Heimsieg perfekt gemacht und den VfL Wolfsburg in die Relegation geschickt. Am 34. Bundesliga-Spieltag siegten der HSV gegen die Wölfe nach Rückstand mit 2:1 (1:1).

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Vor 57.000 Zuschauern im Volksparkstadion erzielte Robin Knoche in der 23. Minute das 1:0-Führungstor für die Wölfe.

In der 32. Minute glich Filip Kostic mit dem ersten Torschuss für den HSV aus. Wolfsburg gelang es damit in allen 20 Jahren der Bundesligazugehörigkeit nicht, am letzten Spieltag zu Null zu spielen.

Mit seinem ersten Bundesligator erzielte Gian-Luca Waldschmidt in der 88. Minute das erlösende Siegtor für den Hamburger SV. Der Youngster brauchte nach seiner Einwechslung nur 113 Sekunden für seinen Treffer.

Der Hamburger SV bleibt damit der einzige Verein, der vom ersten Tag an in der Bundesliga spielte.

Der VfL Wolfsburg spielt in der Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga, voraussichtlich Eintracht Braunschweig, am Donnerstagabend um 20.30 Uhr zunächst zu Hause. Die Entscheidung über den Klassenerhalt fällt dann am 29. Mai um 20.30 Uhr auswärts.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: 

Gisdol verändert seine Startformation nach dem 1:1 gegen den FC Schalke 04 auf drei Positionen. Für Diekmeier (Gelbsperre) sowie Janjicic und Jatta (beide Bank) spielen Mavraj, Ekdal und Müller von Beginn an.

Jonker nimmt nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach gleich vier Startelfwechsel vor. Für Bazoer (Gelbsperre) und die Bankspieler Horn, Didavi und Arnold beginnen Blaszczykowski, Gerhardt, Malli und Wollscheid.

10.: Kuba legt per Kopf rechts in den Strafraum für Gomez auf. Der schießt technisch stark flach aufs linke Eck. Mathenia lenkt den Ball mit einem überragenden Reflex noch um den Pfosten.

22.: Eine flache Wolfsburg-Ecke von rechts kann Jung nur halbgar klärt Jung nur halbgar. Kuba packt direkt vor dem Sechzehner den Hammer aus. Mathenia sieht den Schuss spät, lenkt ihn aber irgendwie noch über die Latte.

23., 0:1, Knoche: Nach einem Einwurf landet das Leder am rechten Flügel bei Jung, der in den Strafraum flankt. Knoche kommt sieben Meter vor dem Tor zum Kopfball und setzt ihn genau oben links ins Toreck.

32., 1:1, Kostic: Wollscheid leistet sich im Spielaufbau einen schlimmen Ballverlust gegen Müller und dann geht es ganz schnell. Holtby chippt links an die Sechzehnergrenze. Dort lässt Müller durch und Kostic schiebt aus vollem Lauf rechts unten ein. 

63.: Nach einem Gewühl am Fünfmeterraum setzt Gomez zum Fallrückzieher an, den Mavraj allerdings gerade noch so blockt.

88., 2:1, Waldschmidt: Nach einem langen Schlag kratzt Kostic den Ball vor der Eckfahne noch weg, legt ihn sich zurecht und flankt an den Fünfer. Dort steigt Waldschmidt hoch und nickt ins rechte Eck ein.

90.+1: Wieder rettet Mathenia in höchster Not! Arnold kommt am Fünfer zum Abschluss, doch der Hamburger Keeper reagiert erneut herausragend und fischt den Ball aus der Ecke.

Fazit: Der Hamburger SV hat alles auf die Karte emotionale Schlussphase vor heimischem Publikum gesetzt - und damit gewonnen.

Der Star des Spiels: Filip Kostic. Zeigte zwar Schwächen im Zweikampf (35 Prozent) und im Passspiel (52 Prozent). War aber der X-Faktor in der Offensive. Glich mit einem eiskalten Abschluss ab und bereitete das Siegtor mit einer kämpferischen Leistung und einer starken Flanke vor. Ebenfalls wichtig für den HSV-Sieg: die starken Paraden von Keeper Christian Mathenia.

Der Flop des Spiels: Philipp Wollscheid. Machte eigentlich eine ordentliche Partie und gewann 62 Prozent seiner Zweikämpfe. Allerdings leitete sein schlimmer Ballverlust vor dem 1:1 die Wende der Partie ein.

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Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe. Seine Ansetzung war im Vorhinein wegen seiner Vergangenheit ein Politikum. Er machte seine Sache allerdings sehr abgeklärt. Strahlte in einer zwischenzeitlich hitzigen Partie Souveränität aus und entschied auch in einigen engen Situationen korrekt. Seine Gelben Karten waren allesamt richtig.

Das fiel auf:

  • Wolfsburg trat von Beginn an mutig und selbstbewusst auf. In der 4-2-3-1-Grundordnung schoben besonders Kuba und Malli häufig mit in die Spitze und bildeten so gemeinsam mit Gomez die erste Pressinglinie, Ntep interpretierte seine Rolle auf Linksaußen defensiver als sein Gegenpart auf rechts.
  • Der HSV war in der ersten halben Stunde sichtlich nervös und überhaupt nicht im Spiel. Die emotionale Kulisse schien die Hausherren eher zu hemmen, sie kamen nicht in die Zweikämpfe (nur 43 Prozent nach 30 Minuten), leisteten sich viele unnötige Fehlpässe und taten sich schwer, das Spiel von hinten heraus strukturiert aufzubauen. Stattdessen arbeiteten sie immer wieder mit langen Bällen.
  • Taktisch formierten sich die Hamburger zunächst in einem 4-2-3-1, schnell entstand daraus jedoch eine Interpretation des 4-4-2, weil Müller auf einer Linie mit Wood einen zweiten Stürmer spielte. Beide kamen allerdings lange Zeit nicht im gefährlichen Korridor an den Ball. Der Ausgleichstreffer durch Kostic in der 31. Minute war überhaupt der erste Torschuss der Hamburger.
  • Nach dem Ausgleich hatten die Gastgeber noch umso mehr den Faktor Publikum auf ihrer Seite. Zwar wirkte auch weiterhin die Spielanlage der Wolfsburger überzeugender, doch über die emotionale Schiene arbeitete sich der HSV in die Partie und schien, auf ein Tor in einer hektischen Schlussphase aus zu sein.

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