HSV verpasst Befreiungsschlag im Nordderby
In einem zerfahrenen Nordderby hilft das Ergebnis beiden Teams nicht weiter. Die Hamburger und Bremer können kein Erfolgserlebnis feiern. Die Analyse.

Der Hamburger SV hat trotz einer ordentlichen Leistung einen Befreiungsschlag verpasst. Am 7. Bundesliga-Spieltag kam der HSV im Nordderby gegen Werder Bremen nicht über ein 0:0 hinaus.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol' Dir jetzt Deinen Gratismonat!

Den beiden Teams war die Tabellensituation deutlich anzumerken. Werder zeigte in den ersten 15 Minuten eine reifere Spielanlage und einen strukturierten Spielaufbau, während der HSV sich schwertat, den Ball geordnet nach vorne zu spielen und stattdessen auf lange Befreiungsschläge setzte.

Im Laufe der ersten Hälfte entwickelte sich ein Derby mit aufgeheizter Stimmung, in dem häufig Gegenspieler aneinander gerieten und viele Fouls den Spielfluss unterbrachen.

Nach der Anfangsviertelstunde übernahm der HSV das Kommando und bestimmte die Partie, angetrieben vom emsigen Youngster Tatsuya Ito und Aaron Hunt, der von der Zehnerposition aus zahlreiche Angriffe inszenierte und mit fünf die meisten Torschüsse vorbereitete. Zwar hatte Hamburg viel Ballbesitz (55 Prozent), die bessere Passquote (74 Prozent zu 70) und hatte mehr Möglichkeiten. Im finalen Spielfelddrittel agierte der HSV jedoch zu ungenau. Wegen der schwachen Chancenverwertung war das torlose Remis folgerichtig.

Die Daten zum Spiel

  • Der HSV ist mittlerweile seit mehr als sieben Stunden ohne Bundesliga-Tor.
  • Kyriakos Papadopoulos sieht als erster Spieler der laufenden Bundesliga-Saison seine fünfte Gelbe Karte und fehlt am 8. Spieltag in Mainz.
  • Immerhin: Der HSV hat satte fünf Punkte mehr auf dem Konto (sieben) als zum Vergleichszeitpunkt der Vorsaison (zwei).
  • Der HSV-Trainer beim letzten 0:0 gegen Bremen im April 2000 hieß Frank Pagelsdorf, Bremen wurde von Thomas Schaaf trainiert. Seither erlebten 3 andere Bremer Trainer das Nordderby auf der Bank, beim HSV 16.
  • 42 Fouls gab es zwischen den beiden Teams (28:14 für Bremen), in der laufenden Saison toppte das nur die Partie Mainz-Hertha (45).

Der Star des Spiels: Aaron Hunt

War einer der Hauptgründe dafür, dass der HSV nach einer schwachen Anfangsphase spielbestimmend wurde. War auf der Zehn der auffälligste Offensivspieler, hatte nach Sakai die zweitmeisten Ballaktionen, bereitete die meisten Torschüsse vor (fünf) und gewann 55 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Flop des Spiels: Philipp Bargfrede

Bekam als Sechser vor der Dreierkette keinen Zugriff aufs zentrale Mittelfeld. Immer wieder zu spät im Zweikampf, leistete er sich drei Fouls und gewann nur 22 Prozent seiner direkten Duelle. Brachte zudem mit seiner schwachen Passquote (62 Prozent) keine Sicherheit in den Spielaufbau. Musste nach 63 Minuten für Maximilian Eggestein Platz machen.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin

Schaffte es mit seiner autoritären Art, dass ihm das Spiel trotz aufgeheizter Stimmung und vieler Fouls nicht entglitt. Blieb jederzeit souverän und leistete sich keine Fehler. Zeigte in der Nachspielzeit Werders Ersatzkeeper Zetterer wegen Meckerns Gelb auf der Bank.

Kommentare ()