Klarer Sieg in Irland: Dänemark qualifiziert sich für WM 2018
Angeführt vom überragenden Eriksen bucht Dänemark das WM-Ticket. Italien steht derweil unter Schock, Kroatien, Schweden und die Schweiz feiern.

Dänemark fährt zur Weltmeisterschaft 2018! Als letztes europäisches Team buchten die von Tottenham-Star Christian Eriksen angeführten Dänen mit einem 5:1-Sieg im Playoffrückspiel in Irland das Ticket nach Russland. Das Hinspiel hatte 0:0 geendet.

Erstmals seit 1958 nicht bei einer WM-Endrunde dabei ist dagegen Italien, das im Playoffrückspiel gegen Schweden nicht über ein 0:0 hinaus kam. Kroatien und die Schweiz, die Griechenland respektive Nordirland ausschalteten, komplettieren das europäische Teilnehmerfeld für den Sommer 2018.

Irland - Dänemark 1:5 (1:2)

Tore: 1:0 Duffy (6.), 1:1 Christie (Eigentor, 29.), 1:2, 1:3, 1:4 Eriksen (32., 63., 73.), 1:5 Bendtner (90.+1, Elfmeter)

Dänemark hat sich dank einer Gala des neuen Nationalhelden Christian Eriksen als 14. und letztes Team aus Europa für die WM-Endrunde 2018 in Russland qualifiziert. Die mit einigen aktuellen und früheren Bundesligaprofis gespickte Mannschaft von Trainer Age Hareide sicherte sich durch ein verdientens 5:1 (2:1) im Playoff-Rückspiel in Dublin gegen Irland das Ticket für das Weltturnier im kommenden Sommer (14. Juni bis 15. Juli). Das Hinspiel war in der vergangenen Woche torlos ausgegangen.

Ein Eigentor von Cyrus Christie (29.), dreimal Tottenham-Star Eriksen (32., 63., 74.) sowie Nicklas Bendtner (90., Foulelfmeter) machten die fünfte WM-Teilnahme von Danish Dynamite perfekt, die 2014 in Brasilien beim deutschen Titelgewinn nur Zuschauer waren. Shane Duffy (6.) hatte die Boys in Green früh von deren vierter Endrunde-Teilnahme träumen lassen.

Der Abwehrspieler hatte den Gastgebern einen Traumstart beschert, als er nach einem Fehler von Nicolai Jörgensen zum 1:0 einköpfte und das mit 50.000 Zuschauern ausverkaufte Aviva Stadium zum Beben brachte. Beflügelt von der frühen Führung setzte Irland die Gäste weiter unter Druck und hatte durch Daryl Murphy in der 22. Minute die Möglichkeit zum zweiten Treffer.

Sieben Minuten später hatten die Gastgeber dann Pech, als Christie den Ball bei einer Rettungsaktion über die eigene Linie drückte. Der ehemalige Gladbacher Andreas Christensen hatte zuvor das Spielgerät an den Pfosten des irischen Tores gestochert. 

Die Gäste hatten sich von diesem Schock noch nicht erholt, als Eriksen mit einem Sonntagsschuss aus der Distanz unter die Latte dem irischen Keeper Darren Randolph keine Chance ließ. Jörgensen hatte diesen Treffer eingeleit und damit seinen Lapsus vor dem 0:1 vergessen gemacht. Nach dem Doppelschlag änderte der Europameister von 1992, bei dem der Bremer Thomas Delaney und Yussuf Poulsen von Vizemeister RB Leipzig in der Startformation standen, seine taktische Ausrichtung und spielte nicht mehr so riskant wie zuvor.

Nach dem Seitenwechsel setzte Irlands Teammanager Martin O'Neill alles auf eine Karte und ließ bedingungslos stürmen. Die Dänen standen aber wie schon im Hinspiel defensiv sehr sicher und ließen kaum Torchancen der Gastgeber zu. Die Iren kämpften zwar wacker bis zum Schluss, der Traum von ihrer ersten WM-Teilnahme seit 2002 platzte aber spätestens mit dem zweiten Treffer von Matchwinner Eriksen.

Italien - Schweden 0:0

Arrivederci Squadra Azzurra: Die Großmacht Italien hat erstmals seit 1958 eine WM-Endrunde verpasst und damit die von Verbandschef Carlo Tavecchio befürchtete Apokalypse im Land der viermaligen Weltmeisters perfekt gemacht. Die Azzurri kamen im Play-off-Rückspiel gegen Schweden trotz drückender Überlegenheit nicht über ein 0:0 hinaus und leisten damit im kommenden Sommer beim Weltturnier in Russland (14. Juni bis 15. Juli) den Niederlanden und der Türkei als Zuschauer Gesellschaft.

Die Italiener boten zwar im Gegensatz zum 0:1 im Hinspiel in Stockholm eine engagierte und teilweise auch spielerisch gute Leistung, am Ende konnte aber auch der Heilige Syrus, der Schutzpatron des Giuseppe-Meazza-Stadions, den Gastgebern nicht helfen. Während Kapitän Gianluigi Buffon und Co. nach dem Abpfiff in Tränen ausbrachen, feierten die Gäste, denen Ex-Kapitän Zlatan Ibrahimovic die Daumen drückte, ihre zwölfte WM-Teilnahme ausgelassen vor den trauernden Tifosi.

Der Play-off-K.o. dürfte auch für Nationaltrainer Gian Piero Ventura Folgen haben, über seine Ablösung spekulieren die italienischen Medien bereits seit Wochen.

Vor 72.000 Tifosi in der Mailänder Fußball-Kathedrale suchten die Italiener vom Start weg ihr Heil in der Offensive. Bereits in der neunten Minute forderten die Hausherren einen Elfmeter, als der Bremer Profi Ludwig Augustinsson im Strafraum Marco Parolo einen Schubser verpasste. Der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz ließ aber zu Recht weiterspielen und verwarnte stattdessen Giorgio Chiellini, der lautstark protestiert hatte.

Auf der anderen Seite verwehrte der Referee Schweden einen Strafstoß, nachdem Matteo Darmian den Ball unabsichtlich mit der Hand touchiert hatte. Pech hatten die Schweden in der 19. Minute, als sich Jakob Johansson ohne Fremdeinwirkung verletzte und mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden musste. Für den Torschützen aus dem Hinspiel brachte Trainer Janne Andersson Gustav Svensson. Wenig später hatten die Italiener durch Antonio Candreva ihre erste gute Möglichkeit.

Nach einer knappen halben Stunde lag der Referee falsch, als er ein Handspiel von Andrea Barzagli im italienischen Strafraum übersah. Der Leipziger Bundesliga-Profi Emil Forsberg reklamierte anschließend heftig und sah ebenfalls die Gelbe Karte.

Die beste Möglichkeit der Italiener vergab in der 40. Minute Ciro Immobile. Nach dem Schuss des früheren Dortmunders rettete Andreas Granqvist für seinen bereits geschlagenen Torhüter Robin Olsen auf der Linie.

Auch nach dem Seitenwechsel drückte La Nazionale aufs Tempo und scheiterte bei einem abgefälschten Schuss von Alessandro Florenzi (67.) an der Latte. Ein Angriff nach dem anderen rollte Richtung Tor der Skandinavier, die aber mit Glück und Geschick ihr Wunschergebnis über die Zeit brachten.

Für Italiens 39 Jahre alte Torwart-Legende Buffon, der seine sechste WM-Teilnahme verpasste, könnte das 175. Länderspiel auch sein letztes gewesen sein.

Griechenland - Kroatien 0:0

Kroatien hat sich wie erwartet für die WM-Endrunde in Russland qualifiziert und damit wohl das Ende der Ära von Trainer Michael Skibbe bei der griechischen Nationalmannschaft eingeläutet. Der Assistent des früheren DFB-Teamchefs Rudi Völler scheiterte wie erwartet mit den Hellenen in den Play-offs der WM-Qualifikation gegen das Starensamble vom Balkan und hat beim 0:0 im Rückspiel in Piräus voraussichtlich letztmals auf der Bank des Europmeisters von 2004 gesessen.

Die Kroaten hatten mit einem 4:1 im Hinspiel ihre fünfte Teilnahme an einer WM-Endrunde praktisch schon perfekt gemacht. Im Rückspiel ließen sie nichts mehr anbrennen und sicherten sich am Ende souverän das Ticket für das Weltturnier im kommenden Sommer (14. Juni bis 15. Juli).

Die Gastgeber, bei denen der Augsburger Bundesligaprofi Kostas Stafylidis nach seiner schwachen Leistung im Hinspiel beim Anpfiff nur auf der Bank saß, suchten mit dem Mut der Verzweiflung von Beginn an ihr Heil in der Offensive. Aber die Griechen agierten zu ideenlos, um die sichere Defensive der Kroaten aus den Angeln zu heben.

Der WM-Dritte von 1998 war seinerseits bei Kontern einige Male gefährlich. Vor allem die beiden Spanien-Legionäre Ivan Rakitic vom FC Barcelona und Luka Modric von Real Madrid stellten die griechische Abwehr um BVB-Profi Sokratis, der im Hinspiel den griechischen Ehrentreffer erzielt hatte, vor Probleme.

Auch der frühere Bundesligaprofi Mario Mandzukic setzte sich immer wieder gut in Szene. Die beste Möglichkeit vor der Pause hatte der ehemalige Dortmunder und Wolfsburger Ivan Perisic, der in der 43. Minute mit einem Gewaltschuss aus 22 Metern nur den Pfosten traf.

Nach dem Seitenwechsel machten die Kroaten vor 30.000 Zuschauern aber nicht mehr als nötig. Mit zunehmender Spielzeit resignierten zudem die Hausherren, die bereits die EM-Endrunde 2016 in Frankreich verpasst hatten. Die griechische Presse hatte gleich nach der Hinspiel-Pleite in Kroatien die Ablösung von Skibbe gefordert, der 2002 in Japan und Südkorea an der Seite von Völler mit der deutschen Nationalmannschaft Vize-Weltmeister geworden war.

Schweiz - Nordirland 0:0

Die Schweizer Nationalmannschaft hat ihre Nachprüfung in der WM-Qualifikation erfolgreich bestanden. Das Team von Trainer Vladimir Petkovic quälte sich im Play-off-Rückspiel gegen Nordirland zu einem 0:0 und sicherte sich damit das Ticket für die WM-Endrunde kommenden Sommer in Russland (14. Juni bis 15. Juli).

Mit einem 1:0 in Belfast hatten die Eidgenossen im Hinspiel den Grundstein für ihre insgesamt elfte Teilnahme bei einem Weltturnier gelegt. Die Gäste übten vor 38.000 Zuschauern im St. Jakob-Park in Basel von Beginn an mächtig Druck auf die Schweizer aus und hatten in der dritten Minute bereits eine hochkarätige Möglichkeit, als Chris Brunt mit einem platzierten Distanzschuss den Gladbacher Torwart Yann Sommer zu einer Glanzparade zwang. 

Nur zwei Minuten später hatte auf der anderen Seite der frühere Frankfurter Haris Seferovic eine große Möglichkeit. In der zehnten Minute wäre zudem Gareth McAuley nach einer scharfen Hereingabe von Blerim Dzemaili aufseiten der Gäste beinahe ein Eigentor unterlaufen.

Die Green and White Army hatte in der Folgezeit Glück, dass die Schweiz mit ihren Chancen äußerst verschwenderisch umging. Der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri und der Hoffenheimer Steven Zuber vergaben vor der Pause weitere Hochkaräter für die Nati.

Nach dem Seitenwechsel setzten die Nordiren alles auf eine Karte, spielten bedingungslos nach vorne und entblößten dabei zwangsläufig ihre Abwehr. Die Schweizer hatten reichlich Kontermöglichkeiten und bei Dauerregen auf dem schwer bespielbaren Untergrund durch den ehemaligen Wolfsburger Ricardo Rodriguez, der im Hinspiel einen umstrittenen Foulelfmeter zum Siegtreffer genutzt hatte, auch in der 50. Minute die erste Möglichkeit. Fünf Minuten später verfehlte auf der Gegenseite Conor Washington für den deutschen Qualifikations-Gruppengegner nur knapp das Ziel.

Der nordirische Teammanager Michael O'Neill, der beim britischen Konkurrenten Schottland im Gespräch ist, verzweifelte wenig später erneut, als George Saville eine weitere Großchance ausließ. Jonny Evans hatte in der Nachspielzeit die größte Chance der Gäste.

Wenig Mühe mit der Partie hatte Münchner Bundesliga-Schiedsrichter Felix Brych, der jederzeit alles im Griff hatte.

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